Dass Patrick Stewart ein Top-Schauspieler ist, wissen die meisten. Dass er zwischen ernsten Rollen auch gelegentlich mal einen lustigen oder verrückten Film einschiebt (z. B. "Masterminds") ist wenigen bekannt.
In "Safe House" spielt er einen Ex-Regierungsbeamten mit ausgeprägter Paranoia, der bis an die Zähne bewaffnet in seinem Haus sitzt und ständig an seiner Verteidigung arbeitet. Er glaubt, dass der aktuelle Präsidentschaftskandidat es auf sein Leben abgesehen hat, und seine Tochter macht sich Sorgen um ihn, will ihn aber nicht ins Heim stecken (Kommentar des Schwiegersohns: "Lebend kriegen wir ihn eh nicht da raus." - das fällt nicht schwer zu glauben.)
Was sich nach einer eher deprimierenden Geschichte anhört, ist in Wirklichkeit eine gelungene Mischung aus Komödie und Drama, wobei die Schrullen von "Mace", wie Stewarts Charakter heißt, und die Reaktionen seiner Umwelt sehr amüsant dargestellt werden. Während sich endlich eine Betreuerin findet, der es nichts ausmacht, dass ihr Schützling jeden Tag um den Swimmingpool herumspringt und mit seiner Halbautomatik auf Ziele im Garten schießt, wird Mace immer deutlicher bewusst, dass weder seine vielen Waffen, noch die ständigen Merk-Spielchen sein Gehirn vor dem Zerfall bewahren können...
Es scheint, als habe Patrick Stewart einen Heidenspaß daran, abgedrehte Charaktere wie Mace oder Raif Bentley ("Masterminds") zu spielen. Auch hier hat man das Gefühl, dass er jede Minute genießt. Ich hatte mir den Film eigentlich nur bestellt, weil ich den Schauspieler endlich mal wieder on screen sehen wollte, auch wenn ich zunächst dachte, dass es sich um einen Actionfilm handelt (woran das Cover nicht ganz unschuldig ist). Dass es sich um eine regelrechte Film-Perle handelt, ist mir erst nach dem Einschalten klargeworden. Da stellt sich wirklich die Frage, warum es diese DVD nur als Import gibt und nicht mit Extras und allem Drum und Dran als (mehrsprachige!) deutsche Version!