Achtung: Das Buch Same Same But Different von Benjamin Prüfer ist die inhaltsgleiche Filmbuchausgabe zu seinem Buch Wohin du auch gehst. Es handelt sich hierbei nicht um zwei verschiedene Romane des Autors.
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
22 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Plaedoyer fuer Menschlichkeit ... nichts fuer einen Bohlen,
Von faustino888 (Tokyo) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Same Same But Different (Taschenbuch)
Oberflaechlich betrachtet handelt das Buch von der Liebe eines Deutschen zu einer an HIV erkrankten Kambodschanerin, die er in seinem Urlaub kennengelernt hat. Es beschreibt die Lebensumstaende in Kambodscha, weist auf die Bedeutung der Familie beim taeglichen Kampf ums Ueberleben hin, zeigt die Rolle des Einzelnen im kambodschanichen Sozialgefuege auf und outet die Backpacker und Rucksacktouristen als die wahren Neckermaenner unserer Zeit, die sich in den weltweit bekannten "Alternativ-Ghettos" treffen, in diesen ausnahmslos verweilen und oftmals jegliche Auseinandersetzung mit der heimischen Kultur ebenso verneinen, wie es die von ihnen so verschmaehten Pauschaltouristen tun.Doch das Buch ist weitaus mehr. Ein Plaedoyer fuer mehr Menschlichkeit. Ein Plaedoyer fuer Menschlichkeit! Es beschreibt eine Entwicklung, die eines jungen Mannes hin zum jungen Menschen, der sich seiner (unserer?) Verantwortung stellt und nicht, wie ueblich, die Augen vor der Realitaet schliesst, um ihr spaetestens dann zu entkommen. Er uebernimmt Verantwortung fuer den Menschen, in den er sich verliebt hat ... trotz des niederschmetternden Urteils AIDS". Er stellt sich dieser Verantwortung, stellt sich seiner Freundin, aber auch sich selbst, was um so bemerkenswerter ist, da es der schwierigste und oftmals schmerzhafteste Prozess ist, dem sich ein Mensch unterziehen kann. B. Pruefer vollzieht einen Wandel. Vom ehemals passiven Mitlaeufer zu einem Mann, der Entscheidungen trifft und diese auch umsetzt. Er reflektiert sein (bisheriges) Leben in Deutschland mit all den verbundenen Werten, Normen und Verhaltensmustern, um zu der Erkenntnis zu gelangen, so auf keinen Fall weitermachen zu wollen. Oftmals unverbindliche und nur auf den eigenen Vorteil bedachte in Deutschland praktizierte Beziehungen sind nicht mehr das, was er sucht und braucht. Pruefers Situation, sein ungewoehnliches Handeln, seine kritische Auseinandersetzung mit Deutschland aber auch mit sich selbst aus der kambodschanischen Distanz heraus laesst den Leser nicht unberuehrt und wirft Fragen auf, die zwangslaeufig zu eigener Betroffenheit fuehren muessen. Bei all seinen Ausfuehrungen vermeidet es der Autor, mit erhobenen Zeigefinger auf die anderen (und uns) zu zeigen. Deutschland und Kambodscha sind nicht zu vergleichen, weder schlecht noch gut ... einfach anders. Den Unterschied machen die Menschen und ihre Handlungen, hier wie da. Pruefers persoenliche Veraenderung ist faszinierend, sein Buch ist voller Lebensweisheit und macht betroffen, zeigt uns unsere eigenen Schwaechen auf. Dennoch macht es Hoffnung, auf eine Welt, in der wir uns nicht mehr verstecken, sondern uns unserer Verantwortung bewusst werden und anfangen, selbstbestimmt zu handeln. Ich waere froh, nur 10% der Courage zu besitzen, die Pruefer aufweist. Ein Buch, das zur Pflichtlektuere bestimmt ist. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Berührend, realitätsnah, fantastisch wie die Liebe,
Rezension bezieht sich auf: Same Same But Different (Taschenbuch)
Wer schon lange keine schöne und extrem berührende Liebesgeschichte mehr gelesen hat, sollte dieses Buch unbedingt lesen. Es ist absolut faszinierend, wie realitätsnah und ergreifend Benjamin Prüfer die Geschichte seines Lebens erzählt. Aus eigener Erfahrung (selbst verlobt mit einer Kambodschanerin) kann ich sagen, dass er das Land Kambodscha sehr detailliert und ehrlich beschreibt, ohne Übertreibungen oder Effekthaschereien. Gleichzeitig versteht er es mit einfachen Worten, die uns Europäern so fremd vorkommende Mentalität dieses faszinierenden Volkes, das so unendlich viel Leid die letzten Jahrzehnte überstehen musste, uns näherzubringen. Mit entwaffnender Ehrlichkeit erzählt er die Höhen und leider vielen Tiefen dieser "unmöglichen Beziehung". Ein Buch, das mir selbst auch immer viel Mut gemacht hat, meinen Weg durchzuziehen gegen die Widerstände von Behörden hier und in Kambodscha, gegen die Meinung der eigenen Familie und von Freunden.Auch nach dem vierten oder fünften lesen des Buches bin ich immer wieder fasziniert, zu Tränen gerührt und kurz darauf schafft es Benjamin Prüfer, einen herzhaft lachen zu lassen. Auch wenn es kitschig klingen mag, Prüfer bringt es fertig, wie kaum ein anderer die Liebe in wundervolle Worte zu packen und einen daran teilhaben zu lassen. Ein Buch, das Mut macht und unheimlich viel Hoffnung gibt, auch wenn es hoffnungslos erscheint. Fantastisch! Mehr kann man von einem Buch nicht erwarten. Absoluter Lesetipp!!! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Liebe im globalen Zeitalter,
Von Tudorrose84 (Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Same Same But Different (Taschenbuch)
Jung-Redakteur Prüfer reist mit Anfang 20 nach Kamobdscha und lernt in einer zwilichtigen Bar die Prostituierte Sreykeo kennen, was den Anfang einer gleichwohl schönen als auch schwierigen Liebesbeziehung markiert. Diese Verbindung bricht auch nach Prüfers Rückkehr nach Deutschland die Distanz, man hält Kontakt über Mail, SMS und Telefon, wofür beide Seiten tief in die Tasche greifen müssen. Hauptsächlich aus der Ferne agierend, unterstützt Prüfer seine Freundin auch finanziell bishin zur Selbstaufgabe, um ihr den Absprung aus der Prostitution zu ermöglichen. Auf eine besonders harte Probe wird die Beziehung gestellt, nachdem Sreykeo die Diagnose "HIV-Positiv" erhält. Das wird zur Zerreißprobe, denn Sreykeo kann von ihrer Familie keine Unterstützung erwarten und ist als Positive Ex-Prostituierte in Kambodscha mehr oder weniger eine "Unperson".Besonders positiv an diesem Buch ist mir Prüfers sachlich-neutrale Schilderung der Ereignisse aufgefallen, die weder "wunderbar zärtlich", wie die zitierte FAZ auf dem Buchrücken konstatiert, noch kühl oder distanziert ist. Es handelt sich viel mehr um eine ehrliche Berichterstattung, ohne Rücksicht auf eigene Sympathieverluste - geschönt wird nichts, auch Sreykeo hebt der Autor nicht auf ein hohes Podest, auf dem er sie unnötig glorifiziert; er gibt auch zu, wo er sich für sie geschämt hat oder welche negativen Seiten er an ihr schätzt. Erfrischend realistisch auch die Ansicht, dass ein Beziehungsstreit nicht das Ende einer Partnerschaft darstellt, sondern eine Chance. Auch direkt vor den Altar lässt Prüfer sich nicht zerren. Weiterhin werden auch Familienprobleme, (nicht vorhandene) Kulturschocks, kambodschanischer Behördenirrsinn, Beziehungsstress, Leben an der Armutsgrenze und natürlich HIV und Sexualität bei HIV abgedeckt. E-Mails, SMS, Artikelausschnitte, Gästebuch-Einträge aus damaliger Zeit finden sich im Wortlaut 1:1 im Text wieder. Überzeugt hat mich vor allem Prüfers Verantwortungsbewusstsein und die Erkenntnis, dass Liebe auch ein Arrangement gegenseitigen Auskommens ist, nicht aber eine Verbindung, von der er "höchstes Glück zu jederzeit" erfordert und bei der kleinsten Schwierigkeit verschwinden würde. In sofern ist das Buch nicht einem Publikum zu empfehlen, das hauptsächlich auf der Suche nach einer Lovestory war; hier wird sich viel mit Fakten, Ehrlichkeit und vielen dunklen Seiten auseinandergesetzt, vor denen man speziell in Liebesromanen doch gerne mal die Augen verschließt. Das Buch soll wohl mit den Vorurteilen aufräumen, dem sich das Paar oft ausgesetzt sieht, und die viele Männer trifft, die sich in eine Frau aus einem asiatischen Entwicklungsland verlieben. Prüfers Gedanken können dazu beitragen, dass mit diesen Verurteilungen aufgeräumt ist; andererseits werden viele vermutlich aber trotzdem die Köpfe schütteln. Das einzige, was ich zu bemängeln habe, ist, dass Sreykeo insgesamt etwas blass beschrieben bleibt; es fällt etwas schwer, sie charakterlich einzuschätzen. Hauptsächlich sind es doch Prüfers Gedanken, die die Hauptrolle in diesem Buch spielen. Eine umfassendere Charakterisierung Sreykeos hätte m.E. mehr dazu beigetragen, mit den Voruteilen aufzuräumen, so bleiben viele ihre Gedanken, Träume, Absichten im Dunkeln - außer, dass sie ein Kind möchte und aus Kambodscha auszuwandern wünscht. Am interessantesten wäre unter Ergänzung der Entwicklung bis heute eine zweite Perspektive dieses Buches - diesmal aus Sreykeos Blickwinkel. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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