Der Klappentext holt aus "Salz im Kaffee" das Maximum raus und endet mit der Zielgruppenempfehlung: "... für Rennradfans und diejenigen, die Juli-Nachmittage am liebsten vor dem TV verbringen". Das ist wirklich nett. Der Roman ist es nicht. Die Geschichte ist eindimensional, vorhersehbar und langweilig. Auf Seite 50 musste ich mich grundlegend neu motivieren, um überhaupt weiterzulesen. Leider wiederholte sich dies ab diesem Zeitpunkt alle 20-40 Seiten. Insgesamt habe ich 4 Monate benötigt, um den Roman "durchzuarbeiten". Herr Blickensdörfer versucht Charaktere zu schaffen. Da ihm dies nicht wirlich gelingt, überläßt er nichts dem Zufall (also dem Leser) sondern wiederholt fortwährend deren Eigenschaften. (Ja, Mercier ist dick) Eigene Vorstellungskraft ist auch bei Etappenbeschreibungen und Spannungsbögen nicht nötig: Die langwierige Erzählstil hämmert dem Leser die Highlights allzu deutlich ein. Überraschungen auf dem Niveau eines unerwarteten Angriffs von Fabian Cancellara 3km vor dem Ziel? Spannungsbögen mitreißend wie Ausreißversuche? Aktion wie Massensprintankünfte? Dürfte man erwarten - schließlich erzählt Blickendörfer davon - gibt es aber nicht.
Mein Fazit: So langweilig wie der Kommentar auf Eurosport ohne Bild. Dann orientiere ich mich lieber am Klappentext und freue mich auf meine 20 Juli-Nachmittage.