Die hilfreichsten Kundenrezensionen
|
|
9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Die Suche nach dem Glück, 22. Juni 2005
Zwei Frauen lernen sich kennen, lieben und verreisen zusammen. Auch ohne Mordfälle ist Highsmith stark: Die Road Novel ist voller Leidenschaft, Erotik und gibt einen tiefen Einblick in die Seelen der Protagonistinnen. Die deutsche Übersetzung des zweiten Romans von Patricia Highsmith „Salz und sein Preis" erschien 1990 im Diogenes Verlag noch unter dem Titel „Carol". Es brauchte fast vierzig Jahre bis das Geheimnis um das Pseudonym des 1952 von „Claire Morgan" erschienen Romans zu lüften. Denn damals war es für eine junge Autorin nicht schick, über die lesbische Liebe zwischen zwei Frauen zu schreiben. Und das im Falle von Patricia Highsmith schon gar nicht, wenn der Erstling („Zwei Männer im Zug") soeben die Aufmerksamkeit von niemand Geringeren als Alfred Hitchcock erregte und dieser später den Roman nach einem Drehbuch des grossen Raymond Chandler verfilmte. Highsmith, »eine unserer größten zeitgenössischen Schriftstellerinnen.«, so der amerikanische Schriftstellerkollege und Politiker, Gore Vidal, sollte also erst in den Neunzigern die Ehre für ihr Buch „Carol" erhalten. Erotisch knisternd „Salz und sein Preis" ist kein typisches Buch nach Highsmithen' Stil. Es handelt von erfüllter Liebe, die nicht wie in anderen Werken als Wahn, sondern als Glück empfunden wird. Eine 19-jährige Bühnenbildnerin, Therese, verliebt sich in einem Kaufhaus in die viel ältere Carol. Diese erwidert ihre Liebe. Zusammen verreisen die beiden Frauen, lernen sich immer wieder neu kennen, erleben Zuneigung, Erotik und verlieben sich, was Carol in ein moralisches Dilemma stürzt. Denn die selbstsichere Frau ist mit ihrem Mann in der Scheidung, kämpft um das Sorgerecht ihrer Tochter und wird darum von einem Privatdetektiv beschattet. Am Schluss bleibt die Frage, welchen Preis Carol für ihre Selbstverwirklichung bezahlen muss. Autobiografische Parallelen Der Roman ist sehr flüssig und mit viel Leidenschaft, Poesie und Erotik geschrieben. Die tiefen Abgründe der menschlichen Seele, die Erwartungen, Enttäuschungen, Hoffnungen und Ängste werden hier, nicht wie für Patricia Highsmith üblich im Zusammenhang mit einem Mord- oder Kriminalfall dargestellt, sondern in den intensiven und wahren Liebe zwischen den beiden Frauen. Ein weiteres Thema, das aus den Kriminalromanen von Highsmith bekannt ist und auch hier eindrücklich dargestellt wird, ist die psychologische Entwicklung und die innere Gesinnung der Protagonisten im Laufe der Buches. Der Roman, welcher auch als Road Novel à la „Thelma und Louise" bezeichnet wird, und die Idee dazu entstanden aus einer Begegnung von Patricia Highsmith. 1948 arbeitet die junge Highsmith in einem Kaufhaus und trifft dort eine blonde Frau. Noch am selben Abend wird sie den Plot für den Roman in ihrem Notizbuch festhalten. Liebhaber von Patricia Highsmith werden sich an der neu erschienen Werkausgabe erfreuen: Die autobiographischer Skizze und das Nachwort von Paul Ingendaay machen „Salz und sein Preis" zum Objekt der Begierde.
|
|
|
4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
die Geschichte einer starken Liebe, 9. März 2006
Von Ein Kunde
Dieses Buch ist definitiv mein Lieblingsbuch.Warum? Man verliebt sich in Carol und Therese zugleich. Die Liebe Thereses zu Carol, von der ersten Begegnung an, ist wie ein Kompass, der ihre Entscheidungen führt. Die scheinbar schwächere, unsichere Therese fasziniert im Verlauf der Geschichte durch ihre Unbeirrbarkeit und Stärke, während der Leser dem Charme Carols, die zwischen Zärtlichkeit für Therese, Abgeklärtheit, Stärke und Angst schwankt, einfach erliegen muss. Ihre Mischung aus Unnahbarkeit und Schwäche zieht nicht nur Therese in den Bann. Die Liebe die beide Frauen zueinander führt so klar, stark und positiv, wie ich es bisher in keinem anderem Buch gelesen habe. Sie bringt beide zusammen, entgegen allem, was zwischen ihnen zu stehen scheint. Ja und das ist einfach schön! Interssanterweise steht der leicht kämpferische, stolze Unterton im Widerspruch zu der Tatsache, daß die Autorin das Buch ja dann unter Pseudonym veröffentlichte. "Sie wollte, daß Abby ging, damit sie Carol anrufen konnte. Nichts zählte außer dem Klang von Carols Stimme. Nichts zählte außer Carol, wie konnte sie das auch nur für Sekunden vergessen?" (p.164) "Und sie mußte sich nicht fragen, ob das richtig war, niemand mußte es ihr sagen, denn es konnte gar nicht richtiger oder vollkommener sein," ( p.261)
|
|
|
|