Mit "Saga" zeigt C. Kostick dieses Mal andere Blickpunkte im Zusammenhang mit Computerspielen. In "Epic" ging es um Politik und Konsequenzen bestimmter politischer Verhaltensweisen, um Zivilcourage und "thinking out of the box". Letztere zwei Punkte finden sich auch wieder in "Saga". Ansonsten greift Kostick ein philosophisches Thema auf - was wäre, wenn das Universum in dem man sich bewegt, in Wirklichkeit nur ein Subuniversum eines anderen Universums ist? Wenn das, was als "Realität" empfunden wird, in Wirklichkeit nur "programmierte Abläufe" sind, die jederzeit entsprechend geändert werden können (im Gegensatz zu den Naturgesetzen, die in unserer Welt herrschen) und sich die Bewohner dieses "Subuniversums" dessen nur nicht bewußt sind?
Ein Thema, das erfahrende SciFi-Fans bereits aus Büchern wie "Simulacrum" (das als "Welt am Draht" oder "The 13th floor" auch verfilmt wurde), "Simulacra" oder Filmen wie "Matrix" kennen. Nichtsdestotrotz wird es von Kostick wieder sehr spannend aufbereitet und Leser, die sich für Cyberpunk begeistern können, kommen hier auf ihre Rechnung. Es kann nur sein, daß weniger "belesene" Leser nicht so leicht in die Geschichte hinein finden wie jene, die Bücher/Filme wie oben erwähnte kennen und dadurch schneller einen "Draht" finden.
Als "Nebenschauplatz" wird auch das Problem "Spielsucht" aufgegriffen, von der bereits aus "Epic" bekannte Figuren, wie der "große Erik" befallen werden. Der "kleine" Erik, auch bekannt als "Cindella" hilft ebenfalls wieder mit, die auftretenden Probleme zu lösen (wenn auch nicht mehr als Hauptfigur wie in "Epic").
Alles in allem wieder ein Buch, über dessen Themen toll diskutiert werden kann. Da beide Bücher, sowohl "Epic" als auch "Saga" Erwachsene ebenfalls fesseln können, wäre es wünschenswert, wenn vor allem Eltern, die über ihre "PC spielenden-Kids" klagen, diese Bücher lesen. Könnte möglicherweise das gegenseitige Verständnis erhöhen!