Karthago im Jahre 241 vor Christus während des Ersten Punischen Krieges: Salammbô ist die Tochter des karthagischen Feldherrn Hamilkar Barkas. Mathô, der Söldner bei den Barbaren ist, ist von der Schönheit Salammbôs hin- und hergerissen. Er möchte sie erobern und sieht kein anderes Mittel zum Zweck, als den Mantel der Göttin Tanit vom heiligen Tempel Karthagos nachts klammheimlich zu stehlen. Es ist Sünde den Mantel der Göttin anzusehen oder ihn anzufassen, tut man dies doch, so stirbt man. Mathô hüllt sich jedoch in dieses Gewand und übt dadurch zunächst Macht aus. Alle Karthager sind ihm gezwungenermaßen erlegen, bis jedoch menschliche Opfer für den Gott Baal gefordert werden...
Genauso wie in "November" entfaltet Flaubert hier wieder eine verschwenderische Farbenpracht, um die Virtuosität der Bilder auf den Leser wirken zu lassen. Das Thema Karthago schweift nun mal ganz von Flauberts anderen Werken ab ("Madame Bovary", "November") und hat doch stilistisch einige Parallelen aufzuweisen. Flauberts Stil erinnert etwas an den von Oscar Wilde in seinen Märchen, jedoch fehlt bei Flaubert die gewisse Magie, die Oscar immer in seine Märchen miteingesponnen hat. Flaubert ist wie ein Maler oder Photograph: Er klatscht die Farben und Formen nur geradezu dahin, damit sie schön aussehen, verwirren und ja, damit sie auch versuchen den Leser in ihrer Vielfalt und Andersartigkeit zu ertränken. Es ist ein auf und ab in einer exotischen Welt der hyazinthfarbenen Augen, Gewänder, der purpurnen, zinnoberroten Münder und der Edelsteine wie Smaragde, Saphire und es ist ein Klirren von Glas, Perlen, Schmuck. Es riecht auch, es riecht nach Myrrhe, Kräutern, Salben, aber es wirkt auch grausam durch die Bilder, die sich vor einem entfalten: Krieg, Leichenteile, Folter, Rachsucht und mittendrin eine nahezu unmögliche Liebesgeschichte, umwoben von Furcht, Macht, Sünde. Nach 150-200 Seiten Flaubert kommt man als Leser schon ins Schwitzen, wenn nicht sogar vorher, es nervt einen beinahe, diese ganze Pracht an Allem und doch ist es anziehend über diese bunte Welt weiterzulesen und die Neugier zu befriedigen, wie das Buch endet. Flaubert ist ein Schriftsteller für sich und als Leser muss man sich entweder ganz reinhängen, den Stil akzeptieren und sich durchringen oder man lässt es ganz bleiben. Ein Freund von mir beschrieb Flauberts Stil in etwa so: Es ist so, als ob du eine Straße überqueren möchtest, doch vor dir ziehen lauter schöne Autos vorbei, du denkst dir: Was für eine Pracht, was für eine Artenvielfalt, für eine Schönheit; doch du kommst einfach nicht über die Straße!
Dieser Text wurde von einer 19-jährigen verfasst.