Achtung, in dieser Hörbuch-Rezension (*1) werde ich um ein Stück mehr auf die Erfahrungen mit dem HÖRBUCH eingehen, als dass das hier eine Rezension des Romans „Sakrileg" von Dan Brown wird.
Nachdem ich den ersten Bestseller „Illuminati" von Dan Brown in Buchform regelrecht verschlungen habe, habe ich mich lange geweigert den nächsten Bestseller „Sakrileg" käuflich zu erwerben. Immerhin kostete die gebundene Ausgabe (Taschenbuch war noch nicht verfügbar) über 20 Euro. Als mir amazon.de dann die Empfehlung für das Hörbuch „Sakrileg" für 14,95 Euro aussprach, war der Erwerb desselben nur noch einige Klicks entfernt.
Es verhält sich nun einmal so, dass ich ab und an längere Strecken Auto fahre und dabei ist es bald schon zur Gewohnheit geworden - so ich alleine im Auto sitze, oder Mitfahrer nichts dagegen haben -, dass ich mir zum Zeitvertreib ein Hörbuch zu Gemüte führe.
„Sakrileg" eignet sich - um es gleich vorweg zu nehmen - ausgezeichnet um es sich während einer langen Autofahrt anzuhören.
Die 305 Minuten die ich auf der Strecke Frankfurt - Salzburg dem Roman gelauscht habe, vergingen relativ schnell. Lautstärkeschwankungen oder sonstige Mängel an der Tonqualität der Aufnahme konnte ich nicht feststellen.
Der erste Eindruck den das Hörbuches auf mich macht ist geprägt von der markanten, vor allem aber bekannte Stimme des Sprechers: Wolfgang Pampel. Er ist die „Exclusiv-Synchronstimme" von Harrison Ford. Nun hat amazon.de nicht unrecht, wenn es in seiner Produktbeschreibung einen Vergleich zwischen der Stimme von „Indiana Jones" (Harrison Ford) und der des Protagonisten des Romans, Robert Langdon, heranzieht. Mir kam der Zusammenhang der beiden Charaktere auch in den Sinn. Nicht zuletzt, weil ja auch Indiana Jones sintemalen nach dem „Heiligen Gral" gesucht hat. [Außerdem ... halte ich „Illuminati" und „Sakrileg" für höchst geeignet um es zu verfilmen. Das wird wohl nur noch eine Frage der Zeit sein, bis der sympathische, sportliche, Mit-Vierziger-Typ mit leicht graumeliertem Haar, - Robert Langdon, nämlich - in seinem Tweed-Sakko vor unser aller Kinopublikum-Augen nachts aus seinem süßen Traum - in dem er mit hinter dieser Frau , á la Vittoria Vetra, auf den Pyramiden hinterherhetzt ; einigermaßen erfolglos, wie uns der Autor ja weismachen will - dem Bett geklingelt wird. Harrison Ford wäre vermutlich schon zu alt für die Rolle des Abenteurers, aber mein Geheimtipp ist ohnehin George Clooney :-] - Dan Brown schreibt übrigens schon an einem dritten Roman in dem Robert Langdon irgendwelche Geheimlogen-Machenschaften in Washington D.C aufdeckt ... ]
Der Anfang von „Sakrileg" war für mich wie ein Déjà Vu!
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- Ich hab doch tatsächlich auf's Cover geschaut, ob ich überhaupt „Sakrileg" eingelegt hatte und nicht etwa zum wiederholten Male „Illuminati"! - Kein Scherz ...
Wurde Robert Langdon in „Illuminati" noch in Washington mitten in der Nacht aus dem Bett geklingelt, so wird er es in „Sakrileg" in Paris, wo er gerade zu Gast ist um sich unter anderem mit dem Direktor des Luvre, Jaques Saunière, zu treffen. - Wir wundern uns deshalb auch gar nicht, dass es eben dieser Jaques Saunièreist, der da offensichtlich zu einem grauslich anzusehenden Selbstmord gezwungen wurde und derart verrenkt mitten im Louvre tot herumliegt und nur noch darauf wartet, dass Mister Langdon herausfindet, wozu diese unnatürliche Haltung denn gut sein soll, in die der sterbende Sougniere sich gebracht hat ...
Und das ist nicht die einzige Parallele mit der „Sakrileg" aufwartet. Das ist auch der Grund, warum der Roman stellenweise verdammt langweilig wird. Obwohl er zweifelsohne nicht langweilig ist. Mir fällt auch keine gescheitere Definition ein ...
Wie schon in "Illuminati" gibt es in „Sakrileg" ebenso Dialoge, bei denen der "Vorleser" einiges vergeigen kann. Im Gegensatz zu Ralph Herforth, aus dessen Mund ich „Illuminati" in Hörbuch-Form vernommen habe, ist Wolfgang Pampel aber eindeutig eine Klasse für sich. Er hat das Vermögen den Darstellern ihren eigenen stimmlichen Charakter zu geben, und vernachlässigt auch nicht den französischen Dialekt. Manchmal hatte ich aber den Eindruck der gute Herr Pampel verschluckt Worte und nuschelt ein wenig. Das nur als „leise Kritik". Denn von der Art und Weise wie er den Roman vorträgt bin ich nachhaltig beeindruckt.
Leider - so muß ich gestehen - habe ich dem Inhalt nicht immer so schnell folgen können, wie nun einmal vorgelesen wird. Besonders als es um Details des „heiligen Gral" geht, musste ich einige Stellen wiederholt anhören. Das ist aber insofern nicht schlimm, weil die CDs a) sehr sinnvoll in ca. 10 bis 14 minütige Tracks aufgeteilt sind und b) habe ich auf der besagter Autofahrt auch zwei Autobahnumleitungen fahren dürfen - es gab Staus genug -, und so hatte ich genügend Zeit um mir den Roman anzuhören. Und zwar so, dass ich auch den Inhalt einigermaßen aufnehmen konnte.
Dem Inhalt konnte ich grundsätzlich, nur um es noch einmal fest zu halten - nur schwer folgen.
Um diese Hörbucherfahrung wieder mit der von „Illuminati" zu vergleichen:
„Illuminati" habe ich als Buch gelesen und war, als ich die Hörbuch-Version anhörte, natürlich schon sehr aufgeklärt über die Handlung.
Bei „Sakrileg" war es da schon schwieriger der Handlung zu folgen. Wenn mir dieser Roman irgendwann recht günstig in Buch-Form unter die Nase kommt, werde ich ihn wohl interessehalber auch einmal lesen. - Die Hörbuchfassung mit ihren 305 Minuten ist jedenfalls gekürzt. Vielleicht wäre eine Gesamtlesung sinnvoller gewesen. Dann hätte man das Hörbuch aber auch nicht zu so einem günstigen Preis auf den Markt gegeben. Ich kann mir zumindest vorstellen, dass ein grosser Teil meiner Probleme was das Folgen der Handlung betrifft, darauf beruhen, dass einige langatmigere erklärendere Stellen des Romanes weggelassen wurden. - Wie gesagt: Man kann nicht alles haben ...
Ich muss an der Stelle allerdings eines einräumen. Hätte ich das Hörbuch zu Hause - nur mal so nebenbei (beim Bügeln, Bohnen schnippeln oder was man zu Hause halt so macht ... ) angehört, ich hätt's mit Sicherheit an einigen Stellen sein gelassen.
Manchmal werden die Exkurse in die Vergangenheit der Heiden und Christen meines Erachtens zu langweilig und die Handlung - es geht schließlich um den heiligen Gral!!! - wird mir zuweilen zu abstrakt. Warum muss ausgerechnet ein Mister Langdon, ein anscheinend langweiliger Symbologie-Professor, in Paris einen Mord aufklären um so nebenbei das Geheimnis des heiligen Grals zu lüften? - Ach, und zufälligerweise hat er wieder eine nette junge Dame - die Enkelin des Ermordeten, wie sich herausstellt - an seiner Seite mit der er quer durch Paris, Frankreich und schließlich LONDON - ja, Sie haben richtig gelesen, London! - hetzt um ... äähh .. ich habe vergessen warum, aber egal. Zum Schluss haben sie den Gral gefunden ... und noch ein paar andere Geheimnisse aufgedeckt, die man zunächst so richtig überhaupt nicht vermutet hat. ... Und nur das ist ja wichtig. Die Spannung und die Überraschenden Wendungen und, dass man gut „unterhalten" wird. - Das schafft dieses Hörbuch allemal. :- )
Die Jewel-Box für die 4 CDs ist wieder einmal eine standardmäßige. Mich stört an diesen Boxen, dass die CDs von diesem Halter in der Mitte herunterfallen und in der Box lose herumfliegen. Wenn ich unterwegs bin, habe ich die CDs in diesen flexiblen Hüllen wie man sie von der Firma "HAMA" an allen Ecken und Enden (sogar bei LIDL ... ) erstehen kann.
Das Hörbuch ersetzt meines Erachtens das geschriebene Buch nur bedingt, was mein „Experiment" ja eindrücklich bewiesen hat.
Für mich sind Hörbücher weiterhin ein netter Zeitvertreib; z.B. beim Autofahren.
Vom Preis-/ Leistungsverhältnis ist dieses hier eine zumutbare Anschaffung. Wenn man allerdings WErt auf den Inhalt legt, so würde ich das lesen des Buches dieser gekürzten Hörbuchfassung vorziehen.
Gute Unterhaltung!
(*1) Gelegentlich ärgere ich mich bei amazon.de mächtig über diese witzlosen _Buch_rezensionen, weil bei sie meines Erachtens bei dem Artikel "Hörbuch" nichts zu suchen haben. Gerade bei Hörbüchern - da predige ich wohl, und das auch schon seit Jahren, gegen Wände ... - ist das A & O der Vorleser und die Qualität der Lesung, sowie der Compact Disk im allgemeinen. Die Aufteilung der Kapitel in Tracks, eventuelle musikalische Untermalung ... und nicht zuletzt das beigefügte Booklet mit Zusatzinformationen. Aber ... Auf mich hört ja keiner.