Um es gleich vorweg zu sagen: Wer sich für eine Anschaffung des CLX-3185FW entscheidet, kann kaum etwas falsch machen. Das kompakte Design, der flüsterleise Druck nach einer angenehm kurzen Aufnahmenphase und die hohe Qualität der Ausdrucke bilden ein Ensemble, das unter den Laser-Multifunktionalgeräten Seinesgleichen sucht - aber derzeit wohl kaum finden wird.
Angesichts dieser Stärken, sind manche Schwächen umso unverständlicher. Dazu zählen ein unnötig kleines Display, wie man es noch aus der ersten Generation von Schwarz-Weiß-Laserdruckern kennt, das sich aufgrund seiner horizontalen Anordnung schlecht oder gar nicht ablesen lässt, wenn man nicht gerade senkrecht von oben auf das Gerät blickt. Wer wie ich genötigt ist, den CLX-3185FW ca. 15 cm oberhalb der Schreibtischhöhe aufzustellen, muss mit Problemen rechnen oder gelegentlich einen Stuhl zu Hilfe nehmen, um die Anzeige zu lesen. Bei den Abmessungen muss zudem bedacht werden, dass das nicht sehr üppig bemessene Papiereinzugsfach, das zu häufigen "Nachladen" nötigt, zusätzlich ca. 10 cm hervorspringt. Dies ist eine Konzession an die Kompaktheit dieses elegant aussehenden Geräts, das sonst nur wenige Wünsche offen lässt. Ausdrucke in Farbe oder in schwarz-weiß sind einwandfrei und eingehende Faxnachrichten bestechend scharf; der Kopierer/Scanner arbeitet ungewöhnlich schnell, und der Deckel hat ein elastisches Scharnier für das Kopieren von Buchseiten. Das etwas eng bemessene Ausgabefach wirft das Papier wohltuend glatt und ohne Wellen oder gewölbte Seitenränder aus. Auch Papierstaus habe ich bisher nicht feststellen können.
Ein leidiges Thema ist die angeblich so einfache und per Knopfdruck (WPS-Taste) vermeintlich unproblematische Verbindung mit dem WLAN-Netz. Die Installation des Druckers ist dank der mitgelieferten CD einfach (ich verwende Windows 7 und Vista), wobei man sich unbedingt an die mitgelieferte Anleitung halten sollte. Für die Installation wird ein USB- oder ein Netzwerkkabel benötigt, das später entbehrlich ist. Das Handbuch, das im weiteren Verlauf der Installation ebefalls unabdingbar wird, liegt leider nur in elektronischer Form der CD bei. Es lässt sich noch nicht einmal als PDF-Datei laden, sondern nur über den Dialog mit dem vorher installierten Drucker (Icon). Dabei nervt der jedes Mal erscheinende Hinweis, dass das Handbuch speziell für den Internet Explorer von Microsoft optimiert sei, was man als Firefox-Benutzer immer erst wegklicken muss. Diese Art der Schleichwerbung für Microsoft ist völlig unnötig, weil das Handbuch auch in anderen Browsern perfekt dargestellt wird.
Leider sind die Druck- und Faxeinstellungen nicht wie bei anderen Druckern über den PC einstellbar bzw. veränderbar. Es gibt bisher kein Dialogprogramm zwischen PC und Drucker, durch das man die Geräteeigenschaften den eigenen Bedürfnissen anpassen kann: Man kann sie am PC lediglich abrufen, aber nicht verändern. Vielmehr muss man diese über das schlecht einsehbare und nicht ausgeleuchtete Display direkt am Gerät vornehmen, was z.B. bedeutet, dass auch jede Faxnummer der Kurzwahl von Hand eingegeben und am Gerät gespeichert werden muss. Das ist ein Rückfall in die Steinzeit der Drucksoftware.
Da ich den Drucker im Rahmen eines Netzwerks benötige (permanent 1 Desktop und 2 Notebooks), war die leichte Einbindung in ein WLAN-Netzwerk für mich kaufentscheidend. Hier fangen die Probleme an, die auch im Handbuch schlecht bzw. gar nicht dokumentiert sind. Nach der Installation der Druckertreiber auf allen beteiligten Geräten gibt es zunächst keine Probleme. Diese entstehen erst nach dem Ab- und Wiedereinschalten, dem Erwachen aus dem Standby-Betrieb des Geräts oder beim Neustart des Routers aufgrund der Vergabe sog. "dynamischer IP-Adressen", weil der Drucker seine Ansprechpartner dabei jedesmal "vergisst". Abhilfe schafft zunächst die WPS-Taste, die sich selbstständig im Netzwerk nach angeschlossenen Geräten umsieht. Dies geschieht aber oft erst durch mehrmaliges Wiederholen, was auf Dauer ziemlich nervig ist.
Die Eingabe einer festen IP-Adresse schafft Abhilfe, was aber nicht nur am Gerät selbst oder durch ein (leider in Windwos 7 nicht funktionierendes!) Hilfsprogrammauch am Rechner vorgenommen werden muss, sondern auch durch die Konfiguration des Routers. Die Sache ist etwas knifflig, zumal weitere Einstellungen dabei berücksichtigt werden müssen (Gateway), die jeden unerfahrenen Benutzer vor erhebliche Probleme stellen. Kurzum: entgegen den Versprechungen des Herstellers ist die Einbeziehung eines Netzwerkspezialisten der sicherste Weg, die volle Kabelfreiheit zu nutzen. Auch die kostenpflichtige Hotline von Samsung erwies sich als ziemlicher Flop. Der Mitarbeiter und die Mitarbeiterin, denen ich mein Problem schilderte, kannten sich mit diesem Gerät gar nicht aus ("zu neu") und mussten zulasten meiner Telefonrechnung erst in ihren Handbüchern nachsehen. Mein letztlich innovativer Vorschlag, wie ich das Problem evtl. lösen könnte (s.u.), wurde von einer Mitarbeiterin sogar als nicht gangbar abgelehnt - was sich im Nachhinein als völliger Unfug herausstellte. Ich hatte den Eindruck, sie wollte mich loswerden, weil sie das an sich ganz einfache Problem überforderte. Ein anderer Mitarbeiter gab das unumwunden zu.
Mein Rat für diejenigen, die den Drucker im Netzwerk verwenden wollen und keinen Fachmann für Netzwerke in Reichweite haben: Verbindet nach Möglichkeit den Drucker permanent via LAN-Kabel mit dem Router des Netzwerks, installiert die Druckertreiber auf allen Rechnern und es gibt keine Probleme mehr! Diese Lösung ist zwar nicht ganz "wireless", aber immer noch kabellos genug, um an diesem Gerät viel Freude zu haben und die multiplen Zugriffsmöglichkeiten zu nutzen. Noch freier ist man durch die Einrichtung einer festen IP Adresse, was direkt am Drucker (und - nur - bei der Erstinstallation via LAN-Kabel) eingestellt werden kann. Allerdings muss man das auch noch seinem Router beibringen. Und dabei kann man Einiges falsch machen.
Fazit: Ein wirklich gutes und für kleinere Büros hervorragend geeignetes Gerät, das qualitativ mit dem Großen durchaus mithalten kann, aber trotzdem nicht ganz hält, was es verspricht. Ein dickes Minus ist den Ingenieuren des Herstellers Samsung auszusprechen: für die nicht ausgereifte Software (IP-Adressen, fehlender Druckerdialog), die schlechte Hotline mit freundlichen, aber unqualifizierten Leuten und das wirklich mangelhafte Display. Da der CLX-3185FW eine verbesserte Version des Vorgängers CLX-3175 darstellt, sind solche Schwächen nicht zu begreifen. Aufgrund dieser Mängel muss es trotz Kompaktheit und Druckqualität bei 3 Sternen bleiben.