Bereits im Vorwort wird darauf verwiesen, dass dieses Werk fair und unter Berücksichtigung evangelischer, jüdischer, katholischer, orthodoxer und sogar atheistischer Wissenschaftler zustande gekommen ist. Unabhängig von dieser Behauptung, gehört Darell L. Bocks Die Sakrileg Verschwörung" zu den ersten Werken über den Da Vinci Code.
Als Professor für neues Testament und kurz nach Erscheinen von The Da Vinci Code, sehr beliebter Interviewpartner, wurde Bock kurz nach einem solchen Fernsehinterview von einem Verleger gefragt, ob er nicht ein Buch über die Fakten und Hintergründe des Da Vinci Codes schreiben möchte. Bock legt dabei besonderen Wert auf die Klarstellung, dass man genau zwischen virtueller Realität und historischer Wahrheit unterscheiden sollte, um den fiktiven Roman Sakrileg nicht mit der Realität zu Verwechseln. Das mag zwar für nicht unbedingt ein kluger Standpunkt sein, zumal das Christentum durch Anwendung der gleichen Maximen hinterfragt wird.
Stellenweise belässt es Bock beim schlichten Zitieren von Bibelstellen, als würde damit die oberste Wahrheit alle anderen Behauptungen entkräften. Leider ist die Bibel keine derart bestätigte historische Wahrheit, was aber in keinster Weise bedacht wird. Ferner zeigt die Gegenüberstellung von Passagen der Bibel und gnostischen Texten, sowie historischer Werke wie schwer verständlich solche antiken Texte sind.
Obschon Bock die Kernthesen des Da Vinci Codes widerlegt verläuft seine theologische Auseinandersetzung mit der Gnosis etwas trocken. Mit seiner Analyse der Fakten und Hintergründe der Theologie von Sakrileg, geht Bock auch näher auf die Entstehungsgeschichte der Bibel und entkräftet damit auch viele Vorurteile gegen das neue Testament bzw. der damals vorherrschenden Epoche.
Fazit:
Mit seinem Beitrag zur Diskussion rundum den Da Vinci Code schafft Darell L. Bock etwas, dass viele seiner Kollegen schmerzlich vermissen lassen, nämlich eine klare Trennung zwischen Fakt und Fiktion. Man könnte kritisieren, dass auch Bock dazu neigt, der heiligen Schrift des Christentums den Status der Unanfechtbarkeit einzuräumen und sich teilweise in theologischen Bibelzitaten zu erschöpfen, trotz allem möchte ich zu bedenken geben, dass die Sakrileg Verschwörung" als eines der wenigen kritischen Begleitwerke auch historische Quellen zur Beweisführung heranzieht.