Die Anlage bietet einen Tuner, einen (mp3)CD-Player, einen Aux-Eingang sowie einen USB-Anschluss der mp3 und wma von Fat-formatierten Medien abspielt, als auch von den Quellen Tuner/Aux/CD aufnehmen kann und ist zusammen mit ihrer gößeren Schwester MM-D330, nach meinen Recherchen und zumindest in dieser Preisklasse, die derzeit einzige, die diese Funktionen bietet.
Die MM-D330 ist es auch, die ich jetzt eine Woche lang testete und hier beschreibe - beide sind in ihrem Funktionsumfang ident und unterscheiden sich nur durch die etwas höhere Ausgangsleistung und die 2-Weg Boxen (mit Bassreflexröhre)
Kurze Zusammenfassung am Ende.
Sie ist relativ leicht, hat keinen (hörbaren) Lüfter, und ist halbwegs solide verarbeitet. So ist die obere Seite mit den Bedienungstasten leicht nachgiebig, wenn man im Umfeld der Tasten [derer da sind: Power, USB-Rec, Funktion, |</<<, Stop, Play/Pause, >>>| und CD-Open/Close] die Aluoberfläche drückt. Die CD-Lade, der AUX- und USB- sowie der Headphonesanschluss liegen hinter einer Klappe, die automatisch aufschnappt, wenn die CD-Lade öffnet und wieder zuschnappt, wenn die CD-Lade einfährt oder ein USB-Stick oder Kabel abgezogen wird. Schliesst man an einer der 3,5mm Klinkenbuchsen die unter dem USB-Anschluss liegen ein ext. Gerät oder Kopfhörer an, bleibt die Klappe offen. Deshalb und weil die CD-Lade nicht staubdicht ausgeführt wurde, was leicht zu bewerkstelligen gewesen wäre, finde ich, die Anschlüsse USB, AUX und Kopfhörer hätten besser woanders angeordnet werden oder die Klappe zweiteilig ausgeführt werden sollen, damit nicht so leicht Staub in die Anlage eindringen kann.
Das Design ist natürlich Geschmackssache, mir gefällt das schlichte Äußere, mit einer Reihe Tasten an der Alu-Oberseite und der prominenten aber doch dezenten silbernen Vol-Wippe. Das + und das ' an der Wippe sowie die Kontur der Wippe an der Oberseite sind in einem rel. Warmen Weißton beleuchtet. Durch die Spiegelung der beleuchteten Kontur im 'Klavierlack' sieht das von schräg oben gesehen aus wie ein Auge, was ich für einen gelungenes Gegenmoment zum sonst schlichten Design halte.
Diese Akzente leuchten nach vorne und leider auch nach hinten (Lüftungsschlitze) im Dunklen fast so hell wie ein Teelicht und weil die Dimmer-Einstellung hier nicht greift ist sie für ein Schlafzimmer, wenn man nicht gerade ein Nachtlicht will, ungeeignet.
Matter Kunststoff wäre mir wegen der Anfälligkeit der klavierlackähnlichen Oberfläche für Staub, Kratzer und Fingerabdrücke lieber gewesen.
Die Lautsprecher sind vorne ebenfalls Klavierlack-like gehalten, seitlich wurde den Pressspanplatten eine schwarze nach Holzfunier aussehende Beschichtung gegönnt. Hinten ist die dünne Spanplatte unbeschichtet und man sieht die Bassreflexröhre aus Kartonrohr (einer ...papierrolle ähnlich, aber etwas stabiler)
Die Fernbedienung ist kompakt, solide verarbeitet ' wenn auch ein einseitiger Überstand der Oberschale bemerkbar ist - und liegt rechts und links gut in der Hand. Sie bietet eine gute Anordnung der Funktionen, mit Orientierungsnippelchen auf den Tasten Stop und Play. Die Funktionsgruppe +10 -10 +50 für mp3-CD/USB Navigation hätte kleiner ausfallen und dafür anstatt der [F] Taste zum umschalten der Modi eigene Tasten für USB, Tuner und AUX integriert sein können, so wie es eine Taste ausgerechnet für CD (siehe unten) gibt.
Das Display ist ein aufgeräumtes einzeiliges Punkt-Matrix Display, leider um 1-2 Stellen zu kurz, denn alle mehr als einstelligen CD/USB Titel müssen durch das eine verbliebene Feld scrollen, während ein Play-Pfeil und die verstrichene Zeit angezeigt bleiben. Im Tuner-Mode erscheint entweder die Frequenz oder eine der RDS-Informationen, die man per FB auswählen kann.
Es gibt eine einstufige Dimmer-Funktion mit nur vernachlässigbarem Effekt im Vergleich zur Helligkeit der Wippe. Weiters wird die Dimmer-Einstellung nicht gespeichert und muss jedesmal neu eingestellt werden, wobei man dann immer die Uhrzeit, Demo und so weiter wegdrücken muss, die auf der selben Taste liegen. Sämtliche andere (aktivierten) Funktionen werden nur auf Auswahl bzw. beim Einstellen angezeigt.
Die Anlage startet im zuletzt benutzten Modi, die Lautstärke beim einschalten wird die zuletzt eingestellte sein, so sie kleiner als 10 (von 30) war, alles über 10 wird beim einschalten auf 10 runtergeregelt.
Der Equalizerfunktionen gibt es etliche, darunter diverse auf Musikstile abgestimmte, technisch definierte wie zb. mp3+ und drei selbstprogrammierbare, wobei man Tiefen/Mitten/Höhen in Stufen von 2 von -6 bis +6 einstellen kann.
Seltsam wirkt der Equalizer FLAT wo man ihn doch auch komplett ausschalten kann, was auch mal von selbst passiert. Ich konnte hier noch kein System erkennen, aber manchmal merkt sich die Anlage den eingestellen EQ, ein anderes mal verliert sich die Einstellung nach dem Neustart der Anlage. Ein Grund dürfte sein, dass bei einer USB-Aufnahme der EQ fliegt und nicht nachher wieder eingestellt wird. Ich sage Neustart, da sie im Vergleich zur Philips MCM760 die nur CD'USB Recording kann, deutlich ähnlicher einem Computer als einer "mechanisch"-elektronischen Anlage wirkt.
Der Klang ist auch bei ausgechaltetem EQ recht gut, auch wenn solche Details unnötig bis nervig sind. Auf den PowerBass hätte man verzichten können...
Die Anlage liefert also einen durchaus hörenswerten, weil klaren Klang, den ich als ziemlich ausgewogen, mit leichter Betonung auf dem von den kleinen Membranen voluminös hervorgebrachten Bass, beschreiben kann. Für den Preis ist der Klang jedenfalls ein großer Pluspunkt. Die max. Lautstärke mit 30 ist bei der MM-D330 jetzt nicht übermässig laut, aber den Nachbarn könnte man damit durchaus auf die Nerven gehen. Beim Basstest mit 'Missy Elliot - Pass that Dutch', der einen durchaus passablen Klang und speziell Bass im Vergleich zur MCM760 mit teuren Boxen hervorbrachte musste die Anlage bei Vol. 28/30 allerdings abgeregelt werden, da bei 29 und 30 die Lautsprechermembranen ein nicht lautes aber hörbares Klacken am Gehäuse erzeugten ' zu weiter Hub der relativ kleinen Membranen.
Im Vergleich zu einer Philips MCM760 sind die Schaltzeiten der einzelnen Modi deutlich länger aber aushaltbar, folgende Zeiten habe ich gemessen:
- Einschalten bis zum ersten Ton im Tuner: 9sec
- Aus dem Tunerbetrieb, bis die CD-Lade offen ist: 7sec
- mit offener CD-Lade auf Play bis die CD abgespielt wird: 10Sec
- während CD-Spiel auf Tuner: 8sec
- Stationswechsel im Tuner: 2sec
Der Empfang des Radio ist selbst ohne die relativ hochwertig wirkende, mitgelieferte Antenne (Coax-Anschluss) relativ gut und besser als bei der MCM760. Es gibt keine automatische Sendersuche mit Programmierung, aber wenn man das Spektrum durchscannt lassen sich die Sender recht einfach mit einer Art Menü-Taste speichern. Mono/Stereo sind umschaltbar und RDS und RDS PTY sind vorhanden. 15 Speicherplätze sind verfügbar, die auch nach einer Trennung vom Netzstrom über Nacht erhalten bleiben.
Die Aufnahme startet positiver Weise unmittelbar nach einem kurzen (< 1/4 sec) Aussetzer der Tonquelle Tuner/Aux.
Bei Abspielen einer CD, wird der aktuell abgespielte Titel neu gestartet und einzeln oder bei längerem Drücken der Rec-Taste die gesamte CD aufgenommen.
Die Aufnahme vom Tuner kann auch Timer-gesteuert gestartet werden, allerdings nur einmal und nicht täglich wiederholt - dennoch schaltet sich die Anlage zu der eingestellten Zeit auch an den folgenden Tagen ein, startet aber keine Aufnahme.
Weiters schaltet sie sich bei Timer-Aufnahme nach dem eingestellten Ende nicht aus, sondern läuft weiter bis sie dann, evt. Tage später ausgeschalten wird, ebenfalls ein leicht vermeidbarer Fehler wie dieser: bei laufender Sofort-Aufnahme kann der Sleeptimer nicht gestartet werden.
Die erzeugten .mp3 Dateien mit einer Bitrate von 160kbps werden nach der Aufnahmequelle sortiert in eigenen Ordnern auf dem USB-Medium abgelegt. Hier wurden sowohl ein 6 Jahre alter Cowon Mp3player sowie 2 Transcent und 1 Kingston
Stick erkannt. Eine externe Festplatte mit passender Formatierung habe ich nicht testen können ' Fat-Formatierung ist allerdings auch hier Pflicht.
Die CD-Aufnahme kann mit 4facher Geschwindigkeit erfolgen, was einen Makel des CD-Spieler wieder halbwegs ausgleicht: er ist ziemlich laut. Selbst mit 50% Lautstärke ist, bei leiseren Passagen der Musik, das Laufwerk auch in 2m Entfernung deutlich hörbar.
Das sollte nicht so sein, denn gerade nur für die Funktion CD gibt es einen Knopf auf der FB, andere Funktionen müssen an einer F-Taste durchgezappt werden. Das Umschalten der CD-Titel geht recht rasch. Eine mp3-CD habe ich allerdings nicht getestet.
Für den Einsatz im Schlafzimmer (ein Sleeptimer ist vorhanden) oder Menschen die gerne auch leise Musikhören ist der CD-Spieler zusätzlich zum hellen, nicht dimmbaren Licht durch die Eigengeräusche absolut ungeeignet.
Teilweise 'Abhilfe' kann hier der USB-Port bringen, wenn man nicht schon ohnehin kaum noch die silbernen Scheiben verwendet.
Die Navigation in den Ordnern auf USB/CD ist mit Tasten Ordner auf/ab , Titel vor/zurück sowie den Tasten Titel +/-10 und +50 ziemlich einfach. Der Ordnername scrollt auf 16?
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