Zuerst fällt natürlich die Optik auf. Schwarzer Klavierlack hebt sich angenehm vom üblichen langweiligen Büro-grau ab. Dieses Gerät braucht man nicht in der dunkelsten Ecke verstecken, es ist auch ohne dass es benutzt wird ein Highlight. Ich gebe gern zu, dass das ein wesentlicher Kaufgrund für mich war.
Drucker: arbeitet tadellos, nach dem einschalten sehr schnell betriebsbereit, angenehm leise. Einfache und bequeme Bedienung über Sensortasten, blaue LED-Anzeigen, dezente akustische Signale, Papier- und Tonerwechsel kinderleicht. Installation unter XP verlief problemlos. Ein Sensordruck und das Gerät kopiert oder scannt, die Software am PC nimmt den Scann per USB autom. in Empfang. Soweit sind wir noch bei 5 Sternen.
Software: neben den üblichen Treibern ist eine Software namens SmartThru dabei, die Details zum Scannen wie Format (z.B. BMP oder JPG etc.) und das Verzeichnis zum Ablegen steuert. Leider hat der Programmierer des Programms noch nie etwas von Hotkeys gehört, denn es ist ausschliesslich per Maus bedienbar, sehr unergonomisch. Das Speicherformat ist ständig auf BMP eingestellt, ich will aber nie BMP weil das zuviel Platz braucht, also darf ich es jedes mal wieder neu auf JPG ändern, äusserst nervig und ein kropfunnötiges Ärgernis.
Scanner: das autom. scannen per Sensortaste legt den Scan immer im BMP-Format ab, ich kann kein sparsames JPG einstellen sondern muss jeden Scan danach selbst mit irgendeinem Tool konvertieren. Sehr umständlich, sehr nervend, sehr zeitraubend. Für ab und an mal einen Scan kann man damit leben, aber für den Dauereinsatz ist das völlig indiskutabel. Ebenso das Zielverzeichnis: Beim Scan über SmartThru kann ich das Ziel ändern, beim Scan über die Sensortaste aber nicht, dort wird die Datei immer in der Windows-Müllhalde -eigene Dateien- abgelegt. Da ich dieses Verzeichnis aus vielen Gründen nie benutze ist die Scan-Funktion über die Druckertaste für mich völlig unbrauchbar, da danach mit zuviel Aufwand (Datei konvertieren und verschieben) verbunden. Eine Anfrage dazu beim Support ist nach über 2 Monaten ohne Antwort.
Etwas störend ist der Netzschalter hinten am Gerät, den man sich jedesmal erst "erfummeln" muss. Warum kann sowas nicht leicht zugänglich und gut sichtbar vorne oder seitlich sein? Dafür ist vorne ein Knopf der die Papierschublade öffnet, und da das der einzige sichtbare Schalter ist habe ich ihn in den ersten Wochen dutzende male ganz autom. gedrückt um den Drucker ein- bzw. auszuschalten ... Mit intuitiver Bedienung hat das nichts mehr zu tun, das ist einfach eine grobe Fehlplanung. Warum denken Produktdesigner derart praxisfremd?
Support: die dem Drucker beiliegende Tonerkartusche funktionierte nicht. Der Samsung-Support brauchte danach allen ernstes fast 6 Wochen bis ich eine neue Kartusche bekam und damit den neuen Drucker endlich benutzen konnte. Begründung war, es sei ein neues Gerät und die Abläufe für den Supportfall wären daher noch nicht geklärt. Wie bitte? Ein Witz, über den ich als zahlender Kunde leider garnicht lachen kann. Immerhin waren alle Support-Mitarbeiter, mit denen ich während des Vorgangs zu tun hatte überaus freundlich, fachlich kompetent und sehr hilfsbereit. Das nutzt mir aber nichts, wenn eine andere Ebene der Hierarchie versagt und Supportabläufe anscheinend erst dann festgelegt werden wenn der erste Supportfall bereits eingetreten ist. Das ist ein Armutszeugnis für einen so grossen Hersteller.
Fazit: Technik sehr gut, Optik super, Funktion und Praxistauglichkeit für den Druck sehr gut, für Scannen leider nur befriedigend. Supportablauf stark verbesserungswürdig. Für den Heimgebrauch kann man mit den genannten Einschränkungen wohl leben, im Büro bzw. bei vielen Scanvorgängen eher nicht. Für gemischte Benutzung privat und freiberuflich wie bei mir muss jeder selbst entscheiden was mehr zählt, eine tolle Optik oder eine ergonomische und praxistaugliche Anwendung. Wer nur selten scannt kann die nervenden Einschränkungen der Scan-Funktion und die unergonomische Software vermutlich verschmerzen. Wegen dieser Einschränkungen vergebe ich aber nur 4 Punkte.