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Salammbô
 
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Salammbô [Taschenbuch]

Gustave Flaubert , Monika Bosse , André Stoll , Georg Brustgi
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 464 Seiten
  • Verlag: Insel; Auflage: 1. (24. November 1996)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3458335676
  • ISBN-13: 978-3458335672
  • Größe und/oder Gewicht: 17,6 x 10,8 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.159.234 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Thematischer Vorwand des historischen Romans Salammbo ist der nach Abschluß des Ersten Punischen Krieges (242-237 v. Chr.) ausbrechende bürgerkriegsähnliche Konflikt zwischen der Seerepublik Karthago und rebellierenden Söldnertruppen sowie deren Vernichtung durch Hamilkar Barkas.

Klappentext

»Die mitlebenden Bürger findet Flaubert längst ohne Reiz, ihr Groteskes kläglich. Er braucht wildere Absonderlichkeiten, eine Welt der Ungeheuer und Gifte, einen Himmel, der wie ein Alpdruck ist; eine Welt auch, wo die Worte rasseln und klirren dürfen wie Panzer und foltern, trompeten wie Elefanten, hysterisch beben wie eine mit Wohlgerüchen durchseuchte Priesterin; wo die Worte ... die Augen sengen, die Augen zu Göttern machen und martern dürfen gleich der unerbittlichen Schönheit des harten Südens. Die wirklichen Bedürfnisse, aus denen Salammbo kam, sind diese.«
Heinrich Mann -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von I.L.Ruff
Format:Taschenbuch
Dieser von Lesern und Kritik eher vernachlässigte Roman Flauberts zeigt alle Merkmale seiner Kunst, besonders seiner überlegenen Disposition, allerdings themengerecht in orientalisierende Farbigkeit getaucht.
So genau forschte der Autor, dass wir auch heute wenig Sachkorrekturen anzubringen hätten; denn entscheidend hat sich unser Wissen seither nicht vermehrt. Die Archäologie lehrte uns das Alltagsleben Karthagos besser kennen, doch historisch bleiben wir auf zumeist feindselige zeitgenössische Zeugnisse angewiesen.
Zwar greift Flaubert mit dem Söldneraufstand einen kritischen Abschnitt der karthagischen Geschichte während der Knabenjahre Hannibals auf, allerdings einen, den sich die Stadt leichtfertig infolge der Verweigerung vertraglicher Forderungen zugezogen hatte: angesichts des labilen Friedens mit Rom aberwitzig anmutend. Schließlich muss der Vater Hannibals aus dem Exil zurückgerufen werden. Das sich nunmehr vollziehende grausame Geschehen ist nicht zur Zerstreuung zarter Nerven geeignet.
Historische Persönlichkeiten behandelt Flaubert mit Delikatesse, setzt mehr auf Außensicht als Seelenwühlerei und unterscheidet sich damit wohltuend von der verlogenen 'historischen' Pseudoliteratur unserer Tage. So rettet er diesen Roman, den er selbst als sein Hauptwerk betrachtete, für die Literatur.
Fragen mag man allenfalls, warum er keine der großen Katastrophen wie nach dem 2. Punischen Kriege oder dem römischen Endsieg wählte.
Vielleicht, weil die Stadt hier die lebensbedrohliche Krisis letztlich selbst verschuldete, freilich aus den gleichen Gründen:
Geldgier und Knausern am falschen Ort kennzeichneten die Spätzeit dieser eigensüchtig zerstrittenen Adelsrepublik, die zudem jedes Mal zulange zögerte, das Unvermeidliche ins Werk zu setzen. Ferner konnte sie den Ruhm verdienter oder gar genialer Führer nicht ertragen, sabotierte vielmehr deren Feldzüge und trieb sie schließlich sämtlich aus der Heimat. Vermutlich liegt hier der eigentliche Grund; denn ohne Initiative und Nutzen aller Chancen kann keine Handelsmetropole gedeihen. Worüber Karthago endlich stürzte, wird also wie in einem Brennglas deutlich.
Raffgier, Treulosigkeit samt Selbstüberhebung und Trägheit (das Kriegshandwerk besorgten fast ausschließlich Söldner) machten es dem römischen Erbfeind leicht, dessen Legionäre von Idealen wie Vaterlandsliebe und Sendungsbewusstsein erfüllt waren, wenngleich zum Teil von den Mächtigen vorgeschoben...
Wie seine Zeitgenossen war Flaubert fraglos fasziniert von der Archäologie, anders hätte er sich kaum in derart aufwendige Studien gestürzt und Helfer bemüht, da er der alten Sprachen nicht mächtig war: Insofern rechtfertigt sich das Werk aus sich selbst. Gleichermaßen hielt er seiner eigenen von Dekadenz, kapitalistischer Großmannssucht und dem Verrat revolutionärer Ideale bestimmten Zeit auch einen Spiegel vor.
Zugegeben, Salammbo hat mit den Jahren etwas Patina angesetzt und unserer Zeit eher auf Umwegen etwas zu sagen. Trotzdem bleibt der Roman lesenswert und - obwohl lehrreich - durchaus spannend, wenn auch ohne die knallige Rezeptur moderner Historienschinken.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
... ist dieses Buch genau das Richtige. Flauberts Roman Salammbo beschäftigt sich zwar mit seinen Protagonisten, jedoch viel wichtiger ist das kriegerische Drumherum. Es geht um die Eroberung Karthagos, um Schlachten, Kämpfe, Niederlagen (kriegerischer wie auch persönlicher Art), aber auch um die Grausamkeit der Menschen. Detaillgenau schildert Flaubert auch die brutalen Seiten einer Belagerung. Er zeigt wie die Menschen gezwungen werden, ihrer Natur, ihren Gefühlen zu widersprechen, weil sie es als einzigen Ausweg aus einer ausweglosen Lage betrachten. Er führt einige Personen ein, die wichtigere Rollen spielen, jedoch gerade wenn man Sympathie oder zumindest Mitgefühl für sie entwickelt hat, reißt er sie wieder brutal aus dem Geschehen. Gerade für den Geschichtsfreak dürfte das Buch eine wahre Freude darstellen, denn selten wurden Geschehnisse so realitätsnah beschrieben, selten Strategien so offen gelegt. Dieser Roman ist Geschichte und große Schreibkunst, denn verlieben tut man sich vor allem in Flauberts Stil, der die Schönheit der Sprache auch in brutalen Szenen beibehält. Unbedingt empfehlenswert !
War diese Rezension für Sie hilfreich?
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Bücher-Liebhaberin TOP 1000 REZENSENT
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
Karthago im Jahre 241 vor Christus während des Ersten Punischen Krieges: Salammbô ist die Tochter des karthagischen Feldherrn Hamilkar Barkas. Mathô, der Söldner bei den Barbaren ist, ist von der Schönheit Salammbôs hin- und hergerissen. Er möchte sie erobern und sieht kein anderes Mittel zum Zweck, als den Mantel der Göttin Tanit vom heiligen Tempel Karthagos nachts klammheimlich zu stehlen. Es ist Sünde den Mantel der Göttin anzusehen oder ihn anzufassen, tut man dies doch, so stirbt man. Mathô hüllt sich jedoch in dieses Gewand und übt dadurch zunächst Macht aus. Alle Karthager sind ihm gezwungenermaßen erlegen, bis jedoch menschliche Opfer für den Gott Baal gefordert werden...

Genauso wie in "November" entfaltet Flaubert hier wieder eine verschwenderische Farbenpracht, um die Virtuosität der Bilder auf den Leser wirken zu lassen. Das Thema Karthago schweift nun mal ganz von Flauberts anderen Werken ab ("Madame Bovary", "November") und hat doch stilistisch einige Parallelen aufzuweisen. Flauberts Stil erinnert etwas an den von Oscar Wilde in seinen Märchen, jedoch fehlt bei Flaubert die gewisse Magie, die Oscar immer in seine Märchen miteingesponnen hat. Flaubert ist wie ein Maler oder Photograph: Er klatscht die Farben und Formen nur geradezu dahin, damit sie schön aussehen, verwirren und ja, damit sie auch versuchen den Leser in ihrer Vielfalt und Andersartigkeit zu ertränken. Es ist ein auf und ab in einer exotischen Welt der hyazinthfarbenen Augen, Gewänder, der purpurnen, zinnoberroten Münder und der Edelsteine wie Smaragde, Saphire und es ist ein Klirren von Glas, Perlen, Schmuck. Es riecht auch, es riecht nach Myrrhe, Kräutern, Salben, aber es wirkt auch grausam durch die Bilder, die sich vor einem entfalten: Krieg, Leichenteile, Folter, Rachsucht und mittendrin eine nahezu unmögliche Liebesgeschichte, umwoben von Furcht, Macht, Sünde. Nach 150-200 Seiten Flaubert kommt man als Leser schon ins Schwitzen, wenn nicht sogar vorher, es nervt einen beinahe, diese ganze Pracht an Allem und doch ist es anziehend über diese bunte Welt weiterzulesen und die Neugier zu befriedigen, wie das Buch endet. Flaubert ist ein Schriftsteller für sich und als Leser muss man sich entweder ganz reinhängen, den Stil akzeptieren und sich durchringen oder man lässt es ganz bleiben. Ein Freund von mir beschrieb Flauberts Stil in etwa so: Es ist so, als ob du eine Straße überqueren möchtest, doch vor dir ziehen lauter schöne Autos vorbei, du denkst dir: Was für eine Pracht, was für eine Artenvielfalt, für eine Schönheit; doch du kommst einfach nicht über die Straße!

Dieser Text wurde von einer 19-jährigen verfasst.
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