Ich habe den Film auf Empfehlung einer Freundin angeschaut und war sehr davon angetan.
"Saint Jacques" enthält alles, was einen guten Film ausmacht: er ist eine lustige Komödie, hat aber auch viel Tiefe und stellenweise ist er auch traurig.
Man muß nicht unbedingt Fan des Pilgerwegs oder sehr gläubig sein, um diesen Film zu genießen - es geht in erster Linie um die ganz persönliche Entwicklung, die Träume und Ängste und der Umgang damit. "Der Weg ist das Ziel" - dieser Satz trifft auf diesen Film ganz besonders zu, denn keiner der Teilnehmer der Wanderung auf dem Jakobsweg in diesem Film ist aus religiöser Motivation unterwegs - und doch erschließen sich allen individuell und gemeinsam neue Erkenntnisse: sie entwickeln sich weiter.
Der Film lebt von seinen unterschiedlichen Charaktren, die allesamt sehr überzeugend gespielt sind. Man schließt die Protagonisten dieser ungewöhnlichen Pilgerreise rasch ins Herz und es macht einfach Spaß, mitzuerleben, wie die Leute, die zu Beginn meist recht egoistisch handeln, nach und nach zu einer Gruppe zusammenwachsen.
Lediglich die Traumsequenzen fand ich etwas langatmig und verzichtbar. Aber das ist Geschmackssache und tut meinem Gesamteindruck keinen Abbruch.
Insgesamt ein Film, nach dessen Ansehen es einem besser geht - ein richtiger Seelenstreichler, der leider meist nur in kleineren Kinos als Geheimtipp lief.