Samiras Blues ist das zweite gemeinsame Projekt von Berndorf und Christian Willisohn, dem Ausnahme-Blues- und Boogie-Pianisten und großartigen Sänger.
"Kongenial" ist das Wort, das schon immer gefallen ist, wenn es um den Vorgänger "Otto Krause hat den Blues" ging. Und auch hier, bei der Geschichte einer jungen Frau, die von irgendwo aus dem Nahen Osten stammt und mit ihren 22 Jahren schon mehr Schlimmes erlebt hat, als den meisten Menschen in zwei langen Leben zustoßen würde, treffen sich Text und Musik, Berndorfs Sprechstimme und Willisohns Gesang und verbinden sich zu einem wunderbaren Erlebnis, das einen trotzdem direkt in die Magengrube trifft.
Mitten in den schwärzesten Passagen, wo man die Faust ballt und die Tränen zu steigen beginnen ob der Grausamkeiten, die Samira widerfahren und der Wut, die man auf ihren fast mitleideregenden Peiniger - ihren Vater -, aber auch auf die allzu deutschen Behörden bekommt, keimt immer ein Stückchen Hoffnung auf, Bewunderung für ihre Kraft und Zähigkeit.
Es ist eine wahre Geschichte, nur wenig hat Berndorf weggelassen, um seine Zuhörer nicht noch mehr zu verstören. Doch wahr ist an der Geschichte auch, dass es der jungen Frau, die er "Samira" genannt hat, trotz allen Widrigkeiten heute gut geht. Ihre Geschichte hat vielleicht kein strahlendes Happy End, denn vermutlich wird ihr Kampf weitergehen, aber das kleine Licht in der Dunkelheit entfaltet eine große Wärme, die Hoffnung macht.