... und dann macht die Kamera doch Super-Bilder! Aber der Reihe nach...
Ich habe die Kamera von meiner Frau zu Weihnachten geschenkt bekommen, da meine alte gute Bridgecam den Geist aufgegeben hat. Weil mir das Modell unbekannt war habe ich mir zunächst hier die Rezessionen angeschaut und war über die Kritik überrascht und fest entschlossen die Kamera umzutauschen. Nach einigen Überlegungen hatte ich mich entschlossen dennoch die Kamera auszuprobieren - die Enttäuschung kam entsprechend schnell: verrauschte Bilder, auch in der Super-Fein-Auflösung und auch beim Filmen hat der Ton tatsächlich während des Zoomens gefehlt! Da ich aber grundsächlich mit manuellen Einstellungen fotografiere und filme habe ich zwei Tage die WB600 ausgiebig getestet und bin nunmehr von dieser Kamera begeistert. Es ist tatsächlich möglich ausgezeichnete Fotos zu machen:
- gestochen Scharfe Fotos (s. Kundenbilder A, B, C)
- realistische Farben
- feinste Details bei Makroaufnahmen
- Ton beim Filmen auch während des Zoomens
Das Problem liegt nur an den Grundeinstellungen, die von Samsung seltsamerweise sehr ungünstig gewählt wurden.
Praxistips für das schnelle Knipsen:
1. - den ISO-Wert auf 80 stellen (deutliche Qualitätsverbesserung und schärfere Bilder)
2. - den Bildstabilisator abstellen (Quantensprung was die Auflösung angeht), denn der verursacht das Bildrauschen und die Unschärfe gewaltig, vor allem im Dual IS-Modus!
Ich denke die eine oder gar beide Einstellungen sind jedem zuzumuten, da sich die Kamera diese Einstellung merkt.
Praxistips für das optimierte Fotografieren:
1. Das Problem Farben
Da im Winter bei uns im Garten gerade viel Schnee liegt habe ich einen Testchart im Tageslicht ohne Blitz abfotografiert und am Computer verglichen. Mein Bildschirm ist kalibriert, lässt also zuverlässige Beurteilung zu. Selbst in den Grundeinstellung der Kamera waren die Farben erstaunlich nahe am Testchart, lediglich das Rot wich stärker ab. Die anderen Farben waren im akzeptablen bis sehr gutem Rahmen abgebildet.
Auch dieses Problem lässt sich sehr leicht beheben: Wie in der Beschreibung im Menü den Weißabgleich auf manuell stellen, weißes Papier abfotografieren, fertig. Das erneute Abfotografieren meines Testcharts lieferte nun eine ausgezeichnete Farbdarstellung: wesentlich realistischeres Rot und die sonst recht gute Darstellung von Cyan und Blau sind nunmehr fast perfekt. Die Gelb- und Grüntöne waren sowieso nicht das Problem.
2. Gestochen scharfe Bilder und eine sehr gute Auflösung in Details
Grundsächlich gilt: den Schärfe-Killer Bildstabilisator abschalten!!!
Den ISO-Wert auf 80 stellen, denn auch in der Digitalfotografie gilt wie in der Analogfotografie, je lichtstärker der Film, desto körniger die Fotos, also je höher der ISO-Wert umso lichtstärker sind die Aufnahmen, aber auch das Bildrauschen nimmt gewaltig zu. Auf Automatikprogramme verzichten und im Programm-Modus fotografieren. Hier lassen sich ggf. die Bildeinstellungen fein justieren (Kontrast, Schärfe, Sättigung). In Verbindung mit einem Stativ (Bildstabilisator ist abgeschaltet) bekommt man erstaunlich klare, farbrealistische, sehr gut ausgeleuchtete und vor allem scharfe Bilder mit einer für eine Kompaktkamera erstaunliche Auflösung auch in den Details.
3. Feinste Details im Makrobereich
Der Makrobereich erlaubt bis auf unglaubliche 3cm an das Objekt heranzukommen. Wichtig dabei: den Autofokus mit der Schnelltaste auf Makro stellen (80cm - 3cm)! Selbst beim eingeschaltetem Bildstabilisator sind erstaunliche Details zu sehen. Die besten Ergebnisse lassen sich im Programm-Modus mit abgeschaltetem Bildstabilisator und niedrigem ISO-Wert in Verbindung mit einem Stativ erzielen. Mit Blitz lassen sich sogar "ähnliche" Effekte erzielen wie mit einem Makro- oder Ringblitz: Motiv hell wobei der Hintergrund sehr dunkel erscheint (Pflanzenmotiv)
4. Ton fehlt währen des Zoomend beim filmen
Modus-Wahlschalter auf Video stellen, Menü aufrufen und unter Ton auf "EIN" stellen. Unverständlicherweise ist hier die Grundeinstellung "Zoom stumm", dann fehlt der Ton natürlich beim Zoomen. Allerdings ist die Lautstärke sehr schwach und der Motorzoom ist deutlich mit zusätzlichen Knacken zu hören und stört doch sehr (vielleicht ist das der Grund, warum in der Grundeinstellung beim Zoomen der Ton ausgestellt ist).
Positives und Negatives:
+ Gute Bildeigenschaften und hohe Auflösung (bei abgeschaltetem Bildstabilisator)
+ Ausgezeichnete Makro-Funktion
+ Sehr helles Display, auch im Dunklem
+ einfache und ergonomische Bedienung
+ Logisches Menü
+ Schnell-Taste für Blitzsteuerung, Fokus, Selbstauslöser und Bildinformationen
+ Vielseitige Belichtungsmessung
+ Sehr guter Blitz mit automatischer Steuerung
+ Kamera ist sehr schnell im Automatik-Modus
+ Toller Erfassungswinkel vom 24mm Weitwinkel bis 15-fachem optischen Zoom
+ Unglaublich viele Einstellungsmöglichkeiten für die Manuelle Kamerasteuerung
+ Einstellung der ISO-Werte
+ Langzeitbelichtung bis zu 16 sec.
+ brauchbare Funktionen wie Szenen-Erkennung, Rote-Augen-Korrektur, geschlossene Augen-Erkennung, etc.
+ Kommentarfunktion zu Fotoaufnahmen
+ gute Dokumentation (auf CD)
- Bildstabilisator funktioniert zwar gut, killt aber die Fotos (unscharf, sehr hohes Bildrauschen)
- Unglücklich gewählte Grundeinstellung (unscharfe Fotos im Automatik-Modus, Ton fehlt während des Zoomens beim Filmen
- Lange Wartezeiten zwischen den Aufnahmen im Manuellem Modus (ca. 2 sec.)
- Ton viel zu leise bei Videoaufnahmen
- Motorgeräusche deutlich zu hören während des Zoomend bei Videoaufnahmen
- keine externe Speicherkarte im Lieferumfang
Fazit:
Die Samsung WB600 ist wohl eine sehr gute Kompaktkamera mit in dieser Preisklasse unschlagbaren Ausstattung was Einstellmöglichkeiten und Programmauswahl angeht. Der 24mm Weitwinkel ist einmalig und lässt sehr gute Aufnahmen in Innenräumen zu sowie Landschaftsmotive festzuhalten. Die Kamera macht einen soliden Eindruck und hat ein gewisses Gewicht, der sie gut in der Hand liegen lässt. Die Bedienung ist einfach, das Menü logisch aufgebaut. Positiv ist die Schnelltaste die in jedem Programm-Modus sofort eine Einstellung von Blitz, Fokus und Makro, Selbstauslöser und im Display angezeigten Informationen (für manuelle Einstellung unverzichtbar) ermöglicht. Das Display ist groß genug und zeigt selbst unter dunklen Lichtverhältnissen erstaunlich viel Details. Die Szenenerkennung funktioniert erstaunlich gut und lässt sich zum schnellen Knipsen gut einsetzen. Lediglich der Bildstabilisator, der zwar gut funktioniert "frisst" Schärfe und Details. Der Dual IS-Modus, der den Bildstabilisator noch intensiver einsetzt ist meiner Meinung nach nicht zu gebrauchen, denn was nutzt es mir, wenn die Bilder nicht verwackelt sind dabei aber die Bildqualität so leidet, dass sie nicht mehr zu gebrauchen ist.
Der in der Grundeinstellung eingeschaltete Bildstabilisator wertet die Kamera auf den ersten Blick deutlich ab und lässt sie anderen Kompaktkameras gegenüber abfallen. Auf die Videofähigkeit in HD-Qualität möchte ich nicht stärker eingehen, da eine Kompaktkamera eigentlich zum Fotografieren dienen sollte. Soweit ich beim Testen sehen konnte, sind die Videoaufnahmen durchaus brauchbar aber den Ton kann man getrost wegen der geringen Lautstärke und den Zoomgeräuschen vergessen. Vielleicht werde ich es später eingehender untersuchen und im Nachtrag berichten.
Wer eine einfach handzuhabende Kamera mit einer guten Bildqualität sucht und auf den "Schärfe-Killer" Bildstabilisator verzichten kann findet in der Samsung WB600 einen guten Begleiter.
Wer eine Kamera komplett manuell steuern möchte und sich gerne Zeit nimmt beim Fotografieren, dem bietet die Kamera in dieser Preisklasse unschlagbare Einstellmöglichkeiten und Kombinationen mit vielen Feinabstimmungen.
Die Kamera ist ihr Geld auf jeden Fall wert und daher eine Kaufempfehlung.