Handlung:
London, 1882: Das 16 jährige Mädchen Becky soll der Frau des Prinzen Rudolf von Raskawien deutsch, lesen und schreiben beibringen. Dass der Mann, der sie engagiert hat, der Prinz ihres Heimatlandes ist, erfährt sie aber erst als sie seine Frau Adelaide kennenlernt. Diese hat er heimlich geheiratet ohne das Wissen seiner Familie, außerdem ist sie genau das Mädchen, das Jim Taylor und Sally Goldberg (ehemals Lockhart) im ersten Roman "Der Rubin im Rauch" unabsichtlich aus den Augen verloren und nie wiedergefunden haben. Und nun begegnet Jim ihr endlich wieder, doch aus dem armen, ängstlichen Mädchen von damals ist eine wunderschöne, charmante und intelligente Frau geworden. Er verliebt sich auf den ersten Blick in sie und auch sie scheint mehr zu fühlen als nur bloße Freunschaft, ist aber mit dem Prinzen von Raskawien verheiratet.
Während Adelaides und Beckys erster Unterrichtsstunde geschieht es dann: Ein Attentat auf Adelaide und Rudolf wird verübt und damit überstürzen sich die Ereignisse... Durch eine Verkettung unglücklicher Umstände wird Rudolf zum König und Adelaide somit zur König. Zusammen reisen Rudolf, Adelaide, Jim und Becky nach Raskawien und dort geht es dann erst richtig los und Adelaide muss sich zwischen all den politischen Intrigen beweisen...
Meine Meinung:
Pullman's Schreibstil ist sehr angenehm und flüssig zu lesen, er schafft es problemlos seine Leser von der ersten bis zur letzten Seite zu fesseln.
Das Buch ist sehr spannend und hat auch eine romantische Seite. Die Beziehung zwischen Jim und Adelaide ist zu Anfang sehr kompliziert, entwickelt sich dann jedoch weiter und ist sehr interessant beschrieben. Obwohl die Personen gut charakterisiert sind, finde ich es doch etwas merkwürdig wie Adelaide zu Anfang noch sehr ängstlich und auch zum Teil schüchtern aauftritt, aber gleichzeitig schon ein großes Charisma besitzt und die Leute vollkommen überzeugen kann (trotz fehlender Bildung). Manchmal bleiben ihre Beweggründe etwas zu tun auch im Dunkeln und man fragt sich was das Ganze jetzt soll... Ansonsten lernt man die Charaktere aber während des Lesens gut kennen und fiebert richtig mit ihnen mit.
Auch das kleine Land Raskawien (das es in Wirklichkeit nicht gibt) mit Land, Leuten und Gebräuchen hat Pullman sehr anschaulich beschrieben und man entwickelt vor dem Inneren Auge sofort ein Bild, wie es dort wohl aussehen könnte.
Das Ende ist kein typisches Ende, also keinesfalls unbedingt ein Happy-End aber passend und überraschend.
Schade finde ich nur, dass Sally Goldberg/ Lockhart so gut wie gar nicht mehr auftaucht (im ganzen Buch hat sie vielleicht 2 kleine Auftritte) - Hauptpersonen sind eindeutig Jim und Adelaide. Der Band darf also nicht als Nachfolger von den ersten 3 Sally-Lockhart-Bänden betrachtet werden, sondern man muss ihn vielmehr als eigenständiges Buch ansehen.