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Sag es mir: Roman
 
 
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Sag es mir: Roman [Gebundene Ausgabe]

Vanessa F. Fogel , Katharina Böhmer
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 334 Seiten
  • Verlag: Weissbooks (27. September 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3940888583
  • ISBN-13: 978-3940888587
  • Größe und/oder Gewicht: 21,6 x 15 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 91.493 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

Kindeskinder der Vernichtung: Vanessa F. Fogel hat einen berührenden Roman über die "dritte Generation" geschrieben

Schon der erste Satz hat es in sich: "In der Nacht, bevor ich nach Deutschland zu Mosha, meinem Großvater, fliege, lerne ich jemanden kennen, nehme ihn mit zu mir und schlafe zum ersten Mal in meinem Leben mit einem Mann", heißt es da. Noch etwas überrumpelt von dem steilen Einstieg fragt man sich, was das Eine mit dem Andern zu tun habe und was wohl dahinter stecke, dass beides in einem Atemzug genannt wird: Frivolität, Schicksalhaftigkeit oder einfach nur eine jener Zufälligkeiten, wie sie das Leben manchmal bereit hält?

Im Verlauf der Lektüre von Vanessa F. Fogels Debütroman "Sag es mir" wird klar, dass der Einstieg in das Buch mit Bedacht gewählt ist. Hier ist eine junge Autorin am Werk, die zwar tief aus dem Fundus der eigenen Biographie schöpft, gleichzeitig aber über genügend Kunstverstand verfügt, um zu wissen, wie man eine Geschichte baut und den Spannungsbogen von Anfang bis Ende durchhält. Die Nacht mit dem fremden Mann ist nicht nur ein Romananfang, sie hat auch die Sicht der Erzählerin von Grund auf verändert. Sie ist der Auftakt zu einem neuen Leben: die Schwelle, die aus der Kindheit hinüber ins Erwachsenendasein führt. Die Reise, die sie antritt, wird zu einer Art Initiation, in deren Verlauf sie erkennt, woher sie kommt, wer sie ist und was sie eigentlich will.

Fela, die Protagonistin von Vanessa Fogels Roman, steht im Begriff, ihren Großvater nach Polen zu begleiten: dorthin, wo alles begann und alles an sein Ende kam. Felas Großeltern sind Holocaust-Überlebende, die nach dem Krieg in Deutschland hängen geblieben sind. Fela ist, wie die Autorin selbst, in Deutschland geboren, in Israel aufgewachsen und noch in jungen Jahren nach New York gekommen. Hinter ihr liegt eine schwierige Kindheit. Sie hatte Großeltern, die über das Erlittene nicht sprechen konnten, Eltern, die mit sich selbst nicht zurecht kamen, und eine Pubertät, die mit Magersucht und Zwangsneurosen lebensbedrohliche Dimensionen annahm. Nichts Neues an sich und in theoretischen Abhandlungen über die Probleme der Kinder und Kindeskinder von Holocaust-Überlebenden vielfach beschrieben. Aber wie Vanessa Fogel darüber schreibt, das ist neu und von überraschender Frische. So kann nur jemand erzählen, der das Beschriebene selbst erfahren hat und gleichzeitig in der Lage ist, sich vom Autobiographischen wieder zu distanzieren.

Trotz des ernsten Hintergrunds entgeht die Autorin der Versuchung, ihre Geschichte bedeutungsschwer aufzuladen. Sie hat, und dies durchaus bewusst, kein Betroffenheitsbuch verfasst, sondern einen ganz und gar zeitgenössischen Entwicklungsroman, der geschickt mit den Themen spielt, die junge Leute von heute beschäftigen. Dass diese junge Frau anders ist als andere Jugendliche ihres Alters, dass sie eine Bürde mit sich herumträgt, die aus der Vergangenheit ihrer Familie auf sie gekommen ist, erfährt man erst mit der Zeit, beiläufig fast und sehr diskret. Die Autorin hat sich bei allem, was ihre Familie betrifft, große Zurückhaltung auferlegt und verfügt darüber hinaus für eine Anfängerin über eine erstaunliche Leichtigkeit und auch Originalität des Erzählens. Ohne Mühe wechselt sie die Schauplätze und zeitlichen Ebenen, und allein ihren Assoziationen folgend, bewegt sie sich zwischen polnischer Gegenwart und deutscher bzw. israelischer Vergangenheit. Nur ein paar allzu explizite Kommentare verraten, dass sie dem eigenen Erzählen manchmal noch nicht so ganz traut.

Tragendes Gerüst des Romans ist die Reise mit dem Großvater nach Polen. Es ist eine Reise zu den Orten der Herkunft und den Stätten der Vernichtung. Häuser, in denen man früher einmal gewohnt hatte, Friedhöfe, auf denen liebe Verstorbene begraben liegen, Konzentrationslager, denen man mehr tot als lebendig entkommen war - dies sind die Stationen einer Fahrt, die für beide, Großvater und Enkelin, existenzielle Bedeutung gewinnt: für den Großvater, weil er endlich jemanden hat, der ihm zuhört, und für die Enkelin, weil sie auf diese Weise endlich erfährt, woher sie kommt und was es mit ihrer Familie auf sich hat. Die Passagen, da die junge Frau, befangen zuerst, doch mit der Zeit immer mutiger und selbstbewusster, ihre Fragen stellt und der alte Mann ihr antwortend seine Erinnerungen preisgibt, gehören zu den eindrücklichsten Passagen des ganzen Buches. Man erfährt beim Lesen etwas von der befreienden Wirkung des Fragens und der Gnade des Antworten-Dürfens. Man spürt, wie der alte Mann ob seinem Erzählen aufblüht und die junge Frau Kraft gewinnt, indem sie sich der belastenden Vergangenheit stellt. Anzeige

Und wenn zu wiederholten Malen darauf hingewiesen wird, dass der Großvater sich ein Buch wünscht, das seine Lebensgeschichte festhält, dann weiß man auch, warum der Roman "Sag es mir" geschrieben werden musste. "Aber ich habe nur meine Worte, mit denen ich es schreiben kann", sagt die Autorin einmal. Dass es die richtigen waren, dafür ist das Buch selbst der beste Beweis.

Doch Fela, so benannt nach der ermordeten Schwester des Großvaters, ist nicht nur der Echoraum für Großvaters Erinnerungen. Fela hat auch ihre eigene Geschichte und wird durch die Reise mit ihrer eigenen schwierigen Vergangenheit konfrontiert: mit Erinnerungen, die auch sie lange Zeit verdrängt hatte und die nun allmählich erkennbar werden lassen, woher ihre bisherigen Schwierigkeiten kamen. Fela hat lange Zeit unter einem Gefühl des Fremdseins gelitten, unter fehlendem Selbstvertrauen und der Unfähigkeit, den eigenen Körper anzunehmen. Fela weiß nicht, wo sie hingehört. Sie hat Mühe, Freundschaften zu schließen. Sie kann Nähe nicht zulassen. Sie kennt sich in ihren Gefühlen nicht aus. Sie leidet unter den Spannungen im Elternhaus und bestraft sich selbst dafür, indem sie aufhört zu essen.

Erzählt wird auch diese persönliche Leidensgeschichte mit leichter Hand und ohne mehr als unbedingt nötig zu psychologisieren. Es ist die Geschichte einer von Krieg und Terror überschatteten, von den Konflikten sich allmählich entfremdender Eltern belasteten Kindheit: für israelische Verhältnisse gar nicht so außergewöhnlich, wie es vielleicht scheinen mag. So ist das eben in einem Land, dessen Bevölkerung zu weiten Teilen aus Überlebenden besteht und dessen Existenzrecht noch immer nicht überall garantiert ist. Vanessa Fogel beschreibt diese Situation, wie es nur jemand tun kann, der lange in Israel gelebt hat.

Doch mehr noch als von Krieg und Terror und dem Gefühl permanenter Bedrohung ist in Vanessa Fogels Roman von Liebe die Rede: von uneingestandener, unterdrückter, nicht gelebter Liebe. Das wird der Ich-Erzählerin Fela bewusst, nachdem sie die Nacht vor ihrer Abreise nach Deutschland mit dem Fremden verbracht hat und gleich darauf das Bedürfnis verspürt, Lior anzurufen, den Freund aus Kindertagen, den sie liebte, ohne es zu wissen, und der sie liebte, ohne es ihr je sagen zu können. Dieser Anruf - fast hätte man ihn am Anfang überlesen - ist es, der Felas Entwicklung ins Rollen bringt. Denn je länger die Reise mit dem Großvater dauert, desto klarer erscheint vor ihrem inneren Auge das Ziel ihrer eigenen Reise: Sie muss zurück nach Israel, in die kleine Siedlung bei Jerusalem, in der sie ihre Kindheit verbracht hat. Sie muss Lior wiedersehen und ihm gestehen, dass sie ihn liebt. Sie muss endlich ihr eigenes Leben leben und nachholen, was sie bislang verpasst hat.

Und Fela weiß, dass sie es kann, denn sie hat auf der Reise mit dem Großvater zum ersten Mal Nähe erfahren und die Tragfähigkeit einer echten Beziehung erlebt. Es macht die bittere Wahrheit dieser ungewöhnlichen Liebesgeschichte aus, dass es zu einer zweiten, glücklicheren Begegnung mit Lior nicht kommt. Denn wieder einmal ist Krieg im Nahen Osten, und wieder einmal kommt ein junger Mann aus diesem Krieg nicht zurück. Ausgerechnet jetzt, da Fela sich endlich von altem Ballast befreit, ihren Platz in der Familie gefunden und auch gelernt hat, sich als Teil der jüdischen Geschichte zu begreifen, ausgerechnet jetzt, wo alles hätte gut werden können, wird auch ihr etwas von jenem Leiden aufgebürdet, das dieser jüdischen Geschichte eingeschrieben ist.

Wenn Vanessa Fogels Roman gleichwohl nicht in düsterem Moll endet, dann deshalb, weil der Selbstfindungsprozess der jungen Frau nicht mehr rückgängig zu machen ist. Zum Zeichen dafür, dass sie bei sich selber angekommen ist, lässt sie sich ein Tattoo stechen: einen kleinen Davidstern, der sie fortan zeichnet, wie die blaue Nummer den Großvater gezeichnet hatte - aber jetzt nicht mehr als Opfer, sondern als eine junge Frau und Jüdin, die von sich selbst Besitz ergriffen hat und Ja sagt zu sich und zu ihrer eigenen Geschichte. --Die Welt, 27.11.2010: Klara Obermüller, "Ein Buch für Großvater."

Kurzbeschreibung

In der Nacht, bevor ich nach Deutschland zu Mosha, meinem Großvater, fliege, lerne ich jemanden kennen, nehme ihn mit zu mir und schlafe zum ersten Mal inmeinem Leben mit einem Mann.
Vanessa F. Fogel hat Sag es mir auf Englisch geschrieben - mit dem klaren Ziel, dieses Buch zuerst in Deutschland zu publizieren. Bei einer Reise nach Frankfurt fand sie den Verlag dafür. Nun erscheint Sag es mir in der kongenialen Übersetzung von Katharina Böhmer. Eine junge Jüdin zwischen Tel Aviv, Berlin und New York, zwischen dem Pulsschlag der Metropolen und dem Schatten ihrer Geschichte: Fela begleitet ihren Großvater auf einer Reise in das Land seiner Kindheit, Polen, die Heimat, die ihm die Nazis genommen haben. Fela, Tochter einer Deutschen und eines Israeli und selbst in Zeiten bewaffneter Konflikte aufgewachsen, spürt zunehmend, wie sehr ihr eigenes Leben mit dem Leidensweg des Großvaters verstrickt ist. Und doch gibt es da noch mehr, gibt es Liebe in Zeiten des Krieges, gibt es Humor, Verständnis und eine Zukunft.Vanessa Fogels Romandebüt verschmilzt deutsche, polnische und jüdische Geschichte. Sag es mir ist der Coming-of-age-Roman der dritten Generation.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ulrich Gellermann TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Es solle eine Ende haben mit der Erinnerung an den Holocaust, sagten und sagen die Schluss-Strichler, die Walser & Co., die in Auschwitz die Moralkeule sehen und nicht die ungeteilte Geschichte der Deutschen und ihrer Juden. Unserer Juden? Ja welche denn sonst, niemand hatte und hat so viele wie wir, zugegeben, die meisten sind tot. Aber dass es sie gab und gibt, auch in der dritten Genration danach, das belegt eindringlich und zart, nachdrücklich und behutsam, der Roman "Sag es mir" von Vanessa F. Fogel.

"Wie gaith's?" fragt der in Deutschland lebende Großvater, "di bis so schein, so groiss", freut er sich über seine Enkelin Fela, die ihn in Berlin besucht. Fela, in Deutschland geboren, mit den Eltern nach Israel gezogen, in New York zur Frau geworden, wird mit dem Opa nach Polen fahren und wir ahnen warum. - Wenn meine Großeltern nicht wollten, dass ich sie verstand, dann mischten sie in ihr katholisches Deutsch Wendungen aus dem Jiddischen. Metzger hatte mein Opa gelernt und von den vielen jüdischen Metzgern in der Stadt, den Katzowenen, das geheimnisvolle Jiddisch. Reste davon sind mir geblieben: Schmonzes, Tineff, meschugge und auch Kinderlach. Vor allem aber haftet mir bis heute der Ton: Anheimelnd und exotisch zugleich.

Ein Buch will Felas Großvater, eins über sich und darüber, dass sein Bruder Isaak ihm für immer zehn Jahre alt bleiben wird, wie die Schwester Fela, nach der die Fela im Roman benannt ist, immer zwölf bleibt. Bis zum Tag an dem sie ermordet wurde. Ein Buch über sein Überleben will der Großvater, diese Leistung dem Hunger, dem Gas und Verrücktwerden entkommen zu sein. Und weil die Erinnerung geschärft werden soll, besuchen Fela und ihr Opa nun jenen Teil Polens, der für die beiden ein einziger großer Friedhof zu sein scheint. Aus Felas Erinnerung steigt die tätowierte Nummer auf dem Arm des Großvaters auf und seine Antwort auf ihre Frage danach, damals, als sie noch ein Kind war: "Wir haben die Telefonnummern unserer Freund aufgeschrieben, damit wir sie nicht vergessen."

In Wahrheit ist das Buch der Fogel eines über die Liebe: Die zwischen Kindern und Eltern, zwischen Geschwistern und vor allem der unerfüllten Liebe, jener die nie dem Geliebten erklärt wird, weil man nicht mutig genug ist, weil die Gelegenheit noch nicht gekommen ist. Ihr ferne, unerfüllte Liebe erkennt Fela ausgerechnet, als sie mit einem anderen Mann schläft als jenem, dem sie sich versprochen fühlt. Und auch dieses kleine Drama wird mit jenen sanften Fingerspitzen auf die Seiten des Buches getupft, wie all die Geschichte in "Sag es mir". Geschichten von der schlechten Ehe der Eltern und einer doch guten Kindheit, Geschichten vom Krieg und vom kleinen Frieden. "Frieden wird nie passieren, nicht hier," sagt Felas Mutter, bevor sie ihre Tochter nimmt und von Israel in die USA wechselt.

Längst der Obhut der Großeltern entwachsen, sangen wir später zur Gitarre "Und als der Rebbe lacht, lachen alle Chassidim", ein wenig makaber war es schon, dass wir Christenkinder von den längst verschwundenen Rabbinern und den frommen Juden sangen. Und zugleich war es auch der Beginn einer Entdeckung: Da war doch mal was. - Fela wird sich auf der langen Reise des Romans selbst entdecken, erwachsener werden und klug. Und Vanessa F. Fogel wird sie unterdessen häufig Dialoge im Kopf bilden lassen, Gespräche mit den Toten und den Lebenden, so wie Kinder manchmal ganz alleine mit verteilten Rollen spielen. Das ist ein anrührendes literarisches Verfahren.

Als ob denn mit der dritten Generation nach Auschwitz das Thema zu erledigen sei. Fela trägt den Namen von Opas Schwester. Und wer in Deutschland das Unglück hat auf dem Namen Adolf getauft worden zu sein, der nennt sich selbst Dolf, oder Adi. - Es ist keine Keule, die von Vanessa Fogl geschwungen wird, eher sind es Blätter, die sie bewegt, mit denen sie bewegt. Einmal, gegen Ende des Buches, lässt sich Fela ein Tattoo sticheln. Und denkt dabei an die Nummer auf dem Unterarm des Großvaters. Was mögen wohl die SS-Großväter ihren Enkeln erzählt haben, wenn sie nach deren eintätowierten Nummern unter der Achsel gefragt haben? Vielleicht: Die Lottozahlen? Es ist das Los der gemeinsamen Vergangenheit, das in "Sag es mir" beschrieben wird, ein Los, dessen Ziehung längst war und deren Glückszahlen nicht gekommen sind, kaum kommen werden.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Oszillierend zwischen Gegenwart und Vergangenheit entwirft Vanessa Fogel in ihrem Debütroman ein Bild ihrer Generation und damit der dritten nach dem Holocaust.
Die Icherzählerin Fela lebt zu Beginn ihrer Geschichte in New York und will mit ihrem Großvater nach Polen reisen, um ihm auf seinen Spuren in die Vergangenheit zu folgen. Über Berlin führt sie der Weg dorthin. Hier hört sie viele Geschichten aus des Großvaters Leben als KZ Häftling und über seine Familie, von denen nur wenige den Holocaust überlebt haben. Seine Mutter war schon 1931 gestorben, so dass ihr Grab die einzige Erinnerungsstätte für ihn bleibt. Die Asche aller anderen ist weit verstreut. Mit den Erzählungen des Großvaters begleitet Vanessa ihn auf einer Reise, in der sie über eigene Befindlichkeiten und gegenwärtige Zustände ebenso nachdenkt wie über ihre Kindheit in Israel in den achtziger Jahren.
Sie ist die Tochter einer Deutschen und eines Zionisten, deren Ehe über die bewaffneten Konflikte in Israel zerbricht. Auch Fela erlebte in ihrer Kindheit die Ängste und Schrecken einschlagender Raketen und eine stets gegenwärtige Todesfurcht. Ihr Vater postuliert, dass es den Juden nie wieder so ergehen soll wie im dritten Reich. Mit dieser Aussage bekräftigt der Vater den Überlebenswillen seines Volkes in Zeiten der Kriege und der versuchten Auslöschung des Staates Israel.
Mit der Mutter lebt Fela nach der Trennung ihrer Eltern einen großen Teil ihrer Jugendjahre in New York. Doch die Sehnsucht nach ihrem Bruder Tom und dem Freund ihrer Kindheit hält sie innerlich gefangen. In langen Reflexionen gedenkt sie ihres jungen vergangenen Lebens.

Die sehr hübsche, wache und sensible Erzählerin trifft mit ihrem Ton die Stimmung der jüngeren Menschen unter den Juden, die teilweise eine Heimat in Israel fanden, und teilweise immer auf der Suche nach der wahren Heimat blieben. Die Wurzeln ihrer Vorväter reichen in zahlreiche europäische Länder zurück, aus denen sie als Folge des Zweiten Weltkriegs vertrieben wurden oder den Tod fanden. Mit der Hypothek um das Wissen dieser Vergangenheit sucht auch Vanessa Fogel einen Weg, auf dem sie sich sicher und zu Hause fühlen könnte. Wird das überhaupt möglich sein?

Venessa Fogel hat einen Jugend -und Entwicklungsroman der ganz feinen Sorte geschrieben. Ihre Gedanken sind sensibel, hoch empfindsam, wechselnd zwischen Fragen, Antworten, Phantasien und täglicher Realität. Angerührt und betroffen legt man den Roman beiseite, in dem noch einmal und immer wieder das Schicksal der Juden in aller Welt angesprochen wird. Dass eine persönliche Liebesgeschichte und Adoleszenz hineingestrickt ist, gibt dem Roman die persönliche Note, die ihn so anrührend macht und Empathie auslöst.
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Format:Gebundene Ausgabe
Ich kaufte "Sag es mir", nachdem ich von Vanessa F. Fogel's Auftritt, d.h. Interview und Lesung beim Debuetantenabend im Frankfurter Kunstverein anlaesslich der internationalen Buchmesse im Oktober fasziniert war.'

Maxim Biller hat Recht: "Die Menschen werden dieses leichte, ernste Buch lieben". Maxim Biller's Aussage stimme ich total zu. Ich liebe es und konnte es beim Lesen ueberhaupt nicht weglegen.'

Die Geschichte ist voller Emotionen, und ist in einem praegnanten und signifikanten Stil geschrieben. Die Handlung ist tabubrechend und doch wiederum einfuehlsam dargestellt. '

Dieses Buch spricht ,meiner Meinung nach, alle Altersgruppen an -- Ich habe es meiner 16-jaehrigen Tochter und auch meinen meinem Mann empfohlen.'

"Sag es mir" ist ein grossartiges und wichtiges Buch!
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