Der Soundbar HW-D350 ist ein typisches Samsung-Produkt: die Kernfunktion wird mit einem guten Design in sehr guter Qualität professionell zur Verfügung gestellt - aber ob der Benutzer zufrieden ist und seine nachvollziehbaren Wünsche erfüllt werden, ist eher Zufall und geht dem Hersteller am Ar...beitstag vorbei. Im Detail sieht das so aus:
1. Design, Material
Das Gerät passt sehr gut zu den LCD-TVs von Samsung, sofern sie eine Mindestgröße nicht unterschreiten. Das Material ist hochwertig und modisch - mit dem Ergebnis, dass sich die Oberfläche sofort statisch auflädt und Staub anzieht, der nur schwer zu entfernen ist.
2. Ausstattung
Dem Gerät liegt nur ein billiges analoges Kabel (2xCinch (Stereo <--> 3,5mm Klinke zzgl. Ferritkern) bei. Das einzig empfehlenswerte optische Audiokabel (Toslink) muss man separat erwerben. Das ist eine Unverschämtheit.
3. Ausführung
Bei Anbringung an der Wand sollte man keine Probleme haben. Beim Aufstellen auf einem TV-Tisch oder -Regal stellt man fest, dass es keine wirklichen Stellfüße gibt: der Soundbar steht leicht schräg nach hinten auf spillerigen Fußnocken, die alle im inneren Drittel der Breite sind. Man kann ihn also leicht umstoßen oder herunterkippen. Die Lautsprecherkegel sind allesamt offen, weshalb Kinder, Hunde, Zigarettenasche und offene Gläser Gefahren ersten Ranges sind.
4. Kernfunktion
Der Klang ist für normales Fernsehen sehr gut, klar und sauber. Konzerte sind eine andere Sache - hier sollte man einen Hunderter drauflegen und das nächstbessere Modell mit einem Subwoofer nehmen. Aber für Eurovision Contest und Ähnliches ist der HW-D350 allemal gut.
Man kann zwischen mehreren Audioquellen hin- und herschalten. Außerdem kann man zwischen einem halben Dutzend Audiomodi wählen: das ist eine Spielerei, die bei Drama oder Film jede Menge Hall reinmischt und mein Urteil weder nach oben noch nach unten zieht. Mein Tip: vergisses; unverfälscht ist das Bäscht'.
5. Benutzerfreundlichkeit
Es ist offensichtlich, dass das Gerät idealerweise zum "Lautpsrecher" des Fernsehers (oder des Tonlieferanten) wird. Genau das tut es aber nicht, selbst wenn der TV ebenfalls von Samsung ist:
- Man kann das Ein- und Ausschalten von TV und Soundbar koppeln, aber nach dem Einschalten vergehen ca. 7sec, bis man Ton hat. Das ist für moderne Elektronik unakzeptabel.
- Schaltet man aus, bleibt der Soundbar bei dieser Kopplung noch 20min an. Warum? Keine Ahnung.
- Die Fernbedienung des Soundbar kann das TV ein- und ausschalten und Kanäle auf- und abwechseln. Mehr geht nicht. Eine praktische Lösung wäre gewesen, die Fernbedienung des TV so auszulegen, dass die Laut/Leise-Tasten den Soundbar gesteuert hätten.
Der Soundbar hat visuelle Kontrollen an der Oberkante. Hängt er an der Wand, hat man gar nichts davon. Steht er auf dem Tisch/im Regal, blinken sie direkt vor dem Bildschirm herum. Man kann sie dimmen, dann sind sie nicht mehr grell. Wie Samsung auf die Idee kommt, das Fernsehbild würde mit einer Sammlung von LEDs an der Unterkante besser, erschließt sich mir nicht.
6. Fazit
Das Gerät ist preis"wert", wenn auch nicht preisgünstig: Klaren Klang kriegt man nicht für weniger Geld. Es löst mein Problem, dass Ton aus LCD-TVs unerträglich ist. Davon abgesehen ist es der lieblose Hochwert-Schrott, der heute den Markt beherrscht: alles, was für den Benutzer mal so richtig praktisch wäre, ist zu teuer. Ich kann das Gerät als Ersatz für den Schauerklang aus Flachst-TVs empfehlen, aber erwarten Sie nicht, es wäre genau für Sie gemacht.
7. Ergänzungen
Ich habe den Fernbedienungsblödsinn durch eine Logitech Harmony 300i gelöst: mit einer Taste schalte ich zwischen den beiden 'Zielen' hin und her, und die sofortige An-/Aus-Kopplung ist ebenfallsg gesichert. Ich empfehle diese Lösung.
Mit diesem Gerät kann man am Samsung-TV Kopfhörerton abgreifen (was die geräteeigenen Lautsprecher zwangsweise abschaltet). D.h. man kann sowohl Lautsprecher als auch Kopfhörer parallel betreiben.
Der Samsung-Kundendienst spricht von "der Soundbar" (weiblich). Sprache ist ganz sicher eine Kunst, aber vielleicht bin ich es ja, der's nicht begriffen hat ...