Saman ist die Geschichte von vier Protagonisten, die in Indonesien leben und versuchen, ihren Weg im Leben zu gehen. Sie kämpfen gegen Ausbeutung, familiäre sowie politische Gewalt und religiösen Fanatismus.
Der junge Priester Athanasios Wisanggeni, kurz Wis genannt, ist bei einer NGO beschäftigt und liebt seine Arbeit. Durch diese lernt er geisteskranke promiskuitive Upi kennen, die von ihren Eltern aus Scham in einen Käfig im Hinterhof gesperrt wird. Wis tut die Frau leid und so beginnt er, ihr ein Haus zu bauen. Durch diese Aktion lernt er Upis Familie näherkennen und erfährt so von ihren Nöten und Ängsten. Als diese dann von Verbrechen bedroht wird, weil sie das Grundstück für ihre Palmölplantagen wollen, setzt Wis Himmel und Hölle in Bewegung, dass die Bauern ihre Gummibaumplantagen behalten können. Diese Aktion muss Wis teuer bezahlen, er wird brutalst zusammengeschlagen und gefoltert. Erst nach dreimonatiger Pflege kommt er langsam wieder auf die Beine, nimmt eine neue Identität an und nennt sich fortan Saman.
Laila, Shakuntala und Yasmin sind junge indonesische Frauen, die sich den ihren eigentlichen Rollen nicht beugen wollen und sorgen mit sexuelle Eskapaden für Skandale. Shakuntala liebt einen verheirateten Mann und trifft sich mit ihm in New York um ihre Affäre endlich ausleben zu können. Laila liebte früher Wis, als dieser noch im Priesterseminar war. Wie sie zueinander finden, ob sie überhaupt zueinander finden, erzählt Ayu Utami eindrucksvoll in einer schönen, aber kurzen Geschichte. Der Schreibstil ist anfangs fremd, gewöhnungsbedürftig und durch die zahlreichen Zeitsprünge und Perspektivwechsel nicht immer einfach zu lesen. Dennoch ist die Lektüre interessant und aufschlussreich, sie zeigt das Leben in Indonesien, besonders der 'kleinen' Leute. Besonders schön ist die Einbindung zahlreicher mystischer Geschichten der Gegend, die die Geschichte auffrischen.
'Saman' ist in einer einfachen Sprache geschrieben, ein Glossar am Ende erläuter die fremden Begriffe aus Indonesien, was das Verständnis sehr erleichtert. Durch viele Zeitsprünge und vier Ich-Erzählen ist der Lesefluss etwas gehindert, da man sich kapitelweise erstmal völlig neu orientieren muss.