+ toller Kontrast
+ super Farben
+ super Blickwinkel
+ dunkles schwarz
+ schnelle Reaktionszeit
+ 60Hz und 24p fähig
+ dezente Standby-Leuchte
+ nicht zu matt, nicht zu glänzend
+ tolles Design
+ sehr viele Einstellmöglichkeiten
- De-Interlacing hat Geister-Effekt
- VGA-Eingang mit Digital-Ton, DVI-Eingang mit Analog-Ton
- braucht 6 Sekunden zum einschalten
Im Detail
Ich besitze seit wenigen Tagen das 32" Modell und bin damit extrem positiv überrascht. Die Technischen Aspekte hatte ich schon vorab geklärt (Handbuch gibt's zum Download vom Hersteller), darum beschränke ich mich auf die relevanten Sachen.
Bild:
Die Voreinstellung für Digital-TV (DVB-T) und analog (Antenne, Kabel) ist sehr scheußlich. Bei DVB-T Signalen ist das Bild sehr stark komprimiert und die digitalen Artefakte (Klötzchen, unscharfe Bereiche) werden durch den eingestellte Schärfe und die übertriebenen Farben nur verdeutlicht. Also die Farben auf 50% und die Schärfe auf 10% senken und schon schaut das ganze richtig gut aus. Für analoge Signale gilt's ähnlich, je nach Signalstärke vom Kabel.
Man kann für jede Eingangsquelle die Bild- und Ton-Einstellungen anders haben. So hab ich bei DVB-T die Schärfe ganz unten, bei analog-TV das rauschen weg, und über VGA (PC) alles auf High Definition optimiert.
Ton:
Der Fernseher hat zwei Lautsprecher untern, die durch eine gekrümmte Lippe an der Unterseite zum Zuschauer gelenkt. Hat man das Gerät auf Holz stehen, wird der Klang von der Holz-Oberfläche reflektiert und somit noch deutlich verbessert. Wird auch mehr als ausreichend laut das Ding, 20% Lautstärke reichen für Fußball mit 20 Zuschauern im Wohnzimmer locker aus. Wer's etwas ernster meint, kann über Toslink die Stereo-Anlage oder sein Surround-System anschließen.
Bedienung:
Die Fernsteuerung ist für meinen Geschmack ein Tick zu groß aberlogisch aufgebaut und sieht nicht zu billig aus. Das Batteriefach ist innen mit einem kurzen Nylonband gesichert, so kann der Deckel nicht mehr verschwinden.
Die Menüs sind übersichtlich und man kommt auch ohne Handbuch gut klar, allerdings etwas träge in der Reaktion. Zum Ausgleich gibt es das "Tools" Menü (extra Taste an der Fernbedienung) wo man die wichtigsten Bild- und Ton-Einstelungen durch wählen kann. Wenn man den Fernseher also erst mal eingestellt hat, braucht man das große Menü gar nicht wieder.
Nennenswert ist die "PRE-CH" Taste, die zwischen dem aktuellen und dem direkt davor eingestellten Sender wechselt. So kann man bequem zwischen 2 Sendern hin und her schalten. Eine "AV"-Taste gibt es auch nicht, sonder eine "TV/DTV" Taste (schaltet auf analog und DVB-T) und rechts daneben die "Source"-Taste, die zwischen allen anderen Quellen (HDMI 1,2,3, VGA, Composite, S-Video) herum schaltet. Das und die großen Tasten und Aufschriften macht das ganze auch seniorenfreundlich.
Es gibt auch eine Taste, um zwischen den Bildmodi zu wechseln. Wer einen Breitbild-Fernseher hat weiß, dass Privatsender gerne vergessen, die Format-Information mit zu senden. Dann wird eine Talkshow vorm Fernseher gestreckt und die Leute sind noch Dicker als normal, und Filme haben das falsche Seitenverhältnis. Einfach die Taste drücken, bis das Bild passt. Man kann auch stufenlos Zoomen bis die schwarzen Balken weg sind.
Kompatibilität:
Ich habe diesen Fernseher primär gekauft, um ihn an meinen Mac Mini mit XBMC als Medien-Center zu nutzen. Über VGA wird der Fernseher sofort als Display mit 1360x768 Pixeln erkannt, also etwas mehr als 720p. Das Display selber hat 1366x768 Pixel, also sind links und rechts schwarze Balken mit 3 Pixeln Dicke, was aber gar nicht auffällt. Wer mag kann das Bild noch in alle Seiten bewegen oder zoomen, allerdings wird's dann unscharf. Die Auto-Kallibrierung funktioniert hier super, per Hand wird's auch nicht besser.
Der Fernseher macht als PC-Bildschirm 60 Hertz (Standard bei TFT-Monitoren), also gibt es hier kein Ruckeln. Normale Fernseher in Deutschland haben nur 50 Hertz. Die Farben sind von Haus aus top und es ist eigentlich keine Kallibrierung mit dem Computer nötig. Über VGA ist das Bild sehr scharf und lebendig und ohne Wellen, Rauschen, wackeln oder sonstigen Störungen, die bei der analogen Verbindung üblich sind. Das Bild wird über DVI (mit einem billigen DVI-zu-HDMI-Adapter) nicht merkbar besser, aber wenn man's schon hat, soll man's auch nutzen. Etwas komisch finde ich nur, dass über VGA (analoges Bild) der Ton digital ist (Toslink), aber beim DVI-Eingang der Ton analog ist (Composite, nur Stereo). Man sollte meinen, dass Computer mit VGA-Ausgang auch nur analogen Sound haben, und welche mit DVI auch entsprechend einen digitalen Sound-Ausgang haben. Beide Wege liefern aber gleich gute Ergebnisse, wie ich finde. Wer Bild und Ton vom Computer digital haben will kann ja immer noch den Computer direkt mit der Surround-Anlage verbinden, mit seinen 2 Lautsprechen vom Fernseher selbst ist das mit Surround Sound sowieso immer so eine Sache. :-)
Bemerkenswert ist die geringe Latenz von dem Fernseher. Ich bin mal mit meinem Laptop durch einen Elektromarkt gelaufen, und habe viele Fernseher verglichen. Die meisten haben einen sehr langsamen Bildprozessor, den man nicht aus machen kann und somit das Bild 100 bis 200 Millisekunden verzögern. Das Macht Action-Filme zur Zumutung und auf Sprache ist absolut nicht Lippensynchron. Mit Software am Computer kann man das meist beheben, aber für Konsolen-Spieler ist das auch keine Lösung. Diese Fernseher hat (über VGA) maximal 50 ms Verzögerung (schwierig zum selber messen) und ist somit auch Spiele- und Action-Tauglich. Wenn man mehr digitale Bildverbesserung an macht etwas mehr Verzögerung. Geht der Sound durch den Fernseher durch wird der Sound künstlich verzögert, um das auszugleichen. Im "Gaming"-Modus geht das Bild und der Ton unverfälscht durch und die Verzögerung ist ganz weg (ca. 5 Millisekunden, liegt aber an der LCD-Reaktionszeit). Hier gibt es auch kein Stottern oder verwaschen, weil die Reaktionszeit schön schnell ist. Außerdem kann der Fernseher auch 60 Hz und ist somit mit Import-Konsolen aus USA oder Japan kompatibel.
Überraschungen:
Einige Hersteller meinen scheinbar, dass die Größe und Helligkeit Standby-Leuchte eines Gerätes den Wert widerspiegelt. Oft hat man also eine viel zu große, grelle Leichte in Blau, der Farbe auf der das menschliche Auge am schlechtesten scharf stellen kann. Wer große, helle, blaue LEDs seinen Kunden aufzwingt gehört meiner Meinung geohrfeigt. Samsung war hier schlau und hat eine 2,5 Millimeter große, rote LED, die angenehm dezent leuchtet und aus ist, wenn der Fernseher an ist. Lediglich beim "Hochfahren" des Fernseher blinkt die Leuchte und bei Signalen von der Fernsteuerung blitzt sie auf.
Ein bisschen schade ist, dass der Fernseher ganze 6 Sekunden zum einschalten braucht, wobei die rote Leuchte blinkt. Dann noch ein paar Sekunden, dass die Rückbeleuchtung maximal hell wird. Ich nehme an, die Elektronik innen drin muss erst hoch gefahren werden. Wahrscheinlich muss das so sein, damit der Fernseher im Standby so gut wie kein Strom verbraucht (echten Netzschalter gibt es nicht) und Software-Probleme sollten durch Aus- und wieder Einschalten behoben sein.
Dann ist das De-Interlacing etwas komisch. Bei vielen Programmen (Talkshows, Sport, Live-Sendungen) wird noch im Halbzeilen-Modus (interlaced) gesendet. Das musste für Röhrenfernseher so sein, da 25 Hz zu krass flimmern würde aber 50 ganze Bilder pro Sekunde zu viel Bandbreite nehmen. LCD Displays können keine Halbbilder und müssen aus den 50 Halbbildern 25 Ganz-Bilder berechnen, was sehr rechenaufwändig ist und, wenn schlecht gemacht, dünne horizontale Streifen bei Bewegungen hervor ruft. Dieser Fernseher macht zwar keine horizontalen Streifen, aber die Bewegungen sind weich gezeichnet und es sieht aus, als würden Leute und bewegte Gegenstände einen Geist hinter sich her ziehen. Am Anfang fällt das nicht auf, aber wenn man darauf achtet, kann das schon stören. Das passiert zum Glück nur bei Halbbild-Signalen, Filme, moderne Serien und fast alles im 16:9-Format wird in Vollbilder gesendet (wenn digital) und sieht top aus.
Man kann den Fernseher um 20 Grad nach links und rechts drehen. Das ist besonders in kleinen Zimmern sehr praktisch, um es Gästen recht zu machen, aber auch zum Kabel einstecken.
Manche Fernseher machen komische Nebengeräusche, wie Surren, Fiepen oder Brummen. Das ist hier minimal und auch im Schlafzimmer nicht wahr zu nehmen.
Fazit:
Der Samsung LE 32A436T1D ist sein Geld auf jeden Fall Wert und ein Geheim-Tipp für Konsolen-Spieler und Media-Center-Liebhabern. Man kann für jeden Eingang Bild und Ton anders einstellen, Bedienung ist komfortabel, Design schön, ohne aufdringlich zu sein. Farben sind knallig, dennoch realistisch, das Schwarz ist schön dunkel, auch wenn die Hintergrundbeleuchtung voll auf gedreht ist und es gibt mehr als genug Einstellmöglichkeiten für Bild, Ton und Sender. Mit Schlechten Signalen (Kabel, DVB-T) kann man etwas anfangen (Schärfe und Farben runter drehen), aber mit High-Definition Signalen sieht das ganze erst richtig klasse aus.
Schwächeln tut der Fernseher bei Halbbild-Signalen vom analogen Kabel oder DVB-T.
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