Schon lange habe ich mit einem Roboterstaubsauger geliebäugelt. Der Grund, wieso ich mir keinen gekauft habe, war, dass ich kein Gerät wollte, das systemlos durch die Wohnung irrt und mit allem kollidiert, was sich ihm in den Weg stellt. Dementsprechend gross war meine Freude, als ich entdeckte, dass Samsung offenbar auch dieser Auffassung war und sich dem Problem bereits angenommen hatte.
Gesehen, gekauft.
1. Auspacken
Der Navibot ist komplett zusammengebaut. Begleitet wird das Gerät von zwei Virtual Walls, einer Fernbedienung, der Ladestation und Ersatzbürsten.
2. Installation
Die ist ziemlich einfach. Ladestation aufstellen, Navibot einschalten und in der Ladestation plazieren, fertig. Plug and play.
3. Der Betrieb
Um den Betrieb besser beschreiben zu können, werde ich mich an den von Samsung aufgezählten Features orientieren und sie bewerten:
- "Visionary Mapping System für effizientes und gründliches Reinigen"
Dies war der Hauptgrund, wieso ich ihn gekauft habe. Ich wollte nicht Tage warten, bis der Sauger den Staub unter dem Bett entdeckt, weil er zufällig an den Stuhl gestoßen ist und deshalb über den Kasten den Weg unter das Bett gefunden hat.
Und tatsächlich: diese Arbeit verrichtet er gut. Er saugt auch hinter Hindernissen und lässt keinen Bereich aus. Manchmal braucht er zwar einige Sekunden und scheint ein wenig verwirrt, wenn er an ein Hindernis stößt; nachdem er sich aber wieder gefasst und seine Karte ergänzt hat, geht es schon wieder weiter.
- "Reinigungsdauer: 80m² ca. 90 min. ; 25m² ca. 19 min."
Diese Angaben scheinen zu stimmen. Dabei ist jedoch anzumerken, dass der Navibot auf Teppich mit langen Fasern eindeutig länger hat.
- "Turbobürste zur effizienten Reinigung von Tierhaaren"
Die Reinigungsleistung des Navibot ist gut. Es handelt sich hierbei allerdings nicht um einen richtigen Staubsauger, sondern um einen Kehrroboter, welcher einen Unterdruck erzeugt. Somit wird nur Staub, der sich direkt unter der Bürste befindet, eingesogen. Dabei helfen jedoch die Seitenbürsten, welche losen Staub unter den Navibot "schaufeln". Die Bürste hat auch den Vorteil, dass der Staub am Boden gelöst und eingesogen wird.
Schwächen zeigt das Gerät in Ecken und an Stellen, an welche es nicht herankommt, weil diese zu schmal sind. Letzteres ist jedoch systembedingt und kann dem Gerät nicht als negativ angelastet werden. Der Roboter soll auch nicht einen Staubsauger ersetzen, sondern die Reinigung ergänzen. Und das macht er echt gut.
- "Auto Homing & automatisches Aufladen in nur zwei Stunden"
Diese Funktion ist beim Navibot besonders gut gelungen, weil er immer zurück zur Ladestation findet. Es hat also nichts mit Zufall zu tun, wenn der Sauger zurück zur Basis findet. Eine tolle Sache.
- "7 Anti-Kollisions-Sensoren zum Schutz der Möbel"
Jein. Hier zeigt der Navibot durchaus Schwächen. Grundsätzlich erkennt er Möbel und andere Gegenstände. Sogar für ein leeres Wasserglas, welches ich auf den Boden stellte, hat er gebremst. Ist jedoch ein Hindernis zu schmal (Stuhlbein) oder befindet es sich weit seitlich der Sensoren, rauscht der Navibot unbeirrt hinein. Ebenfalls Schwierigkeiten hat der Navibot mit dunklen und matten Flächen. Die erkennt er nicht immer als Hindernis.
Trotzdem ist er auch für diese Fälle gut ausgestattet. Die Vorderseite ist mit weichem Gummi überzogen und wie eine Stossstange abgefedert. Ebenfalls besitzt er im vorderen Bereich einen Haken, welcher als eine Art "Unterfahrschutz" funktioniert. Obwohl mir lieber wäre, wenn er mit besseren Sensoren ausgestattet wäre und Kollisionen zu 100% verhindern würde, habe ich keine Bedenken, dass das Gerät tatsächlich etwas beschädigt. Dafür ist die Kollisionsgeschwindigkeit zu tief und das Gerät zu gut gedämpft.
- "Zwei Virtual-Guards als räumliche Schranke"
Die scheinen ganz praktisch zu sein. Ich habe sie aber noch nicht ausprobiert.
- "Drei Kliff-Sensoren für Treppen"
Diese Funktion habe ich ebenfalls nicht getestet. Meine Wohnung ist nicht mehrstöckig und ich habe ihn auch nicht auf einem Tisch aufgestellt. Auf Youtube gibt es aber Videos, die zeigen, dass das gut funktioniert.
- "7 Reinigungs-Optionen: Auto Mode, Max Mode, Soft Clean Mode, Flecken Mode, Manuell, Reinigungsende-Vorwahl, Wochen-Zeitplan"
Ich habe ihn eigentlich immer im Timer-Modus, damit er läuft, wenn ich nicht da bin. Ich time ihn immer so, dass sich der Flugstaub bis zur Reinigung gesetzt hat. Den Ausdruck "Wochenzeitplan" finde ich jedoch übertrieben, da man nur die tägliche Reinigung programmieren kann und keine Tage.
- "Selbstanpassungs-Funktion bis 1,5cm: Gleiche Reinigungswirkung bei Unebenheiten des Boden"
Diese Funktion ist sehr praktisch. Im Badezimmer habe ich weichen Teppich mit Fasern bis zu zwei Zentimeter. Obwohl er hier anfangs sichtlich und vor allem gut hörbar Schwierigkeiten hat, schafft er nach einer kurzen Denkpause auch diese Aufgabe. Für den Fall, dass die ganze Wohnung mit Teppich mit langen Fasern ausgestattet ist, habe ich jedoch so meine Bedenken.
- "Zwei Seitenbürsten für gründliches Reinigen in den Ecken"
Die Seitenbürsten sind praktisch, weil sie Staub unter das Gerät kehren können. Aber dass das Gerät in den Ecken reinigt erachte ich als übertrieben.
- "HEPA 11 Filter: 5-stufiges Filtersystem, besonders geeignet für Allergiker"
Das ist ein tolles Feature. Im Gegensatz zu älteren Modellen, welche den Staub z.T. wieder herausgeblasen haben, bleibt feiner Staub tatsächlich im Behälter.
- "Kapazität Staubbehälter: 0,6 Liter"
Die Kapazität ist ausreichend. Aufgrund des Hepa-Filters sollte das Gerät sowieso öfters entleert werden.
- "Staubbehälter besonders leicht zu entleeren"
Der Staubbehälter lässt sich leicht entleeren und reinigen. Toll ist, dass man ihn mit dem normalen Staubsauger - den es immer noch braucht - aussaugen kann.
4. Fazit
Beim Navibot handelt es sich um ein innovatives Haushaltsgerät. Es ersetzt jedoch keinen manuellen Staubsauger. Gewisse Stellen kann das Gerät nicht reinigen. Wer aber wenig Zeit hat und dabei Wert auf eine gewisse Grundsauberkeit legt, sollte sich die Anschaffung durchaus überlegen. Seine Arbeit verrichtet der Navibot zuverlässig. Weder Kabel noch Schwellen sind für ihn ein Hindernis. Teppiche (getestet mit Fasern von 2cm) reinigt er auch gut. Hier ist er aber deutlich lauter und langsamer unterwegs. Eine gute Anschaffung, an welcher man - so Samsung will und den Navibot genügend stabil gebaut hat - lange seine Freude haben wird.
Aufgrund der Tatsache, dass der Navibot aber nicht immer alle Hindernisse erkennt und Ecken nicht richtig reinigen kann, habe ich ihm einen Stern abgezogen.
Ein eben (fast) perfektes Haushaltsgerät.