Leider ist bei Helga Glaeseners neuestem Werk bei mir der Funke so gar nicht übergesprungen, obwohl ich den Neuling sehr gespannt erwartet habe. Das mag daran liegen, das es schon einige Jahre her ist, dass ich
Die Safranhändlerin gelesen habe, oder aber auch daran, dass mir
Die Rechenkünstlerin, "Die Safranhändlerin" und sogar
Wer Asche hütet: Giudice Benzonis erster Fall einfach *wesentlich* besser gefallen haben.
"Safran für Venedig" ist zwar leidlich entspannende Lektüre, aber ohne wirkliche Höhepunkte und zum Teil sehr langatmig. Die Geschichte plätschert vor sich hin, es tauchen viele Personen kurz auf, die für den Fortgang der Geschichte erst dann wieder wichtig werden, wenn man sie schon fast wieder vergessen hat.
Die Grundidee, über die Katharer zu schreiben und dieses in Form einer Suche nach dem "wahren" Schicksal von Marcellas Schwester zu kleiden, fand ich zwar sehr gut, aber die Umsetzung ist Helga Glaesener leider weniger gut gelungen. Es gab es für meinen Geschmack zu viele, zu weit hergeholte Verschwörungen gegen Marcella und Damian. Die Geschehnisse in Marcellas Geburtsort zogen sich endlos in die Länge. Auch die Auflösung des Betrugsfalls in der Filiale in Narbonne erschien mir zu weit hergeholt. Die einzelnen Charaktere wirkten zwar glaubwürdig, aber die ganze Geschichte hätte wesentlich kürzer sein müssen, um einen Spannungsbogen zu schaffen und aufrecht zu erhalten: Für mich fing "Safran für Venedig" als Fünf-Sterne Roman an, verlor schon nach nicht allzuvielen Seiten auf vier Sterne und hat letztendlich wegen zu schnell aufkommender Langatmigkeit und daraus resultierender Langeweile nur zwei Sterne. Muss zugeben, ich bin wirklich enttäuscht, habe mich ab etwa S. 150 durchgequält und bereue es, viel Geld für das Hardcover ausgegeben zu haben.
Fazit: Nicht Helga Glaesener in bewährter Qualität!. Warten Sie lieber bis zur Taschenbuchausgabe