"Sambre" zählt zu dem besten, was auf dem Comic-Markt zu haben ist, eine "graphiv novel" wie ein film noir.
Der junge Bernard Sambre ist ein Edelmann, im ersten Band fast noch ein Kind. Sein Vater verfiel dem Wahnsinn und nahm sich das Leben. Er zerbrach an seinem Lebenswerk, seiner großen Philosophie: Der Charakter eines Menschen sei an der Farbe seiner Augen abzulesen. Das Böse, schrieb er, wohne in Menschen mit roten Augen.
Während Bernards Schwester immer mehr dem Wahnsinn ihres Vaters verfällt und seine Mutter sich einem Spiel um Sex und Intrigen hingibt, verliebt sich Bernard: In Julie, die Wilddiebin. Das Mädchen mit den roten Augen. Sie lieben sich das erste Mal in der Gruft des Vaters.
Doch Bernards Schwester sieht in Julie eine Ausgeburt des Bösen. Sie tötet ihre Mutter, und Julie wird als Mörderin gejagt. Sie flieht nach Paris. Bernard folgt ihr. Getrennt, geraten die beiden in den Sog der französischen Revolution.
Eine Geschichte um Liebe und Wahnsinn, um Haß und Rebellion, um Blut und verkaufte Seelen. Die Bilder sind episch und von gemäldehafter Intensität.
Mit Sicherheit ein grafischer Roman, der nicht mehr losläßt vom ersten bis zum vierten Band. Leider hörte dort die Zusammenarbeit Yslaires und Balacs auf, so daß man wahrscheinlich vergebens auf die Auflösung der tragischen Liebesgeschichte warten wird.