... vor allem natürlich unter Berücksichtigung des Preises. Auch wenn ich also schon mit "preisangepassten" Erwartungen an das Teil heranging, war ich überdurchschnittlich angenehm überrascht. Erster Eindruck, noch vor dem Einschalten, "mann, ist die klein". Und leicht. Nicht gespart habe ich übrigens bei der Speicherkarte, 32 GM Sandisk Extreme Pro.
Leider nur 50i bei Full HD, so dass am Full HD-Monitor die 720p fast besser aussieht. Bei Außenaufnahmen völlig unproblematisch und kein Bedarf, etwas an den Vorgaben der Idiotenvollautomatik zu ändern. Bei schlechteren Lichtverhältnissen, wir reden hier schon von Dunkelheit, bei der man bei jeder Digiknipse, so gut sie auch sei, den Blitz benötigt, ist leichtes Rauschen sichtbar, bei Videos wie bei Bildern. Fällt bei Bewegtbildern natürlich weniger auf. Aber mit 20-fach Zoom kann man bei solchen Verhältnissen mit keinem "Fotoapparat" mehr vergleichbare Bilder machen. Der Bildstabilisator wirkt sich mindestens so segensreich aus, wie der von semiprofessionellen Spiegelreflexobjektiven. Auch die Fähigkeit rasant Serienbilder bei schummriger Beleuchtung zu machen ist beachtlich. Von den 20 Bildern, die so entstehen, ist immer mindestens eins scharf ... bei mir jedenfalls :-) Allerdings ist je nach Beleuchtungsart der automatische Weißabgleich nicht zufriedenstellend, so dass ich hier eingreifen muss. Gut, wenn man ein weißes A4-Blatt dabei hat, dann sind die Bilder nach manuellem Weißabgleich plötzlich wieder richtig schön. Besonders schlecht arbeitet die AWB im Licht von Energiesparlampen. Auch die Presets (Sonne, Birne, Leuchtstoffröhre ....) taugen da nichts, aber, wie gesagt, manuell läßt sich auch wildes Mischlicht prima in den Griff bekommen. Also Videoqualität mehr, als erwartet, Fotoqualität ... besser als nichts, mir fehlt es etwas am Tonwertumfang und man muss schon genau wissen, was man tut, (Belichtung reduzieren ...), dann ist man sicher nicht unzufrieden. Einen Vergleich mit den Bildern einer digitalen Spiegelreflex sollte man sich jedoch schenken :-)
Das eingebaute Schnittprogramm, das sich auch auf dem PC installieren läßt, ist für Basics ganz gut. Interessant finde ich auch die Myclip-Idee: Bei jedem Druck auf die entsprechende Taste werden rund um den Tastendruckzeitpunkt 8 Sekunden markiert, die sich später exklusiv wiedergeben oder automatisch zu einem Myclip-Clip zusammenschneiden lassen. So richtig tolle Ergebnisse habe ich damit noch nicht erzielt, aber es reizt mich, damit noch etwas zu experimentieren.
Der Ton haut mich nicht so um, bei leisen Motiven ist viel Hintergrundrauschen zu hören, das nicht nur aus der Umgebung kommen kann. Sobald jemand spricht, fällt es allerdings nicht mehr ins Gewicht. Für Ornithologen allerdings sicher ärgerlich.
Was mir noch auf Anhieb auffiel: Die wirklich einfache Bedienung. Display aufklappen und loslegen. Aus jedem Menüpunkt, egal wie tief, ist man durch Druck auf die Aufnahmetaste wieder im Standby und kann ebenfalls gleich loslegen. Der Touchscreen erlaubt einfache Manipulationen während der Aufnahme, aber man braucht viel Feingefühl, um Wackler zu vermeiden. Der manuelle Fokus gefällt mir weniger gut, da man "nur" schrittweise in Richtung nah oder fern steppen kann und keine Entfernungsangaben als Hilfsmittel bekommt. In der Sonne ist das unbrauchbar, denn das Display dient hier nur noch als grobe Schätzhilfe. Allerdings gibt es im manuellen Fokus auch einen AF-Button, der im Zweifel gedrückt werden kann, automatisch nach seinem Gusto scharfstellt, dabei kurz eine Entfernungsangabe zeigt, die nicht immer wahrscheinlich scheint, aber doch zu scharfen Aufnahmen führt, wenn die Automatik richtig geraten hat. Blöd nur, dass man manuell dann scharfstellen möchte, wenn die Automatik es aus irgendeinem Grund nicht schafft. Wer viel Zeit hat und kein flüchtiges Motiv, wird damit dennoch gut zurechtkommen; wenn es schnell gehen muss oder das Motiv sich bewegt, ist man in solchen - allerdings eher seltenen - Fällen aufgeschmissen.
Da ich viel klettere und nicht immer genau weiß, welche Hand in interessanten Augenblicken gerade frei ist, mag ich es sehr, dass die Camera sich automatisch darauf einstellt und weitgehend symmetrisch gebaut ist, so dass man auch bei der Bedienung nichts Besonderes beachten muss, wenn man sie in die andere Hand nimmt. Kleine Fußangel ist allerdings der Quick On Standby. In diesem Modus schaltet sich die Kamera nicht ab, wenn man das Display zuklappt, sondern bleibt für 5 Minuten mehr oder weniger im Standby. Wenn man nun die Kamera auf den Kopf stellt oder sie in die linke Hand nimmt und das Display zu einem ungeschickten Zeitpunkt öffnet, filmt man gelegentlich upside down. Ich nutze diesen Modus daher lieber nicht mehr.
Ebenso ist bis jetzt der Akku kein Highlight, aber das kann sich noch ändern.
Langer Rede kurzer Sinn: Für diesen Preis kann man nichts falsch machen. Wer sich ein noch schmaleres Budget auferlegt, kann auch die Q10 nehmen. Auf den ersten Blick hat sie nur ein zehnfach Zoom, allerdings ist nach meinem Geschmack die Bildqualität auch um 130 EUR schlechter. Das mag vielleicht daran liegen, dass das 20-fach Zoom länger mit maximaler Blendenöffnung filmt, also bei 10-fach Zoom noch nicht so lichtschwach ist, wie das der Q10, aber ich habe das nur kurz getestet und kann diese Spekulation nicht belegen. Und ich habe das Gefühl, dass der Chip schlechter auflöst. Diese Informationen sind den gängigen Datenblättern kaum verlässlich zu entnehmen, so dass ich auch hier spekuliere. Wie dem auch sei, ich würde die Q20 vorziehen und wieder kaufen ... und nicht nur, weil meine Söhne die Coooool finden :-) ... und gehe sogar soweit, vorherzusagen, dass meine bisherige 3-Chip-Sony, die immer noch super klare DV-Videos macht, arbeitslos werden wird. Gewicht und Größe, kleinere Auflösung bei überragender Qualität und endloser Akkulaufzeit bei der Sony versus hosentsaschentaugliche 720p bei der Samsung ... schwere Entscheidung, wenn man eh mit großem Gepäck reist und sensationelle Sehenswürdigkeiten aufnehmen will, ansonsten leichte Entscheidung.