Bis jetzt dachte ich an den Nikolaus an einen barmherziger Mann, der niederländische Horrorfilm "Saint" von Dick Maas (Die Flodders, Verfluchtes Amsterdam, Fahrstuhl des Grauen)will uns was anderes weiß machen!
Der Nikolaus (in der europäischen Geschichte gibt es mehrere) war hier ein in Ungnade gefallener Bischof welcher 1492 mit seinen Schergen raubend und mordend durch die Dörfer zog. Dabei wurden Kinder entführt und durch die Schornsteine eingedrungen. Ein paar Bauern machten seiner Sippe den Garaus und verbrannten den bösen, bärtigen Mann mit dem umgedrehten Kreuz auf der Mütze (kaum erkennbar: Huub Stapel) samt seinem Schiff.
1968 muss ein circa 13 Jahre alter Bauernjunge mit ansehen wie seine Eltern und Geschwister von einer Horde Zombiegehilfen und einem gruselig entstellten Nikolaus auf einem Pferd umgebracht werden. Es ist Vollmond und der 5. Dezember.
Alle 23 oder 32 Jahre (ich glaube hier hat die Synchro sich verplappert) ist Vollmond am 5. Dezember und 2010 rennen in Amsterdam eine Menge Nikoläuse mit schwarzen Gehilfen herum.Polizist Goert der ehemalige Bauernjunge hat auf diesen Tag gewartet wird aber wegen Spinnerei beurlaubt, so dass keiner merkt, als Neben aufzieht und im alten Hafen ein Schiff einläuft.
Das Gemetzel kann starten und der untote Nikolaus reitet durch und über die Dächer der Stadt und bringt Tod und Verderben.
Ein konventioneller Slasher - Streifen in US-Manier mit einigen typischen Stereotypen und etwas Augenzwinkern ist das Ergebnis. Manchmal ist das knappe Budget bzw. die durchschnittlichen CGI Tricks nervig, dann muss man aber schmunzeln wie viel Liebe Maas in dieses Zusammentreffen von "The Fog" und das Abändern einer Sagengestalt gesteckt hat. Leider ist das Ende etwas flach und die Figur des Nikolaus ebenso geraten. Der hat wenig gute Szenen oder gar einen Dialog. Dramaturgisch kann der Streifen alten Carpenter und Maas Hits nicht das Wasser reichen! Ein paar offene Fragen bleiben aufmerksamen Zuschauern zurück. Da war das Drehbuch nicht schlüssig genug, solche Dinge werden in guten US-Streifen (oft) besser kompensiert.
Ein nettes Making Of mit Maas und ein gutes, für solch einen Film fast zu schönes Bild runden einen guten Slasher Streifen ab, dem etwas das Zeug zum Kultstreifen fehlt.
Lasst euch nicht von der FSK 16 abschrecken, da hatte die FSK trotz jeder Menge derber Stichwunden, abgehackter Köpfe und Arme, sowie viel Blut wohl einen richtig guten Tag. Vielleicht haben die Damen und Herren dieses Gremiums aber auch nur die Szenen geschaut bei denen alles nur angedeutet wird?