"Sakristei des Todes", im Benediktiner Kloster Blackfriars in London geschehen sehr seltsame Unfälle. Ein Mönsch stürzt sich auf einer Treppe zu Tode, einer fällt in der Bibliothek von der Leiter, einer verschwindet spurlos und ein vierter erhängt sich im Obstgarten. Was auf den ersten Blick nach normallen Unglücksfällen aussieht stellt sich unter den Augen von Coroner John Cranston und seinem Schreiber Athelstan, schnell als kaltblütiger Mord heraus. Alles scheint im Zusammenhang mit dem Generalkaptiel zu stehen, das im Kloster tagt. Unter den wachsamen Augen zweier Inqisitoren soll hier eine theologische Schrift auf Ketzerei untersucht werden. Wem das jetzt alles sehr bekannt vorkommt, und jezt ruft "Name der Rose", der hat sicherlich teilweise recht, denn in Stimmung und Art des Romans hat es sich Harding nicht nehmen lassen Anleihen bei Ecos Meisterwerk zu nehmen. Das ist allerdings nicht weiter schlimm. Statt in die üblichen Klischees zu stürzen würzt Harding seinen Roman mit der ihm eigenen Mischung aus prallem Leben, feinem und grobem Humor und präzisen Kentnissen des Lebens im englischen Mittelalter. Das er sich im Krimifach wohlfühlt, zeigte er ja bereits in seinen Roger Shallot und den Heilerin von Canterburry Romanen. Doch mit den Charakteren des sich mehr dem Wein und Essen hingebenden John Cranston, der die Rolle des einfältigen Trunenbolds ebenso beherrscht wie den scharfsinnigen königlichen Beamten und seinem treuen Freund und Schreiber Athelstan, der ein klein wenig an Peters Cadfael angelehnt ist, ist es ihm gelungen ein ungleiches Detektivpaar zu erschaffen, das unterhält und einen förmlich in die Geschichte saugt.
Mein Fazit: "Sakristei des Todes" hat definitiv seine starken Seiten, die Geschichte um die ermordeten Mönche und vorallem die Auflösung ist spannend, wenn auch manchmal der große Vater "Name der Rose" durch die Sätze blitzt. Die Nebenhandlung rund um das "Rätsel der scharlachroten Kammer", ist wunderbar und animiert weit mehr zum miträtseln als die Haupthandlung tut.
Eine uneingeschränkte Empfehlung an alle Harding/Doherty/Clines/Grace Fans und an alle die Mittelaterliche Krimis ebenso lieben wie ich. Alle anderen sollten sich vielleicht erstmal einen Harding leihen und sehen ob einem sein Stil gefällt.
Endwertung: Ein wirklich tolles Buch, das man in einem Sitz lesen möchte.