Wir sind reine Cappuccino-Konsumenten (meint: keinen Filterkaffee, keine Instantprodukte, etc.) mit Saeco-Erfahrung. Als im Sommer 2008 ein Ersatz für unsere alte Magic fällig wurde, entschieden wir uns aufgrund der technischen Features und auch wegen des Designs für die "Primea Cappuccino Touch Plus New Edition" (allerdings mit dunklem Korpus und hellen Seitenteilen - also anders als hier abgebildet).
Leider zeigte das erste Gerät von Anfang an deutliche Macken (häufig kein Schaum, selten heiss und der Cappuccinatore fiel ziemlich schnell auseinander), und hätten wir uns nicht für den Händler Amazon entschieden, wäre unsere Reklamation wohl eine langwierige und ärgerliche Angelegenheit geworden, denn weder die sog. Hotline von Saeco noch die Vertragswerkstatt scheinen sich große Gedanken über Service und Kundenzufriedenheit zu machen. Amazon hingegen nahm das Gerät sehr freundlich und unkompliziert (und sogar gegen Geld) zurück.
Habe ich schon erwähnt, dass wir Amazon lieben? Bleibt so, Leute! Sowas erzeugt echte Kundenbindung!!
Na ja, neue Marktrecherchen in diesem Preissegment haben uns mangels überzeugender Alternativen wieder zum gleichen Gerät geführt, und wir haben es erneut bei Amazon bestellt. Zum Glück: wir sind absolut happy mit dem Teil (Produktion 7/2008). Es macht den vertrauten perfekten Saeco-Schaum, holt das Beste aus unserer guten Bohne, der Cappuccino hat genau die richtige Temperatur, die notwendige Bedienung und Wartung sind einfach bis idiotensicher, und wenig zeitintensiv.
Nach gut 4 Monaten intensiver Nutzung kann ich diese Hinweise "aus der Praxis" geben:
Neben den diversen Wartungszyklen, die das Gerät ohnehin bedingungslos verschreibt, ist es am wichtigsten, den Cappuccinatore funktionsfähig zu erhalten. Also, nach jeder Benutzung den Milchbehälter SOFORT entnehmen und kühlstellen, jeden Abend den Cappuccinatore auseinandernehmen und in warmes (nicht heisses!) Wasser mit etwas Spülmittel legen (das geht ganz schnell), morgens abspülen, zusammenbauen, einsetzen. Es rächt sich, wenn man den Milchresten Gelegenheit gibt, zu gerinnen oder anzutrocknen - dann dauert es ewig, bis man wieder alle Löcher freigepult hat. Den Milchbehälter reinige ich 2-3mal/Woche in der Spülmaschine. Für den Cappuccinatore habe ich mir einen Minipinsel mit feinen Nylonborsten beschafft, mit dem ich sehr schnell auch in kleinste Löcher komme. Ich musste noch nie am weißen Rädchen drehen, um den Milchschaumfluss wieder in Gang zu kriegen - weder links noch rechts rum. Ich glaube, das ist nur ein Trick für die, nicht nicht regelmäßig saubermachen, um so festgesetzte Milchreste zu lockern. Ich mache lieber kurz sauber.
Stereotyp jeden Freitagabend spüle ich alle zu spülenden Teile gründlich und lasse sie über Nacht trocknen und entferne alle Kaffeemehlspuren aus dem Maschineninneren (dauert knapp 20 min.), alle 2-3 Wochen fette ich die Führungen der Brühgruppe (dauert ca. 2 min.).
Ich warte mit dem Entkalken auch nicht, bis es gar nicht mehr anders geht, sondern entkalke regelmäßig, denn wir haben hartes Wasser.
Wem dies zuviel Wartungsaufwand ist, der gehört vielleicht nicht zur Zielgruppe und ist mit einer Pad-Lösung besser dran.
Mit gefällt, wie leicht und ergonomisch durchdacht sich die einzelnen Teile aus dem Gerät nehmen und wieder einsetzen lassen, und wie leicht sie zu reinigen sind.
Was ich verbesserungsfähig finde:
1. Der Verschluss-Sensor der Milchschublade reagiert etwas träge, und meist muss man nach dem Einsetzen des Milchbehälters nochmal kurz auf den Verschlussclip tippen, damit die Maschine kapiert, dass sie jetzt wieder über Milch verfügt, sonst schreit sie ständig "Milchbehälter einsetzen", obwohl der schon drin ist.
2. Das Gerät merkt sich sehr viel in seinem internen Kalender, aber leider merkt es sich nicht, was man bereits auf dem Display angewählt hat. Wenn man also auf den Cappuccinoknopf drückt, wird zuerst der Kaffee gemahlen. Wenn die Maschine DANN feststellt, dass sie kein Wasser mehr hat, stellt sie alle weiteren Aktivitäten ein und schreit "Wasserbehälter auffüllen". Hat man dies dann getan, hat die Maschine leider zwischenzeitlich vergessen, dass sie schon Kaffeepulver hatte, und fängt erneut an zu mahlen. Die erste Portion Kaffee schmeißt sie ungenutzt weg - das finde ich doof. Unsere uralte Saeco Magic hatte da ein besseres Gedächtnis. Ich habe daraus gelernt, VORHER sicherzustellen, dass genügend Wasser im Tank ist.
3. In einigen Foren-Beiträgen wurde geschwärmt, wie toll die Bedienungsanleitung sei - dem kann ich mich nicht anschließen. Vielleicht gilt dies für Leute, die sich ausschließlich an Bildern orientieren, aber selbst die Abbildungen sind wahrlich nicht alle selbsterklärend oder auch nur korrekt im Kontext; der Text ist auf jeden Fall häufig eher irritierend als hilfreich.
4. Ich fände es schön, wenn Saeco dem Ausstattungsset standardmäßig einen Reinigungspinsel für den Cappuccinatore beilegen würde, und hier nicht auf die Findigkeit der Kunden baut und auf deren Bereitschaft, sich selbst zu helfen (Hint-Hint für den zuständigen PM, für den diese Beiträge hier eigentlich zur Pflichtlektüre gehören sollten).
Trotzdem kriegt die Primea von mir volle Punktzahl, das hat sie sich verdient. Ich kann sie nur empfehlen!
Saeco Primea Cappuccino Touch Plus New Edition