Das Samsung R580-Hawk ist bereits mein drittes Notebook der R-Serie. Deshalb habe ich mich auch ungewöhnlich früh entschieden eine Rezension zu schreiben, da ich schon Langzeit-Erfahrung mit anderen Modellen der Serie gemacht habe, die bedingt übertragbar sind.
Für alle die es knapp und bündig mögen, gebe ich direkt eine erste kurze Einschätzung und gehe im Anschluss dann für Interessierte auf Details ein:
Das Design ist sehr schick und dennoch dezent. Der Glanzlack ist jedoch wie immer anfällig für Kratzer und Fingerabdrücke. Deckeltop und die komplette Handauflage ist Glanzlack. Die Verarbeitung ist überwiegend hervorragend. Doch der Displaydeckel und die Handauflage lassen sich relativ leicht eindrücken. Das Gerät produziert angenehm wenig Wärme und ist leise. Für ein 15,6" Gerät ist das R580 sehr leicht. Der Akku ist schwach und verantwortlich für eine mäßige Akkulaufzeit. Insgesamt durchaus als mobiles Gerät einsetzbar, aber ein Zusatzakku (ab 100¤) ist sinnvoll. Die größte Schwachstelle ist das Display. Insbesondere das Kontrastverhältnis ist sehr schlecht. Die minimale Leuchtdichte ist viel zu hoch (also kein gutes Schwarz). Ansonsten ist das Display annehmbar, aber weit entfernt davon gut zu sein. Die CPU ist dafür leistungsstark, bei akzeptablem Stromverbrauch. Die Grafikkarte gehört aktuell zur Mittelklasse. 4GB RAM sind perfekt. Das R580-Hawk sollte, mit Ausnahme von High-End-Grafik PC-Games und professionellen Aufgaben wie High-End-3D-Modellierung etc., ausreichend Power haben. Die genannten Ausnahmen sind aber ohnehin eher etwas für Desktop-PCs. Die Festplatte ist solide und hat ausreichend Platz (500GB). Auf Bluray muss man verzichten, es gibt nur ein solides DVD-Player/Brenner Kombigerät. An Anschlüssen und anderen Kommunikationsgeräten ist im Grunde alles dabei. Nur Firewire vermisse ich. Die Tastatur hat einen Nummernblock, ist sehr stabil und die Tasten haben sehr gute Druckpunkte. Auch das Touchpad ist ordentlich. Sehr zufrieden bin ich auch mit dem Service von Samsung den ich schon bei anderen Geräten des Herstellers in Anspruch genommen habe.
Benotung:
Design: gut (ist natürlich Geschmackssache)
Verarbeitung: gut
Hitze und Lärm: gut-befriedigend
Mobilität: befriedigend
Display: mangelhaft
Performance: gut
Laufwerke: gut
Anschlüsse und Kommunikation: sehr gut
Tastatur und Touchpad: sehr gut
Ausstattung: ausreichend
Service: gut
Preis/Leistung: sehr gut
Insgesamt: gut
(Noten sehr gut - mangelhaft)
Jetzt alles nochmal im Detail:
Design:
Als aller erstes fällt natürlich das neue Design auf. Es hat mich von Anfang an begeistert. Farbe und Muster geben abwechselungsreiche Eindrücke abhängig von Lichteinfall und Betrachtungswinkel. Das Design ist dezent, aber alles andere als neutral. Mit Ausnahme der Unterseite und des Displayrahmens bietet das Notebook Glanzlack-Optik. Das ist anfangs hübsch anzusehen, doch Fingerabdrücke und Kratzer sind unvermeidbar. Mich stört dies allerdings nicht, wird der Anblick des Geräts mit der Zeit doch ohnehin Alltag. Interessanter ist die Frage, wie sich die glatte Oberfläche als Handauflage bewährt. Die Hände rutschen nicht so schön, wie bei rauen Oberflächen. Zudem spiegelt sich das Display, was z.B. beim Filme schauen im Dunkeln leicht stört. Insgesamt bleibt die Erkenntnis, dass hier der erste Eindruck überzeugen soll, auch wenn die Praktikabilität und Langzeitwirkung ganz leicht dabei verliert.
Gehäuse:
Das gesamte Äußere des Samsung R580 macht einen sehr homogenen Eindruck. Die wesentlichen Elemente sind alle aus einem Guss. Keine überflüssigen Kleinteile. Die Verarbeitung ist spitze. Kein Teil wirkt billig, ganz im Gegenteil. Die Handauflage und der Displaydeckel lassen sich leider etwas durchbiegen, was darauf hindeutet, das man das Notebook besser nicht mit zuviel Druck belastet. Die Erfahrung habe ich in der Tat bei dem in dieser Hinsicht sehr ähnlichen R70 gemacht, welches ich im vollgestopften Rucksack auf Backpacker-Reise durch Asien geschleppt habe. Das Display hat an einer kleinen Stelle einen ganz leichten Blauschimmer bekommen, wahrscheinlich weil dort irgendwann einmal zuviel Druck ausgeübt wurde. Der Rest des R580 ist aber sehr stabil. Packt man das Notebook geöffnet an einer Ecke und hält es horizontal gibt es kein Biegen oder Knarren. Die Haupt-Lüftung liegt hinten, sodass erstens die Hitze und zweitens die Geräusche weniger stören. Fast alle Anschlüsse des Notebook liegen auf der linken Seite des Geräts. Rechtshänder werden klar bevorteilt, denn auf der rechten Seite sind nur im hinteren Bereich zwei USB-Anschlüsse. Ich bin Rechtshänder und zufrieden. Das Netzkabel zum Netzgerät ist sehr kurz, es reicht nur gerade so auf Tischhöhe. Aber diese Kabel gibt es wie Sand am Meer, ein Austausch stellt kein Problem dar. Manche werden das kurze Kabel vielleicht sogar schätzen.
Hitze und Lärm:
Gibt es beides nicht wirklich. Die Komponenten werden nicht wärmer als 35°. Auch hält man die Hand vor den Lüfter merkt man selbst nach vielen Stunden intensivem Dauer-Einsatz kaum Wärme. Aus Erfahrung weiß ich, dass dies sich mit den Monaten und Jahren aber doch stark ändert. Mein vier Jahres altes Samsung R50 hatte anfangs ähnliche Temperaturwerte, inzwischen muss es regelmäßig wegen über 70° Hitze notabschalten. Mein R70 entwickelt inzwischen auch deutlich mehr Hitze und Lautstärke als zu Anfang. Andere Geräte, z.B. Apple iBooks oder IBM/Lenovo Thinkpads haben eine längere Lebenszeit. Natürlich hängt es auch mit dem Einsatzgebiet zusammen. Ein Notebook, das immer in Frieden sein Dasein auf einem Schreibtisch fristet wird keine Probleme bekommen. Die Festplatte und das DVD-Laufwerk geben im laufenden Betrieb natürlich ein gewisses Summen von sich und das DVD-Laufwerk vibriert auch einwenig, aber alles im normalen Rahmen.
Mobilität:
2,6kg Gewicht sind für die 15,6" Geräteklasse ein Spitzenwert. Wer etwas leichteres will, der muss ein kleineres Notebook wählen. Der zweite entscheidende Punkt in Sachen Mobilität ist die Akkulaufzeit und hier enttäuscht das R580. Die R522 waren diesbezüglich besser. Woran liegts? Am Prozessor? An der Grafikkarte? Nun, das R580 bietet mehr Leistung als das R522, der Akku ist aber gleich geblieben. Ich finde es schade, dass man beim Akku spart. Wenn man ein für seine Klasse so leichtes Notebook konstruiert, warum stattet man es dann nicht mit einem guten Akku aus und macht es so zu einem echt mobil einsatzfähigen Gerät? Bei hoher Last (höchste Beleuchtung, WLAN, Bluetooth aktiv, DVD abspielend und mehrere Programme laufend) schafft das Notebook unter WinXP keine 1:30min, unter Windows 7 immerhin knapp 2 Stunden (Hinweis: Ist der Battery Life Extender aktiv wird der Akku nur 80% geladen und die Akkulaufzeit ist nochmals kürzer). Bei Normallast (mittlere Beleuchtung, über WLAN im Internet, einzelne Programme laufend) sind unter Windows 7 keine 3 Stunden zu erreichen. Zudem ärgert mich extrem dass meine Akkus vorheriger Geräte der Reihe inkompatibel mit den jeweils neueren Geräten sind. Ich bin mir sicher, theoretisch wären sie kompatibel. Aber das Gehäuse ist so konstruiert, dass obwohl der Akku exakt die selben Maße hat, durch eine unnötige leicht unterschiedliche Einbuchtung, die Akkus nicht Geräte übergreifend passen. Ist das Absicht oder nur Ignoranz seitens Samsung?
Display:
Das Display ist in meinen Augen die große Schwäche des Geräts. Nicht nur, dass es sich leicht biegen lässt. Die geringe Auflösung von 1366x768 ist jedoch nur ein kleiner Kritikpunkt. Die Nachteile eines spiegelnden Displays sollten auch allgemein bekannt sein und niemanden überraschen. Die Helligkeit ist ausreichend, mit Ausnahme vom Außeneinsatz bei starkem Sonnenschein. Das Spektrum der möglichen Blickwinkel auf das Display ist völlig in Ordnung. Mein entscheidender Kritikpunkt betrifft das Kontrastverhältnis, welches schlichtweg erbärmlich ist. Der Schwarzwert liegt viel zu hoch. Die schlechten Kontraste machen ambitionierte Fotobearbeitung eigentlich unmöglich. Auch Filme mit besonders dunklen Szenen verlieren stark an Wirkung und sind allgemein natürlich weniger kontrastreich. Bei Officearbeiten spielt das keine große Rolle. Insgesamt komme ich zu einem Schluss: Wenigstens bei der Anwendung zu Hause möchte ich einen externen Monitor einsetzen. Bei längeren Auslandsaufenthalten, Reisen, Kurztrips, Verwandtenbesuchen oder dem alltäglichen Gang zur Uni ist mir eine Displaygröße von 15,6" aber schon wichtig. Bei Officearbeiten in der Uni stört mich das schlechte Kontrastverhältnis wie erwähnt noch nicht. Doch wenn ich auf Reisen meine Fotos begutachten und bearbeiten möchte, dann werden meine Ansprüche leider nicht erfüllt.
Performance:
Bei Notebook-Prozessoren erscheinen mir im Moment die Arrandale (i3,i5,i7) und Penryn Core 2 Duo Prozessoren der P-Reihe (alle von Intel) die sinnvollste Wahl. Mehr Leistung bekommt man mit den Arrandale Prozessoren, die Penryn P-Reihe ist etwas stromsparender, trotzdem leistungsfähig.
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