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Produktinformation
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Amin Maalouf wurde 1949 im Libanon geboren und lebt seit 1976 als Journalist und Schriftsteller in Frankreich. Er bereiste über sechzig Länder und gilt als anerkannter Spezialist für Fragen der arabischen Welt und der Beziehungen zwischen Okzident und dem Nahen Osten. Amin Maalouf war Chefredakteur der Wochenzeitschrift An Nahar International sowie des Magazins Jeune Afrique, während des Vietnamkriegs und der Islamischen Revolution arbeitete er als Kriegsberichterstatter.
Als Buchautor hat er bisher sieben Romane veröffentlicht, seine Werke sind in etwa 25 Sprachen übersetzt worden und sein erstes Werk Die Kreuzzüge aus der Sicht der Araber (1983) ist zu einem Standardwerk geworden.
Im August 2000 wurde bei den Salzburger Festspielen (in Zusammenarbeit mit der finnischen Komponistin Kija Saariaho) die erste Oper nach einem Libretto des Autors uraufgeführt: L'amour de loin.
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Die zweite Geschichte handelt im Iran, etwa im Jahre 1900. Es herrscht keine kulturelle Blüte. Formal hat die Macht der Schah, doch wirtschaftlich und auch schon militärisch wird der Iran von Russland, Großbritannien und Österreich dominiert. Ein Orientalist, der nach den Spuren des seinerzeitigen Gelehrten und Dichters sucht, kommt in Kontakt mit einem charismatischen Oppositionsführer. Einer dessen Gefolgsleute verübt ein Selbstmordattentat und leitet dadurch einen Bürgerkrieg ein. Nun aber wird der Orientalist gegen seinen Willen tief in die Iranischen Machtkämpfe verwickelt ....
Erzählerisch unterscheiden sich die beiden grundverschiedenen Geschichten, wie wenn sie von unterschiedlichen Autoren wären. Die „Persische Geschichte", die mehr als die Hälfte des Romans einnimmt, ist stets knapp gefasst und auf das Wesentlichste konzentriert. Der Mangel an verläßlicher historischer Information wird stilistisch dadurch verkörpert, daß die Szene gelegentlich bewußt vage gehalten ist und die Charaktere distanziert bleiben. Aber gerade in dieser Dichtheit, die an Sachlichkeit erinnert, liegt der Reiz der Geschichte. Sie wirkt märchenhaft im positivsten Sinne, bezaubernd fremdartig, ereignisreich und faszinierend. Die Handlung mit ihren zahlreichen angegliederten Anekdoten hätte manch anderem Autor auch leicht Stoff für einen Roman mit 1001 Seiten geboten, einen Roman mit allen Ingredienzien wie Macht, Krieg, Intrige, Terror, Liebe, Friede, Freundschaft und fremder, alter Kultur.
Der zweite Teil ist wesentlich konventioneller erzählt, längst nicht so dicht - im Gegenteil: um die Parallelität der beiden Geschichten zu spinnen muß eine Rahmenhandlung entwickelt werden, die mit Unbedeutendem beladen ist. Die Revolution bildet nur Kulisse für die Handlung, die Schilderung ihrer Hintergründe ist ansatzweise gegeben, die iranische Kultur wird dem Leser gegenüber aber kaum erschlossen.
Insgesamt ein gebildeter, temporeicher Roman, der seinen Leser leicht in seinen Bann ziehen kann.
Dr. Jan Fillet
P.S. Ich erwarte sehnsuchtsvoll die deutsche Neuauflage von "Leo Africanus", das Beste von Maalouf m.E..
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