Trotz der Tatsache, dass ich gerne auch gezielt nach negativen Eigenschaften schaue, habe ich bei der Saeco XSMALL quasi nichts gefunden, was mir wirklich so negativ auffällt, als dass weniger als 5 Sterne gerechtfertigt wären. Nach inzwischen ca. acht Wochen intensiven Kaffeetrinkens zuhause finde ich die Kaffeemaschine noch genauso gut wie in den euphorischen ersten Tagen der Benutzung.
Bis zum Erwerb der XSMALL hatte ich im Büro immer leckeren Kaffee aus großen Automaten von Jura oder auch von Saeco. Nur meine Senseo zuhause wollte einfach nicht den Geist aufgeben, und so lange wollte ich mir auch keine neue Kaffeemaschine zulegen. Nun, nach siebeneinhalb Jahren Senseo zuhause, hatte ich die Nase aber voll, habe die mit Sicherheit gute Padmaschine verschenkt und mir die Xsmall zugelegt. Und seit ich die Saeco besitze, frage ich mich, warum ich so lange gewartet habe.
Vom optischen Eindruck her sieht das Gerät schonmal toll aus. Die elegante Formgebung und das schlanke und beinahe puristische Design passen sich gut an meine Küche mit magnolienweißen Hochglanzfronten, Korpus und Arbeitsplatte in Wenge und sandfarbenem Feinsteinzeug an. Sieht wirklich cool aus! Auch von der Haptik her ist mein Empfinden sehr positiv. Die matte Oberfläche mit der polierten Edelstahldüse mache ich sogar gerne sauber. Der Widerstandspunkt des Drehreglers ist genau richtig.
Apropos Saubermachen. Nach jedem Ein- als auch vor jedem Ausschalten reinigt das Gerät eigenständig die Kaffeeausläufe. So ist gewährleistet, dass auch wirklich nur frischer Kaffee und kein alter Siff in die Tasse kommt. Es empfiehlt sich, nach dem Einschalten den Reinigungsvorgang abzuwarten, bis man eine Tasse unter den Auslauf stellt. Das dauert auch nur wenige Sekunden, man kann dabei stehen bleiben. Man könnte es nun als negativ empfinden, dass die zur Reinigung verwendete Flüssigkeit nun in die integrierte Tropfschale tropft, aber ich bevorzuge Kaffee aus einer sauberen Leitung und halte dafür auch gerne hin und wieder die Tropfschale unter fließendes Wasser. Dass man nicht zuletzt aufgrund dieser Tatsache nach "nur" ca. vier Tassen das Wasser neu auffüllen muss, macht mir auch nichts aus. Mehr Kaffee trinke ich in meinem Singlehaushalt ohnehin nicht innerhalb eines Tages, und sonst hätte ich so oder so gerne frisches Wasser.
Die Reinigung der sonstigen Teile, insbesondere des Satzbehälters, der Brüheinheit und der Tropfschale ist denkbar einfach. Alles ist mit einem Handgriff abnehmbar. Für die Reinigung der Brüheinheit empfehle ich einen kleinen Pinsel. Auch hinter dem Satzbehälter ist es ratsam, alle paar Tage mal mit einem Pinsel die losen Körner des Kaffeesatzes zu entfernen. Das ist aber wirklich sehr wenig, und wenn man den Satzbehälter regelmäßig leert, geht auch nichts daneben.
Der eigentliche Prozess der Kaffeezubereitung ist komfortabel und unkompliziert. Das Mahlwerk kann in fünf Stufen von grob bis fein eingestellt werden. Je feiner die Bohnen gemahlen werden, umso kräftiger wird der Kaffee letztlich. Wie groß eine Portion sein soll, programmiert man beim ersten Gebrauch kurz ein (einfach die Espresso- oder Kaffeetaste gedrückt halten, bis die gewünschte Menge des jeweiligen Getränks erreicht ist), dann wird bei allen späteren Anwendungen ebendiese Menge zubereitet. Es besteht später auch die Möglichkeit, zwei Tassen gleichzeitig zuzubereiten, indem man zum einen zwei Tassen unter den (doppelten) Auslauf stellt und zum anderen die jeweilige Taste zweifach betätigt.
Mit dem Drehregler kann auch die Wasser- oder Dampffunktion gewählt werden. Mithilfe der Dampffunktion kann bspw. Milch aufgeschäumt werden, um einen Cappucino zuzubereiten. Dazu einfach die Tasse zu 1/3 mit kalter Milch befüllen, die Düse in die Milch halten und mit dem heißen Dampf erhitzen und aufschäumen, anschließend den Kaffee dazugeben. Mit der Wasserfunktion kommt bis zum manuellen Anhalten des Programms heißes Wasser aus der Düse, um bspw. Tee zuzubereiten.
Was für die Zubereitung des "richtigen" Kaffees aber wohl mit die größte Rolle spielt, ist die Kaffeebohne selbst. Ich bevorzuge illy-Bohnen, aber da muss halt jeder für sich ein bisschen ausprobieren.
Mein Fazit: Wenn man weiß, was für Kaffee man mag und wie man ihn mag, bietet die Xsmall eine tolle Zubereitungsmöglichkeit für die Heimanwendung mit ausgezeichnetem Preis-Leistungs-Verhältnis!