Völlig begeistert von dem kürzlich erworbenen großen Bruder LE 32 B 650 habe ich mir unmittelbar im Anschluss vorstehenden LE 22 650 für das Esszimmer bestellt. Anders als beim LE 32 im Schlafzimmer (DVB-T) verfügt das Esszimmer über einen analogen Kabelanschluss, den ich auch zu nutzen gedachte. Doch dazu später.
Schon beim Auspacken bekam meine anfängliche Euphorie ein kleinen Dämpfer, als ich nämlich feststellen musste, dass der Fernseher nicht - wie der große - ein spiegelndes Display, sondern ein mattes hat, was den beworbenen "Crystal-Effekt" deutlich abträglich ist und mich fragen lässt, warum ich dann nicht auf die preiswerteren Alternativen LE B 541 oder 450 zurückgegriffen habe.
Auch der hier in mancher Rezension angesprochene Hinweis auf den nach vorne neigenden Standfuß - von mir leider hartnäckig ignoriert - hat seine Berechtigung und irritiert ziemlich. Gleiches gilt für den Sound - von "Klang" möchte ich gar nicht erst sprechen -. Wenngleich ich mich binnen eines Abends daran gewöhnt habe, drängt sich der Vergleich mit meinem Handy schon auf. Es ist teilweise schaurig, was aus dem Teil herausquäkt, zumal der Ton vielfach bereits bei 50% anfängt zu scheppern. Sicherlich ein ganzes Stück der Bauart geschuldet, habe ich doch die Vermutung, dass das in dieser Ausprägung so nicht sein müsste und wohl dem Rotstift angelastet werden muss.
Passender wurde das Rot beim Design des Geräterahmens verarbeitet welcher einen schönen Eindruck hinterlässt.
Doch nun zu den Empfangsqualitäten des TV. Probeweise mit DVB-T betrieben, war das Ergebnis wie bereits unter meiner Rezension zum LE B 650 beschrieben, ohne jeden Tadel. Anders beim Empfang mittels analogen Kabels. Hier lebten alle meine Vorurteile zu LCD-Geräten vs. Röhre wieder auf. Gleichwohl ist dieser Umstand nicht dem Gerät anzulasten, weil systembedingt bei allen LCD-TV der Fall.
Da zumindest die Ö.R.-TV-Kanäle zusätzlich auch digital übertragen werden, hatte ich die Möglichkeit des Vergleichs und komme zu der Erkenntnis, dass sich die digitalen Kabelkanäle auf dem hohen optischen Niveau des DVB-T-Empfanges bewegen.
Wer nun glaubt, sich einen vertretbaren Mix aus digitalen und analogen Kanälen zu einem individuellen Programmangebot zusammenbasteln zu können, wird enttäuscht sein. Dies funktioniert zumindest dann nicht zufriedenstellend, wenn er den Ehrgeiz hat, Programme bestimmten Tasten zuordnen zu wollen (z.B. analog Pro7 auf Taste 7, digital ARD auf 1, digi-tal ZDF auf 2 und wieder analog RTL auf 6 usw.).
Aber auch hier wird man nur Opfer des Systems und nicht des zu bewertenden TV-Gerätes. Soll bei anderen Herstellern nicht anders sein.
Zusammenfassend hinterlässt das Gerät keinen so glanzvollen Eindruck, weshalb ich mich auch nur zu drei Sternen hinreißen kann. Interessenten sollten die beiden vorstehend erwähnten preiswerteren Geräte in Betracht ziehen und ggf. diese auf der Homepage von Samsung im Vergleich (kann man dort gut einstellen) vorher ansehen.
Abschließend wieder ein Lob an Amazon, die das Gerät binnen 10 Stunden !!! lieferten. Leute, wie macht Ihr das nur?
NACHTRAG:
Wie ich zwischenzeitlich herausgefunden habe, lässt sich der Standfuß doch verstellen! Es erfordert allerdings etwas Kraft, den Bildschirm nach hinten zu drücken (nur Mut, es geht nichts kaputt).