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Salomo und die anderen
 
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Salomo und die anderen [Gebundene Ausgabe]

Katja Behrens
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 191 Seiten
  • Verlag: Fischer (S.), Frankfurt; Auflage: EA, (1993)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3100463099
  • ISBN-13: 978-3100463098
  • Größe und/oder Gewicht: 19,8 x 12,2 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.536.550 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Katja Behrens
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Arthur Mayer war Arzt, ein uneigennütziger und deshalb sehr verehrter Helfer seiner Mitbürger in der deutschen Gemeinde S. - aber er war auch Jude und wurde deshalb in Auschwitz ermordet. Von einer Woche auf die andere mied man seine Praxis, vergaß, ihn auf der Straße zu grüßen, und keiner rührte auch nur eine Hand, als er nach Frankreich fliehen mußte, wo er während des Krieges mit seiner Frau von deutschen Soldaten gestellt und »abgeholt« wurde. Katja Behrens erzählt in ihrem Prosaband sieben Geschichten von jüdischen Schicksalen. Sie richtet ihren Blick nicht so sehr auf das Geschehene als vielmehr auf die Gegenwart. Sie zeigt, mit wieviel Verständnis die Täter heute rechnen können und mit wie wenig Mitgefühl die Opfer. Alle Erzählungen haben eines gemeinsam: Sie zeigen, daß Täter oder Opfer gleichermaßen von der Vergangenheit eingeholt werden können, wenn sie sich ihr nicht rechtzeitig stellen. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Autorenporträt

Katja Behrens, in Berlin geboren, 1960-1973 Übersetzungen aus dem Amerikanischen, u.a. William S.Burroughs und Henry Miller. Von 1973 bis 1978 Verlagslektorin. Seit 1978 freiberuflich tätig. PEN-Mitglied, ausgezeichnet mit verschiedenen Literaturpreisen, 1992 Stadtschreiberin von Mainz. Autorin u.a. des Romans Die dreizehnte Fee. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
Interessantes Thema 6. Oktober 2008
Format:Taschenbuch
Katja Behrens
Salomo und die anderen
In sieben Geschichten erzählt Katja Behrens vom jüdischen Leben.
Es geht nicht um den Holocaust damals, sondern um die Auswirkungen heute.
Da ist Juliette, die in einem Kloster versteckt wurde und heute immer noch darunter leidet, da ist ein alter Mann am See Genezareth, der aus Deutschland zu kommen scheint, der einmal ein distinguierter Herr gewesen sein muß, dem Schreckliches widerfahren sein muß, der sich nun gerne mit deutschen Touristen unterhält, ihnen nichts Konkretes von seinem Schicksal verrät, und doch alles zwischen den Zeilen offenbart.
Da ist die Schriftstellerin, die sich im kleinen Ort S. auf die Suche nach dem verschollenen jüdischen Arzt Arthur Mayer macht, und immer noch auf eine Mauer des Schweigens und der Angst stößt. Ganz zu schweigen von den antisemitischen Drohungen in ihrem Briefkasten, die ihre Nachforschungen begleiten.
Und da ist die Geschlagene und Getretene, die nun ihr Kind schlägt. Denn wer gequält wurde, der muß wieder quälen. Eine Lebensweisheit, die auch auf das Leben von Leonid zutrifft, der in sowjetischen Lagern war und nun andere Menschen mit seinen inneren Dämonen quält. Niemand kann es in seiner Nähe aushalten.
Mir gefiel das Buch nur so mittelmäßig. Obwohl ich die Intention des Buches gut fand, zu zeigen, wie sich der Holocaust immer noch auswirkt, wie die Opfer immer noch auf Unverständnis stoßen, die Täter dagegen mit Verständnis rechnen dürfen, wie immer noch gerne alles unter den Teppich gekehrt wird und der Deckel draufgehalten (ein Ausdruck aus dem Buch), hat mich das Buch doch merkwürdig kalt gelassen.
Es hat einen hohen literarischen Anspruch, bedient sich einer sehr distanzierten Sprache und Darstellung. Das Ich in den einzelnen Geschichten blieb merkwürdig blass.
Auch gefällt es der Autorin, dem Leser wenig Anhaltspunkte zu geben, er muß sich zum großen Teil selbst in der Geschichte zurecht finden. Manche Spielereien in der Art sind ganz originell, da wird Israel nicht benannt, sondern das Land der Nasen genannt, und Deutschland das Land, aus dem das Gas kam. Doch in anderen Fällen wurde die Verschleierung und Kargheit der Darstellung ein wenig zu weit getrieben, und Leser, die nicht den gleichen Referenzrahmen wie die Autorin haben, verstehen möglicherweise nicht alles in der Geschichte.
Obwohl mich das Thema des Buches also sehr interessiert hat, hat mich die Umsetzung doch enttäuscht.
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Format:Gebundene Ausgabe
Viele Arbeiten von Katja Behrens (Jg. 1942) kreisen um zwei Themenkomplexe: Frauenschicksale als fremdbestimmtes Erleiden eines defizitären Lebens; die Erfahrung jüdischer Mitmenschen als innere Emigration, die bis in die Gegenwart reicht. Dabei ist ihr Schreiben stark von autobiographischen Impulsen geprägt.

In ihrem Prosaband "Salomo und die anderen" hat die Autorin sieben Geschichten versammelt, die von jüdischen Schicksalen erzählen. Sie richtet ihr Interesse dabei weniger auf die Vergangenheit als auf die Nachwirkungen in der Gegenwart. Es wird erschreckend deutlich, daß die Opfer nicht mit Mitgefühl, wohl aber die Täter mit Verständnis rechnen können. So berichtet Katja Behrens in der umfangreichsten Geschichte ("Arthur Maier oder das Schweigen") von ihren bitteren Erfahrungen, als sie in S. dem Leben eines sehr beliebten jüdischen Arztes, der in Auschwitz ermordet wurde, nachgehen wollte. Sie trifft auf eisiges Schweigen, sieht sich Anfeindungen ausgesetzt - erlebt aber auch mutige Hilfsbereitschaft. Die Honoratioren der Stadt setzen alles daran, die eigene Vergangenheit zugekleister zu belassen. In "Juliette" erinnert sie sich an die Begegnung mit einer jungen Frau in Israel. Juliette wurde in Holland von Nonnen vor den Nazis gerettet. Im Kloster aber jagte man sie in eine psychische Hölle, aus der sie sich bisher noch nicht befreien konnte. Die Nonnen verachteten sie als Jüdin, deren Volk Jesus ans Kreuz geschlagen habe.

Kernstück der Sammlung ist die Erzählung "Alles normal", in der die Autorin ihre Erfahrungen als Jüdin in Deutschland verarbeitet. Stets hat sie mit dem "Gefühl der Nichtzugehörigkeit" zu kämpfen. Das Gefeilsche, ob es wirklich 6 Millionen waren, die umgebracht wurden, oder doch ein paar weniger; der ständig auf den Boden gerichtete Blick der Mutter, die sich am liebsten eine Tarnkappe aufsetzen würde; die Unbekannte, die vorbeikommt, weil sie mal jemanden sehen möchte, "der im Kazett saß" - immer wieder springt sie das Gefühl an, untertauchen zu müssen. Als ihre Flucht nach Israel auch nicht hilft, entschließt sie sich, "der Vergangenheit ins Auge zu sehen". Sie sucht z.B. ihren alten Klassenlehrer auf, der ein überzeugter Nazi war, und muß erkennen, daß er nichts dazugelernt hat. Auch von ihm erlangt sie keine Befreiung zur "Normalität".

Katja Behrens will kein Mitleid. Sie lotet in nüchterner, präziser, unsentimentaler Sprache eine nach wie vor unbewältigte soziale Situation aus. Dabei beeindruckt ihre Ehrlichkeit sich selbst gegenüber, wenn sie von ihren eigenen Abwehrreaktionen beim Zusammentreffen mit Opfern berichtet. Auch verschweigt sie nicht, daß die Getretenen sich nicht nur daüber schämen, Getretene zu sein, sondern mitunter auch zu tretenden Tätern geworden sind.

Diese "Jüdischen Geschichten" gehen uns alle an.
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Jüdische Geschichten 8. Februar 2006
Format:Taschenbuch
Von den Erfahrungen jüdischer Menschen in unserer Zeit erzählt Katja Behrens in den sieben Geschichten dieses Bandes und davon, was es bedeutet, wenn man heute die falschen Leute nach einem ermordeten Juden fragt. In Bildern von beunruhigender und erhellender Genauigkeit spiegelt sich eine wieder zunehmend spannungsgeladene Situation in unserem Land.
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