Im Jahre 2009 landete mit dem Streifen "Binyag - Verlorene Unschuld" das Regie-Debüt des philippinischen Regisseurs Miko Jacinto in meinem Player, das mit einer Mischung aus geschmackvollen Bildern und gesellschaftskritischer Geschichte aus dem philippinischen Homo-Milieu trotz kostengünstiger Machart durchaus zu begeistern wusste. Mit "Sálo (share)" liegt nun der zweite abendfüllende Streifen von Jacinto vor, der abermals eine universelle Geschichte erzählt, die nebenher auch wieder über die Lage von Homosexuellen in seinem Entstehungsland aussagt. Während der Vorgänger jedoch die Abgründe der Großstadt und das Geschäft mit der Liebe portraitierte, geht es in dem ruhigeren "Salo" um persönlichere Themen wie Outing innerhalb der Familie, Zwängen der Gesellschaft und der universelle Wunsch nach Liebe und körperlicher Nähe.
Die Story von dem erfolgreichen Rene, der aufgrund gesellschaftlicher und familiärer Zwänge nicht zu seinem wahren Ich stehen kann (oder will) und seine Neigungen im Verborgenen ausleben muss, ist dabei nicht nur auf die Philippinen umzulegen, sondern betrifft auch heutzutage viele Menschen, die sich aus unterschiedlichen Gründen dazu entschlossen haben, ihre Homosexualität vor ihrem Umfeld zu verbergen. "Sálo (share)" behandelt dieses Thema recht gefühlvoll und wird Fans von "World-Cinema" und Filmen mit schwulem Inhalt gleichermaßen begeistern. Die eigentlich doch recht bekannte Geschichte ist jedenfalls berührend erzählt, hübsch verpackt und punktet mit exotischen Schauplätzen. Die sympathischen Darsteller und die ausgewogenen Mischung aus Humor, Erotik und Drama wissen ebenfalls zu gefallen und das Einzige, dass man vielleicht bemängeln könnte ist die relativ kurze Laufzeit. Ansonsten kann man Jacinto zu seinem zweiten Spielfilm jedenfalls nur gratulieren und ich bin schon einmal gespannt, was aus der Ecke noch so alles kommt.