Nachdem mein alter Drucker (ein Canon IP4300) den Geist aufgab musste schnell etwas neues her. Da ich mittlerweile fast nur noch Texte drucke fiel die Wahl auf einen S/W-Laserdrucker und der Samsung ist es vorrangig wegen der bisher guten Bewertungen und seinem unschlagbaren Preis geworden. Den Drucker habe ich direkt über Amazon bezogen und die erste Überraschung gab es schon vor dem Auspacken: auf der ebenfalls sehr kompakten Verpackung ist ein Logo überklebt, das normalerweise auf das fehlende USB Kabel hinweist. Und siehe da: anders als hier bei Amazon beschrieben liegt ein USB-Kabel bereits bei.
Vom Auspacken, über den Aufbau bis hin zur ersten gedruckten Seite vergehen wirklich nur wenige Minuten. Der Aufbau ist kinderleicht und wird durch ein Faltblatt mit eindeutigen Schritten bildlich dargestellt. Wer einen Blick ins Handbuch werfen möchte muss erst den PC anwerfen denn dieses gibt es nur digital auf der beiliegenden CD. Hier findet man natürlich auch die Treiber sowie ein wenig Zusatzsoftware auf die ich später nochmal zurückkomme.
Steht der Drucker dann betriebsbereit auf dem Tisch muss ich sagen, dass er verglichen mit Tintenstrahlern oder anderen Laserdrucken wirklich verdammt klein ist. Von den kompakten Maßen in der Tiefe sollte man sich aber nicht blenden lassen. Im Betrieb muss schließlich das Papierfach nach vorne ausgeklappt werden und nach hinten heraus schauen noch das Strom- und USB-Kabel (siehe mein Kundenbild). Der Drucker ist in einem matten schwarz gehalten und erhält ein wenig Kontrast durch den oberen Rahmen sowie das Papierausgabefach, welche in einfachem grau gehalten sind. Die oberen Flächen präsentieren sich in Hochglanz und dürften Staub magisch anziehen... Bei den grauen Elementen hätte ein Silber-Grau als Farbe dem Drucker sicherlich noch einen edleren Touch verliehen, aber man kann nicht alles haben. Insgesamt kann man sagen er ist unauffällig und schnörkellos, was mir durchaus gefällt.
Als Bedienelemente findet man lediglich zwei gut erreichbare Tasten sowie zwei dezente Status-LEDs auf der rechten oberen Seite. Nach Betätigung des Ein/Aus-Tasters rödelt der Drucker kurz herum und ist in wenigen Sekunden bereit für den Druck. Anders als bei so manchem Tintenstrahler muss man hier nicht eine gefühlte Ewigkeit warten. Wo die Tintenschleuder zum x-ten mal den Druckkopf zum Reinigen über den Schwamm fährt hat man mit dem ML-1860 schon zahlreiche Seiten gedruckt. Der Drucker wird als sehr leise beworben, was ich nur bedingt bestätigen kann. Er ist in der Tat leiser als die meisten seiner Kollegen, aber zum entspannten Arbeiten reicht das noch lange nicht wenn er erst mal loslegt.
Das Treibermenü gibt sich wie der Drucker selbst relativ spartanisch und ist auf das Wesentliche reduziert. Seitenformat, Papierform, Anzahl der Kopien samt Sortierfunktion usw. findet man hier auch wie bei eigentlich jedem Drucker. Etwas interessanter ist die Rubrik Grafik, wo man Einfluss auf die Druckqualität bzw. das Einsparen von Toner nehmen kann. Die Qualität lässt sich zwischen "normal" und "beste" wählen, was offenbar nur einen geringen Einfluss auf die Druckgeschwindigkeit hat. Die Option "beste" liefert bei Grafiken und Fotos ein klareres Bild während bei normaler Einstellung z. B. runde Kanten an grafischen Objekten "klotzig" wirken. Das Schriftbild selbst ist unabhängig hiervon immer scharf. Beim Text gibt es die interessante Möglichkeit den Kontrast in drei Stufen zu wählen. Das macht dann Sinn wenn z. B. der Text nicht in schwarzer Schrift vorliegt, sondern in irgendeiner eher kontrastarmen Farbe. Für die ganz Harten gibt es auch die Möglichkeit jeglichen Text immer in Tiefschwarz zu drucken, was für Texte mit mehreren unterschiedlichen Farben praktisch sein kann.
Neben den genannten Spitzfindigkeiten kann man noch den Toner-Sparbetrieb sowie allgemein die Helligkeit beeinflussen. Ein erweiterter Reiter bietet noch die Möglichkeit frei definierbare Wasserzeichen oder Texte (z. B. vertraulich oder Sachbarerbeiter Mustermann) einzufügen, die den eigentlichen Druck überlagern. Alle vorgenommenen Einstellungen lassen sich in jedem der Reiter als Vorlage bzw. Profil abspeichern. Beim Drucken selbst poppt wenn gewünscht in der Task-Leiste ein kleines Menü auf und zeigt den Druckerstatus. Den Tonerstand in Prozent und Meldungen wie z. B. kein Papier im Fach bekommt man hier ebenfalls angezeigt.
Die Ausdrucke wissen zu gefallen. Das Schriftbild ist gestochen scharf - auch unter der Lupe ;-) Bei größeren Grafiken und Fotos schleichen sich teilweise leicht angedeutete Streifen ein, die offenbar vorrangig der Musterung geschuldet sind, die der Drucker verwenden muss um die Graustufen darstellen zu können. Dieser Effekt ist eher geringfügig und stört den insgesamt positiven Eindruck nicht (andere Laserdrucker liefern hier durchaus schlimmeres).
Optional kann man noch das Programm Easy Printer Manager installieren - oder man lässt es lieber gleich bleiben denn es bietet keinen echten Mehrwert. Im Gegensatz zum Treiber kann man hier noch die Zeitspanne für den Stromsparmodus einstellen oder die Seriennummer des Geräts sehen. Die meisten Anzeigen des Programms sind relativ unnütz. Im Großraumbüro mit Arbeitern, die den Drucker als unbezwingbares Wunderwerk der Technik ansehen, mag evtl. noch das Alarm-Management hilfreich sein, das Fehler per E-Mail versenden kann oder ein Fehlerprotokoll aufzeichnet. Per Mausklick kann man in dem Programm ansonsten noch die Konfiguration oder die internen Betriebsdaten des Druckers ausdrucken lassen. Warum man diese nicht einfach ausliest und anzeigt ist mir ein Rätsel. Die beiden Seiten kann man übrigens auch ohne die Software drucken lassen indem man im eingeschalteten Zustand die zweite Taste für 10 (Konfiguration) bzw. 15 Sek. (Betriebsdaten) gedrückt hält. Letzteres ist durchaus interessant denn so stehen hier diverse Informationen wie bisher gedruckte Seiten, durchschnittliche Deckung und die daraus berechnete Seitenzahl, die der Toner noch halten müsste.
An die Software ist auch die zweite Taste des Druckers gekoppelt um Bildschirminhalte mal eben schnell auszudrucken. Über die Taskleiste kann man auch eine Capture-Funktion starten, die es erlaubt bestimmte Bildschirmbereiche für den Druck zu wählen. Diese muss man allerdings nicht sofort drucken und so kann man auch mehrere verschiedene Bildschirminhalte auswählen und diese dann frei auf der virtuellen Seite arrangieren ehe man sie ausdruckt.
Wenn ich ein kurzes Fazit geben soll: mit dem ML-1860 erhält man einen sehr preiswerten Laserdrucker mit einwandfreiem Druckbild, der im Funktionsumfang auf das Wesentliche reduziert ist. Mit seinen kompakten Abmessungen und dem schlichten Design findet er Platz auf jedem Schreibtisch. Die kurze Startphase und die akzeptable Lautstärke runden den insgesamt sehr positiven Eindruck ab.
Noch ein Kritikpunkt, der eher in Richtung Amazon geht. Die Artikelbeschreibung verschweigt eine nicht unbedeutende Kleinigkeit, die man nur versteckt in den technischen Details oder auf der Produktseite von Samsung findet. Der Drucker wird lediglich mit einem Start-Toner ausgeliefert, der nicht voll befüllt ist und nur für ca. 700 Seiten reicht. Die normale Kartusche reicht hingegen für ca. 1.500 Seiten.