Dieses Buch ist der würdige Nachfolger von "Das weiße Land der Seele", dem Erstling von Olga Kharitidi. Aus "The master of lucid dreams" (Der Meister der luziden Träume) wurde in der Übersetzung allerdings "Samarkand". Samarkand (Usbekistan) ist die "Stadt der Spiegel" und das Ziel von Olga's zweiten (literarischen) Reise auf der Suche nach sich selbst und nach der Heilerin in ihr. Das Buch behandelt in erster Linie Traumata, verdrängte Erinnerungen und ihre Heilung. Olga trifft in Samarkand auf Michael, einen Traumheiler, der ihr nicht nur von seiner uralten Tradition erzählt, sondern ihr auch hilft, deren Methoden praktisch an sich selbst anzuwenden. Ehe man andere heilen kann, muß man erst selbst geheilt sein.
Das Buch ist faszinierend und spannend: ich habe es in einem Rutsch gelesen. Es bietet einen esoterischen Erklärungsansatz, wie Traumata sich auswirken und wie man mit ihnen umgehen kann, und insofern hat es einen praktischen Wert für die LeserInnen, die einmal bei sich selbst schauen möchten.
Olga erfüllt mit der Publikation des Buches zudem einen Auftrag von Michael, und sie macht es gut.
Ansonsten hat die Autorin ihr Muster des ersten Buches übernommen: Das Buch startet mit einem vorausblickenden Prolog, und die Handlung beginnt und endet an ihrem Arbeitsplatz, dem psychiatrischen Krankenhaus. Vielleicht etwas zu vorhersehbar, aber ich will mich nicht beschweren :o)
Was sehr schön und klar herauskommt, ist die Kunst und die Magie des Geschichtenerzählens. Allein dafür müßte dieses Buch bereits mehr als 5 Sterne erhalten!