Die hilfreichsten Kundenrezensionen
|
|
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Fesselnde Mischung aus Charles Dickens, E.A. Poe und Sherlock Holmes, 19. Oktober 2009
Geschrieben hat diese Mischung Philip Pullman, der als Autor vom "Goldenen Kompass" (Der Goldene Kompass, Das Magische Messer, Das Bernstein-Teleskop: Alle 3 Bände im Taschenbuchschuber) inzwischen recht bekannt ist. Die BBC-Meisterwerkschmiede hat nun zwei der Sally-Lockhart-Romane auf die Leinwand gebracht und dabei ein 186minütiges gruselig-mysteriöses Filmvergnügen mit ausgezeichneten Darstellen und perfektem viktorianischem Flair geschaffen.
Diese DVD-Box enthält zwei Filme à 93 Mintuen: "The Ruby in the Smoke" und "The Shadow in the North".
"The Ruby in the Smoke" handelt im England des Jahres 1872 und erzählt von der jungen Sally Lockhart (Billie Piper), die ihren Vater, einen Schiffskapitän, unter mysteriösen Umständen verloren hat. Ihre Nachforschungen führen sie in Kreise des Opiumhandels und in ihre eigene Kindheit zurück, wo ein dunkles Geheimnis in ihren verschütteten Erinnerungen schlummert. Gleichzeitig wecken Sallys Fragen das tödliche Interesse der bösartigen alten Mrs. Holland (Julie Walters in Bestform). Mrs. Holland jagt einem verlorenen Rubin hinterher und räumt jeden skrupellos aus dem Weg, der ihr bei der Jagd hinderlich ist, in diesem Falle ist Sally Lockhart ihr Ziel.
Bei "The Shadow in the North" ist Sally ein paar Jahre älter. Schon im ersten Teil erfährt man von ihr, dass sie nichts Brauchbares gelernt hat, zumindest wenn man ihre Können mit viktorianischen Maßstäben misst, aber sie kann gut mit einer Pistole umgehen, fließend Hindustani sprechen - was ihrer Kindheit in Indien geschuldet ist - und sie hat den absoluten Kenner-Blick für Bilanzen und Buchführungen. Also dürfte es den Zuschauer kaum wundern, dass Sally nun als eine Art Anlageberaterin und nebenberufliche Detektivin tätig ist, und dass sie natürlich einem ominösen Verbrechen auf der Spur ist. Darin scheint ein einflussreicher Geschäftsmann verwickelt zu sein, der auch die letzten Ersparnisse von Sallys Klientin veruntreut hat. Sallys Freund und glühender aber hoffnungsloser Verehrer Frederick Garland (J.J. Field) hilft ihr bei den Ermittlungen und beide fördern eine unvorstellbare Bedrohung für die gesamte Menschheit zu Tage.
Die Darsteller sind durch die Bank brillant. Selbst in den Nebenrollen sind herzerfrischende Glanzpunkte, denen so manche komische und tragische Szene zu verdanken ist.
Billie Piper hat mich durch ihr eindringliches und glaubwürdiges Spiel weitgehend mit ihren erbärmlichen Leistungen in "Mansfield Park" versöhnt. Eines wird aber auch klar wenn man sie in "The Shadow in the North" sieht, dass nämlich Billie Piper sehr viel besser ist, wenn sie eine selbstbewusste Frau darstellen darf und nicht die naive Unschuld mimen muss. Einfach überragend sind die Szenen, in denen sie dem Bösewicht mit eiskalter Gelassenheit gegenüber tritt.
Apropos Bösewicht, Julie Walters als Mrs. Holland und Jared Harris als Mr. Bellman sind mit Abstand das Beste an diesen Filmen, und beide haben mich stark an diverse bösartige Dickens-Charaktere erinnert. Die viktorianisch-gruselige Krimi-Stimmung (Kulissen, Kostüme, Musik) in beiden Filme ist so sensationell, dass ich sie beim ersten Ansehen gar nicht in ihrer vollen Entfaltung genießen konnte.
Während bei "Ruby in the Smoke" das Sherlok-Holmes-Flair überwiegt und man durch Opiumhöhlen, dunkle Londoner Gassen und Häfen und in die folgenschweren Verwicklungen geldgieriger Schifffahrtsgesellschaften hineingerät, erinnerte mich das gruselige "Shadow in the North" oftmals an Edgar Allan Poes Krimis, mit viel Tod, Bedrohung, Dunkelheit und paranormalen Erscheinungen - zum Gänsehaut Kriegen spannend und finster.
Und nicht vergessen möchte ich natürlich, dass beide Filme mit einer satten Portion Steampunk Marke Philip Pullman durchsetzt sind.
Eine perfekte Mischung, wenn man mich fragt.
Also bleibt mir nur zu sagen:
Bravo!
Ein wunderbares 3-stündiges Period-Krimi Erlebnis, das ich nicht missen möchte und auch nicht zum letzten Mal gesehen habe. Ich kenne die Sally Lockhart Romane nicht und habe diesen Film mit der gänzlichen Unbedarftheit einer Period-Drama Liebhaberin und dezidierten Kennerin der viktorianischen Epoche angeschaut, und bin einfach nur hingerissen.
Wissenswertes am Rande:
Die beiden in dieser Box enthaltenen Filme wurden 2008 auch im deutschen Fernsehen ausgestrahlt und so besteht doch eine berechtigte Hoffnung, dass es vielleicht in absehbarer Zeit auch eine deutschsprachige DVD Ausgabe geben könnte. (Liebe KSM, das wäre eine echte Bereicherung für euer Sortiment ;-))
Die BBC hat auch die Filmrechte für die folgenden beiden Sally-Lockart-Romane von Pullman erworben. Man darf sich als Fan dieser Verfilmungen also schon mal auf "The Tiger in the Well" und "The Tin Princess" (in der die kleine Adelaide wieder auftaucht) freuen.
DVDs
The Ruby in the Smoke:
Lauflänge 93 Minuten, Bildformat 16:9, anamorph, Untertitel: Englisch für Schwerhörige
Special Features: Interview mit Philip Pullman
The Shadow in the North:
Lauflänge 93 Minuten, Bildformat 16:9, anamorph, Main Sound Track Stereo, Untertitel: Englisch für Schwerhörige
Keine Special Features
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich?
|
|
|
|
|
|
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Durchaus spannende Unterhaltung., 10. November 2008
Hierbei handelt es sich um eine BBC-Adaption der vierteiligen Sally Lockhart Buchreihe von Philip Pullman. Im Vorfeld muss ich hinzufügen, dass ich die Bücher in keinster Weise kenne und somit den Film als eigenständiges Medium beurteilen will.
Billie Piper, die nicht gerade zu meinen Lieblingen gehört, macht hier ihre Sache durchaus nicht schlecht. Sie spielt die lebhafte und selbstbewusste Sally Lockhart, ein Mädchen im London zum Ende des 19. Jh. Sie wohnt nach dem mysteriösen Tod ihres Vaters bei ihrer total grämlichen Tante und macht sich, nachdem sie ein geheimnisvolles Tagebuch erhält, auf die Suche nach dem "Rubin im Rauch". Sie findet Freunde und Verbündete, die ihr bei der Suche und Überwindung von so mancher Widrigkeit helfen. Allen voran Frederick Garlend (von dem charming JJ Feild gespielt), der alles andere als nur ein Freund sein will ;).
Im zweiten Teil, den ich persönlich noch besser fand, gilt es ein neues Abenteuer zu bestehen. Ein "Schatten im Norden" - einen Mord im Eis, das sieht eine mysteriöse Wahrsagerin und gilt aufgeklärt zu werden. Die Geschichte ist in sich weitaus stimmiger und nicht so schnell erzählt, war viel aufregender und spannender, doch durchaus mit witzigen Einlagen geschmückt. Man meint, dass die Schauspieler viel mehr harmonieren.
Zu Kostümen und Location brauch ich nicht viel zu erzählen, denn wie üblich bei der BBC hervorragend. Und ab und an kam ich nicht drum herum, dass mich hier und da etwas an Charles Dickens erinnerte. Vor allem die düstere Umgebung von Mrs. Holland und wie sie das kleine Mädchen behandelt.
Einzig die Länge der Filme wäre ein kleiner Kritikpunkt, denn ein paar Spielminuten mehr hätten durchaus nicht geschadet, vor allem im ersten Teil, wo man ganz schön hinterher sein muss, um alles genau mitzubekommen. Dann hätten auch die Charaktere sich noch ein wenig besser entfalten und sich mehr Spielraum neben den Ermittlungen ergeben.
Alles in allem bereitet das Anschauen aber durchaus Freude und lässt einen manches Mal selbst richtig ermitteln. Somit hat es die BBC geschafft im kleineren Stil für spannende Unterhaltung zu sorgen und ist es mir Wert 4 Sterne zu vergeben.
Die DVD ist mit englischen Untertiteln und macht somit den Londoner Dialekt besser verständlich.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich?
|
|
|
|
|
|
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Fesselnder, atmosphärischer Period-Thriller mit eindrucksvoller Liebesgeschichte, 26. Oktober 2009
Ich habe die Bücher nicht gelesen und habe rein zufällig die deutsche Synchronisation im Fernsehen gesehen, die erstaunlicherweise sehr gut gelungen ist. Sally Lockhart wartet mit einer starken, straff erzählten Geschichte einer ungewöhnlichen Frau auf. Eine dicke Portion Suspense, eine tolle Ausstattung inmitten eines viktorianischen Englands und eine ganz wunderschön erzählte und fotografierte Liebesgeschichte ergeben eine runde und unschlagbare Mischung, die in dieser Form ihresgleichen sucht.
Sally Lockhart ist Fiction, die sicherlich keinen Anspruch auf detaillierte und übertriebene historische Korrektheit erhebt und als solche kann man diese Unterhaltung ganz einfach genießen.
Billie Piper überzeugt in der Rolle der ungewöhnlich emanzipierten Sally und J.J. Field ist wie immer umwerfend und spielt sehr, sehr eindringlich.
Für alle Period Fans ein heißer Tipp, aber auch alle Suspense- und Thriller-, Drama- oder Dickens-Fans können hier bestens unterhalten werden, denn diese Verfilmungen haben von allem etwas.
Man kann die BBC für ihre herausragenden Produktionen gar nicht genug loben!!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich?
|
|
|
|
|
|
Die neuesten Kundenrezensionen
|