Eigentlich wollte ich den Samsung Recorder kaufen, um von meinem alten DVD-Recorder (der ohne Festplatte ist und nur auf DVD-RAM aufnimmt) weg zu kommen. Der Samsung erschien mir mit seiner sehr großen Festplatte bei einem sehr angenehmen Preis ideal, allerdings habe ich bereits nach drei Tagen Nutzung gemerkt, dass ich mit diesem Gerät nicht glücklich werde.
Das begann mit den kleinen lästigen Mäkeleien:
Konnte ich bei meinem alten DVD-Recorder (ein Panasonic) mit nur einem Knopfdruck eine aufgezeichnete Sendung löschen, musste ich beim Samsung mich erst mit drei Knopfdrücken durch ein Menü hangeln. Wobei ich zugeben muss, dass die Menus beim Samsung sehr ordentlich strukturiert und leicht bedienbar sind.
Das selbe gilt für Aufnahmen mit Showview. Bei meinem alten Recorder war nur ein Knopfdruck nötig und man konnte die Showviewnummer eingeben, beim Samsung muss man erst die Menus durchlaufen.
Der alte Recorder zeichnete bei fast jeder Sendung selbstständig den Namen der Sendung auf, der Samsung benannte die Aufzeichnungen leider nur mit wenig sprechenden Datumsangaben ("Dez/12/2007 20:15"). Was zwar toll ist, um die Sendungen in der richtigen Reihenfolge zu sehen, aber wenig hilfreich, wenn man das Programmheft nicht grade komplett im Kopf hat. Ich jedenfalls erinnere mich nicht mehr, was ich vor zwei Wochen mal aufgenommen habe.
Weiter gab es keine Time-Slip Funktion. Ich hatte es bei meinem Panasonic sehr zu schätzen gewusst mal eben 60 Minuten einer Sendung, die ich mir bereits angesehen hatte, zu überspringen, ohne langwierig spulen zu müssen. Beim Samsung bleibt leider nur spulen, was zwar mit 128facher Geschwindigkeit durchaus schnell geht, aber eben nicht so schnell, wie einfach einen festen Bereich vorzuspringen.
Und schließlich der meiner Meinung nach wichtigste Kritikpunkt: es gibt keine dedizierte Timerfunktion beim Samsung. Das klingt erstmal nicht schlimm, erweist sich aber als überaus nervig. Bei meinem bisherigen Recorder programmierte ich meine Aufnahmen für den Tag, drückte dann die Timertaste und das Gerät ging in den Standby. Wenn ich wollte, konnte ich dann direkt eine vorher aufgezeichnete Sendung ansehen, die Timerschaltung blieb erhalten und der Recorder nahm auf, während ich was anderes schaute.
Prinzipiell funktioniert das beim Samsung auch - sobald man etwas aufnimmt kann man etwas anderes aufgezeichnetes ansehen. Das Problem liegt in der Zeit davor, denn da der Samsung seine Timerfunktionalität nur im Standby-Modus ausführt, im Standbymodus bei aktiviertem Timer aber keine aufgezeichnete Sendung angeschaut werden kann, muss man immer warten bis eine Aufzeichnung anfängt, bevor man etwas anderes ansehen kann. Wenn ich also um 19:30 ein Programm für 20:15 programmiere, muss ich eine Dreiviertelstunde warten, bis die Aufnahme anfängt und kann erst dann meine aufgezeichneten Sendungen kucken. Oder alternativ schalte ich das Gerät nicht in den Standby Modus und muss hoffen, dass ich um 20:15 dran denke, meine momentan laufende Aufzeichnung anzuhalten, schnell in Standby zu schalten, und dann meine Sendung weiter zu kucken. Das war dann auch der entscheidende Punkt, warum ich den Samsung wieder an Amazon zurückgeschickt habe und mich nun nach einem neuen Gerät umsehe.
Sicherlich ist der Samsung von seinem Verhältnis Preis/Festplattengröße unschlagbar momentan, aber wenn man von einem anderen System deutlich bequemere Handhabung gewohnt ist, fällt es zumindest mir schwer, mich mit der schlecht durchdachten Funktionalität des Geräts anzufreunden. Da hat ein Ingenieur bei der Entwicklung einfach versagt, denn insbesondere für das Problem mit der Timeraufnahme gibt es sicherlich keine technische Notwendigkeit.