Im Gegensatz zu Oliver Stones bekannteren Werken wie PLATOON, WALL STREET oder JFK lohnt es sich, den 1986 entstandenen SALVADOR neu zu entdecken. Die auf Tatsachen beruhende Geschichte, erzählt aus der Sicht des engagierten Fotoreporters Richard Boyle, hat an Aktualität nichts verloren, betrachtet man die Situation in manchen lateinamerikanischen Staaten heutzutage. James Woods liefert die jede Sekunde fesselnde Darstellung eines zunächst unsympathischen, ungehobelt wirkenden Charakters, der nur den schnellen Dollar und billigen Sex in San Salavador zu suchen scheint. Durch die Liebe zur Einheimischen Maria wird er schließlich tiefer in die revolutionären Ereignisse verwickelt, als es ihm und seinem besten Freund Dr. Rock - ebenfalls fantastisch aufspielend: James Belushi - lieb sein kann.
Die Umsetzung des mehr als 20jährigen Streifens ist durchweg gelungen. Naturgemäß darf man nicht das High-Def-Feeling aktueller Produktionen erwarten, was aufgrund des dokumentarischen Stils (und damit unvermeidbar: Filmkörnung) allerdings auch gar nicht notwendig ist. Vielmehr punktet der Transfer durch das saubere, von Verunreinigungen nahezu vollständig befreite Bild, den mit Abstrichen in wenigen Nachtaufnahmen sehr guten Kontrast und insbesondere bei Nahaufnahmen hervorragende Detailfülle. Die ohnehin schwüle Atmosphäre über die gesamte Laufzeit wird durch die einzeln zählbaren Schweißtropfen bei jedem Protagonisten nochmals verstärkt. Die deutsche Tonspur büßt gegenüber dem Original zwar an Dynamik ein, dennoch ist die saubere, jederzeit klar verständliche Abmischung zu würdigen.
Wer nach Ansicht des unbequemen, für permanente Anspannung auf und vor dem Bildschirm sorgenden Filmes noch ausreichend Nerven hat, sich über die wahren Hintergründe sowie die strapaziösen Dreharbeiten zu informieren, findet eine hochinteressante einstündige Doku zum Thema.
Fazit: Das Upgrade zur DVD kann uneingeschränkt empfohlen werden, für alle Fans intelligenter, schonungsloser Politthriller ist SALVADOR ohnehin Pflichtprogramm.