Vorweg die Info an die lieben Leser: Ich habe recht viel Erfahrung mit hochwertigen und einfachen Espressomaschinen mit Siebträgern. Ich behaupte, Siebträgerma-schinen korrekt bedienen zu können. (Vollautomaten lehne ich wegen dem hohen Reinigungsaufwand und den in der Regel unflexiblen Bedienungsmöglichkeiten ab, auch wenn sich hier vieles zum Positiven gewandelt hat.) Und ich weiß, wie richtiger Espresso und Cafe Créme schmecken kann. Außerdem nutze ich diverse Kaffeesor-ten, da jede Maschine eine andere Sorte braucht, um das gewünschte Geschmacks-ergebnis zu erzielen.
Die Übernahme von SAECO durch Philips hat den italienischen Espressohersteller nicht unbedingt verbessert. Als regelmäßiger Espresso- und Cafe-Créme-Genießer habe ich mir die HD8323 als Zweitgerät fürs Büro besorgt. Das Design ist auf dem ersten Blick sehr ansprechend, aber es ist eben alles Plastik. Aber geschenkt. Für den Preis darf man nicht mehr Materialqualität erwarten.
Nun kommen aber die wirklichen Schwächen:
Der Siebträger verfügt über eine Cremafunktion, die leider nicht hält, was sie ver-spricht. Die Crema sollte eigentlich sehr feinporig und fest sein, hier erinnert sie aber eher an Spülschaum. Entsprechend ist der Geschmack des Espressos bzw. des Ca-fe Créme sehr unbefriedigend. Die Maschine betreibe ich jetzt mit einem Standard-siebträger, ohne "Cremafunktion", und siehe, bei richtiger Anpressung des Kaffee-mehls zaubert die kleine Niederländerin mit italienischer Abstammung durchaus pas-sablen Espresso. Schade, dass der Hersteller den klassischen Siebträger nicht mehr im Programm hat. (Liebe Interessenten, mein alter Siebträger ist und bleibt unver-käuflich!)
Weitere Nachteile: Der Netzschalter ist nicht vorne, wo man ihn braucht, sondern hinter der Maschine. Da hat man wohl in Eindhoven 10 cm Kabel sparen wollen. Der Deckel über dem Wassertank rastet kaum ein, man muss ihn also sehr exakt auf die vorgesehene Fläche legen, von dort rutscht er leicht wieder weg, wenn man gegen ihn stößt. Die Maschine ist sehr laut, auch da können es manche andere der preis-werteren Modelle besser.
Ganz problematisch ist der an sich sehr leicht zu füllende Wassertank. Die Verbin-dung zur Maschine läuft nicht über einen Schlauch, sonder über einen Stutzen. Die-ser Kontakt führt immer wieder zu Wasserlachen unter der Maschine. Der Hersteller weist von sich aus in der Bedienungsanleitung auf die Gefahr hin. Mir und meinem Kollegen ist es aber bisher fast nie geglückt, den Tank ohne anschließende Pfützen in der Küche einzusetzen. Wir hatten vorher ein ähnlich preiswertes Modell vom Krups mit dem gleichen Tankprinzip, da hat es jahrelang einwandfrei geklappt.
Fazit: Das Design ist nett, der Preis wäre es auch, wenn die Schwächen nicht wären. Alleine wegen der schlechten Crema-Siebträgers würde ich die Maschine nicht wei-terempfehlen. Die Tankverbindung macht dann ein weiteres entscheidendes Minus aus, so dass wir uns nun nach einem anderen Produkt für unseren Espresso im Büro umschauen. Leider haben wir die 14-Tages-Frist für die Rückgabe bei Amazon ver-passt.