Seinen neuesten Kriminal-Roman mit dem bezeichnenden bayerischen Titel Sakramentisch!" lässt Autor Hannsdieter Loy zum wiederholten Male im schmucken Rosenheimer Land an seinen Lesern wohl bekannten Schauplätzen spielen. Mit seinem trockenen, teilweise derben Humor und einem augenzwinkernden Blick auf Land, Leute und typisch menschliche Eigenheiten reichert er seine kriminalistische Handlung mit dem rechten Quäntchen Heimat-Colorit an. Alle seine Figuren - wie den Protagonisten Artur oder Rechtsanwalt Werner - charakterisiert Loy in seinem neuesten Schelmenstück" gekonnt mit einer gesunden Portion Phantasie und wunderbarer Vorstellungskraft, so dass diese vor dem inneren Auge tatsächlich lebendig werden.
Dabei warnt er den geschätzten Leser zunächst immer wieder eindringlich vor der Lektüre seines Buches: Legen sie das Buch weg oder geben Sie´s zurück!" Wer diesem Rat jedoch nicht folgt, tut gut daran, denn er wächst mit fortschreitender Handlung in eine spannende Geschichte ohne großes Blutvergießen hinein, die Witz, charmante Dreistigkeit und liebevolle Zuneigung des Autors zu seinen Figuren miteinander verbindet.
Loy nimmt sich in Sakramentisch!" sowohl dem althergebrachten bayerischen Brauchtum, als auch gleichzeitig den teilweise abstrusen Erscheinungen der Neuwelt an. So macht er mit passenderweise nie enden wollenden Sätzen einen Ausflug in die banale Welt der TV-Sendung Dschungelcamp" und beleuchtete an anderer Stelle dazu kontrastierend die typischen Gepflogenheiten bei einer echt bayerischen Beerdigung und dem anschließenden Leichenschmaus. Indem sich bei Loy hypotaktischer (komplexe, detailgetreue Darstellung in langen Sätzen) und parataktischer Satzbau abwechseln, wird die Handlung während der 23 Kapitel in unterschiedlichem Tempo vorangetrieben, so dass die Spannung auf den Ausgang der Geschichte hin stets im Zunehmen begriffen ist.
Diesen Effekt verstärkt noch zusätzlich die Verwendung von direkter Rede im bayerischen Dialekt, die ihrerseits wiederum die Verwurzelung in den heimischen Gefilden unterstreicht. Eine angenehme Groteske, die gesellschaftliche, private und urbayerische Situationen gekonnt karikiert.