Nach diversen Preisvergleichen im Internet (Preisunterschiede 100 Euro!), Probefühlen im örtlichen M-Markt und der letzten Überstundenabrechnung habe ich mich für den X65F entschieden.
Kurzfassung
Wer sich den langen Text nicht antun möchte, hier die Kurzfassung:
Pro:
+Gute Verpackung
+Einfache Montage und Installation
+Gute Verarbeitung (Mängel siehe Unten)
+Massive Gesamtkonstruktion
+Viel Metall - nur Buttons und Kraft-Einstelleinheit aus Plastik
+Viel Potential
Negativ:
-Montaggerät (hoffentlich) erwischt:
-Trigger klemmt bei erhöhtem Kraftaufwand
-Button an einem Drehregler funktionierte nur sporadisch
Zusätzlich
-Zentrierung von allen Achsen und Ministick (Mausersatz) unausgereift, Softwarezentrierung fehlt (vielleicht noch)
-Zuviele Coolie-Hats am Schubregler, welche unbeabsichtigt ausgelöst werden können
-Schubregler (anfänglich) sehr schwergängig
-Keine höhenverstellbare Handablage am Stick
-Software unausgereift ("h"+"Umschalt" = funktioniert, "Umschalt"+"h" = ergibt nur "h" (im FSX, andere jetzt nicht getestet))
Langfassung
Verpackung
Das Produkt kam in einer vorbildlichen Verpackung, welche sich auch bei zukünftigen Ortswechseln als Transportbehälter anbietet. Alle Baugruppen sind fest durch eine Füllmasse fixiert. Einziger Nachteil war, dass man nicht auf Anhieb alle Bauteile gefunden hat. Ebenfalls in der Box enthalten sind ein mehrsprachiges Handbuch, eine Schnellmontageanleitung und 2 CDs (Software/Treiber + Demo von LockON-FC). Auf den Bildern immer nicht gezeigt: es wird auch eine Bodenplatte mitgeliefert, welche mit enthaltenen Schrauben und passenden Schlüssel entweder unter dem Schubhebel oder dem Stick als Gewichtserhöhung montiert werden kann.
Aufbau und Installation
Damit sind wir auch beim Punkt Aufbau und Installation. Diese ist ohne großen Aufwand auch schnell vollzogen: Aus der Schubhebeleinheit verlaufen 3 Kabel, welche mit dem PC, dem Stick und der Force Sensing-Einstelleinheit verbunden werden müssen und auch dementsprechend beschriftet sind. Die Montage der Forse Sensing-Einstelleinheit ging auch kinderleicht durch die Verwendung von Handdrehschrauben(mitgeliefert). Da ich eine Art Homecockpit besitze, dauerte es ein paar Minuten länger, aber letztendlich stand das Joysticksystem vor meinem Monitor. Die Installation von Treibern und Software verlief problemlos. Auch eine Verwendung von anderen Saitek-Geräten (bei mir Pedale und X52) parallel zum X65F war problemlos möglich. Übrigens kann man die Köpfe der Coolie-Hats untereinander tauschen, indem man sie abschraubt und so verteilt, wie man es möchte.
Erste Tests
Bereit für den ersten Test in der Steuerleiste. Stick erfasst, bewegt und... "Hui, ganz schön anstrengend." Zumindest in der ersten von vier voreingestellten Krafteinstellungen (F1), die ich persönlich für zu kraftaufwendig befinde. Alle 4 Krafteinstellungen lassen sich aber in der Software individuell für jede der drei Achsen konfigurieren. Noch schnell die Schubregler getestet und auch hier kam ich mir vor, wie im Kraftraum an einer Trainingsmaschine. Zwar gibt es eine Widerstandeinstellschraube am Boden der Schubreglereinheit, aber diese war schon auf "leicht" eingestellt. Bei mehrmaligen Vor-und Zurückschieben verschob man auch den Schubhebel über die Oberfläche (Holz). Also die bereits angesprochene Bodenplatte vom Stick demontiert und am Schubhebel festgeschraubt, wieder getestet, wieder verschoben... Akku-Schrauber geholt, Bodenplatte fixiert, Schubhebel montiert... Erfolg (Alternativ zum Festschrauben der Bodenplatte werden eigentlich Klebestreifen mitgeliefert, mit denen man die Platte auf Tischen fixieren kann). Per Google findet man auch andere User, welche dasselbe Problem beklagen. Einem wurde vom Saitek-Kundendienst geraten, die Schubregler 30 Sekunden lang schnell zu bewegen, was bei mir zu einer Besserung führte. Ich denke, bei häufiger Benutzung wird sich der Widerstand noch weiter verringern.
Das erste Spiel - Das erste Problem
... Flight Simulator X. Schnell im FSX-Menu konfiguriert, Flug geladen und gestartet. Steuerung ungewohnt, aber trotzdem zu ersten Landung angesetzt und etwas unbeholfen auch geglückt. Maschine rollt aus und ich betätige den Trigger für die Bremsen... Maschine stoppt, ich lasse Trigger wieder los, aber der Trigger verbleibt in hinterster Position und geht erst einen Moment später wieder nach vorn. Nach Test des Triggers war dies immer bei erhöhtem Kraftaufwand im Finger reproduzierbar. Ein späterer Besuch beim M-Markt zeigte, dass der Trigger dort normal funktionierte. Zuerst dachte ich, dass man damit leben kann, aber bei vielen Spielsituationen, wo der Kopf denkt, dass man durch erhöhten Kraftaufwand im Zeigefinger auch bessere Ergebnisse erlangt (Bremsen, Schießen, ...) ist es dann doch nervig. Diese Erkenntnis kam aber erst später.
Das zweite Spiel - Das zweite Problem
... DCS Black Shark. Auch hier hab ich mir wieder die Zeit genommen, den Controller (im Spiel) zu konfigurieren. Flug geladen, gestartet und wieder geärgert. Für alle die den Simulator nicht kennen: Man kann und sollte den Hubschrauber im Spiel trimmen, um bestimmte Fluglagen zu halten. Damit man bei einem normalen (also nicht Force Feedback) Joystick nach dem Trimmen wieder steuern kann, muss man den Stick wieder in die Neutralposition zurückführen, also X- und Y-Achse auf 0 bringen. Alles schön und gut... geflogen, getrimmt und Stick losgelassen, um wieder Neutralstellung zu erhalten. Nur leider lies der Heli sich nicht steuern. Nach mehrmaligen leichten "Drehen" im Uhrzeigersinn hatte ich die Kontrolle wieder... aber zu spät... Aufschlag. Also Steuerleiste geöffnet und mir die Achsen angeschaut. Bei ALLEN Krafteinstellungen, war der Stick nicht zentriert, obwohl der Stick nicht berührt wurde, selbst das Ruder (Z-Achse) zeigte Ausschläge.
Frustriert den Stick mehrmals an- und abgesteckt, sowohl an PC direkt, als auch am aktiven USB-Hub. Keine Besserung... also per Email Kontakt mit dem Saitek-Kundeservice aufgenommen. Dieser erhält von mir auch ein Lob, weil innerhalb von einer Nacht immer eine Antwort erfolgte. Vier Emails später nach Neuinstallation der Treiber (hätte ich auch selber drauf kommen können) und löschen der Registry-Einträge vom Stick, war eine Besserung eingetreten, die mit minimaler Deadzone-Einstellung auch spielbar war, aber immer noch nicht 100% zentriert. Ein "Jetzt zentrieren!"- Knopf in der Software fehlt leider. Problemkind war immer noch das Ruder. Da ich aber die Pedale von Saitek nutze, ist dieses bei mir eh immer softwareseitig gesperrt. Die Minimaus am Schubregler weicht aber ebenfalls von Nullzentrierung ab.
Ok, nach den Tagen des Probierens, bin ich dann auch übergangen in das Anlegen der Spieleprofile. Die neue SST-Software kommt im neuen Layout, aber wer mit der alten Version arbeiten konnte, kommt hier sofort zurecht. Allgemein schätze ich die Software als leicht zu verstehen ein. Eine feste Pinkie-Taste gibt es beim X65F nicht, angeblich kann man aber jede bzw. mehrere Tasten dazu bestimmen, also kann ich ähnlich wie "Strg", "Alt", "Shift" damit Funktionen mehrfach belegen. Dies habe ich aber nie probiert. Zeit für einen Test im FSX mit neuerstelltem Profil. Mal wieder gestartet, abgehoben... Zeit zum Einfahren des Fahrwerkes. Also die entsprechende Taste betätigt, in meinem Fall der "E-Button" = das Drücken des oberen Drehreglers... nichts passiert. Erneut betätigt, länger gedrückt... Fahrwerk wird eingezogen. Prüfen wir später... Flug fortgesetzt... Nun wollte ich dem Autopiloten eine bestimmte Funktion zuweisen, also entsprechende Taste gedrückt... nichts passiert, auch nach mehrmaligen Versuchen nicht. Im FSX Menu war die Funktion mit "Umschalt"+"h" versehen, im Saitek-Profil auch. Also habe ich versucht der Funktion im FSX-Menu eine neue Taste zuzuweisen. Ich betätige die Joysticktaste, im Feld erscheint "Umschalt"+"h", aber beim Loslassen der Taste steht nur noch "h" da. Das Problem ließ sich beheben indem man im Profil nicht "Umschalt"+"h" sondern "h"+"Umschalt" zugwiesen hat. Ebenfalls eine Kinderkrankheit. Da ich nun eh wieder in der Software war, testete ich auch gleich den bereits angesprochen "E-Button", welche nur sporadisch seine Funktion ausübte.
Bedienung des Sticks
Der Stick an sich liegt gut in der Hand, nur die oberen Coolie-Hats sind wahrscheinlich nur mit sehr großen Händen, ohne Verlassen der Handablage zu erreichen. Zumindest reicht meine Hand nicht dafür aus. Hier vermisse ich die höhenverstellbare Handablage des X52. Der Trigger hat nur noch eine normale Feuertastenfunktion. Der Schubregler ist so vollgestopft mit Coolie-Hats, dass man beim betätigen des Schubreglers unweigerlich einen davon auslöst. Hier wäre weniger mehr gewesen. Insgesamt hätte ich mir sowieso mehr Buttons und weniger Coolie-Hats gewünscht, zumal die einzelnen Wege der beiden Daumen-Hats am Schubregler schwer zu treffen sind (anstatt "links" trifft man z.B.: "links-oben") und die beiden zu dicht beieinander liegen. Positiv finde ich, dass der Modus-Schalter seinen Platz am Schubregler gefunden hat und nicht, wie beim X52, am Stick. Der entsprechende Modus, von denen es insgesamt vier Stück gibt, wird per Leuchtfeld auf der Kraft-Einstelleinheit angezeigt.
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