Wenn der Name Samos auftaucht, denkt man sofort an die Pseudo-Folklore-Stimmungs-Maschine Costa Cordalis und sein 'Der Wein von Samos'. Samos ist, wenn es um Urlaub auf griechischen Inseln geht, nicht unbedingt die erste Wahl. Es ist nicht so hoch frequentiert wie Kreta, aber auch nicht so unbekannt wie Zakynthos. Hier ist Mittelmaß eher ein Lob und eine Marke. Bekannt genug, um einen sehr gut strukturierten Urlaub zu verbringen. Und nicht so überlaufen wie andere Inseln.
Immerhin ist es dem Michael-Müller-Verlag einen eigenen Reiseband wert. 264 Seiten Handreichung für einen gelungenen Urlaub. Durch das kompakte Format nimmt er wenig Platz in Anspruch.
Autor Thomas Schröder nimmt sich viel Zeit, um auf Allgemeines einzugehen. So erhält man gleich zu Beginn einen umfassenden Überblick über die Insel.
Thomas Schröder unterteilt seine Inselerkundung in fünf Abschnitte: Den Osten um Samos-Stadt, die Hauptstadt, die eigentlich Vathi heißt, den Südwesten, die Nordküste, Ausflüge um Samos herum und den Südosten um Pythagório. Letztere Stadt wird jedem Schüler das Grausen über den Rücken jagen. Denn lebte und wirkte der von den meisten nicht sehr geliebte Pythágoras, der mit seiner Formel zur Dreiecksberechnung (a²+b²=c²) so manchem Schüler den Unterricht vermiest hat. Das soll den Besucher aber nicht abschrecken. Denn die Region im Südosten der Insel gehört zum schönsten, was die Ägäis zu bieten hat. Das wusste auch schon die sagenumwobene Kleopatra. Erste Ansiedlungen lassen sich bis auf das dritte Jahrtausend vor Christus zurückverfolgen. Geschichte auf Schritt und Tritt. Hier ist das touristische Zentrum der Insel. Trotzdem gibt es ' auch wenn man sie suchen muss ' noch traditionelle Bauten und Geschäfte. Enge Gassen, elegante Yachten im Hafen ' seit den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts pulsiert hier das geschäftliche Leben.
Doch auch erholsame Wanderungen sind auf Samos eine willkommene Beschäftigung. Doch Vorsicht! Auch wenn es im Sommer gern mal über eine längere Zeit über 40° C warm ist, so ist die Wanderung auf den fast anderthalb tausend Meter hohen Vigla eine alpine Wanderung, die man nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte. Festes Schuhwerk und warme Kleidung sind auf alle Fälle mitzunehmen.
Wer Naturerlebnisse mit ausgiebigem Sonnenbaden, die exzellente griechische Küche mit eingehenden Einkaufsbummeln sowie ausgedehnte (Fahrrad-)Wanderungen mit Kulturtanken verbinden will, der ist auf Samos an der richtigen Adresse. Auch Ausflüge auf das nur etwa eine Meile entfernte türkische Festland (z.B. zu den Ausgrabungsstätten von Ephesos) sind erschwinglich und wegen der funktionierenden Infrastruktur leicht zu planende Trips. Ein unerlässlicher Reisebegleiter ist dabei dieser Reiseband. Hier ist Samos kurz und kompakt zusammengefasst, ohne dass man das Gefühl hat, dass auch nur eine einzige Information fehlen könnte.