Sadist machen es einem wirklich nicht leicht. Mit ihrem Erstling "Above the light" haben sie im Jahre 1993 schon Geschichte geschrieben. Symphonischer Deathmetal, wie man ihn vorher und auch nachher selten bis gar nicht mehr gehört hat. Mit der zweiten Scheibe "Tribe" legten sie 1996 einen Stilwechsel hin, der auf den ersten Hörversuch wohl ziemlich krass wirkte, aber rückblickend absolut logisch erscheint.
Der dort gebotene Techno-Thrash, den man am ehesten mit Atheist, den späteren (heiligen) Death oder Cynic vergleichen kann, ist von atemberaubender Intensität. Knackige Bassläufe, Gitarrenleads, die sanfter und träumerischer kaum sein können, hektische Drumparts oder Stakkato-Orgien, die vor Power nur so strotzen sind auf "Tribe" Programm.
Die beiden Nachfolger "Crust" und "Lego" zeigen Sadist (wie auch schon "Tribe") in veränderter Besetzung. Verändert hat sich auch wieder die Musik. "Crust" scheppert (noisig gut!) vor sich hin, während "Lego" gänzlich neue, melodischere Wege beschreitet.
Kurz: trotz, oder gerade wegen der Vielfalt ist jede der bisherigen 4 Scheiben ein Volltreffer!
Und dann kam eine lange Pause...
Und endlich: im Jahr 2007 das neue Lebenszeichen der Band für zu Hause.
Die neue "Sadist" ist (wiedermal) anders als die Vorgänger, aber trotzdem gemein hat sie mit ihnen, dass von allen etwas in ihr steckt.
Die symphonischen Klänge, die bei Sadist noch nie nervig-aufgesetzt waren, sondern immer Erinnerungen an wirkliche Symphonien weckten, sind wieder an Bord. Im Duell mit meisterhaft interpretierten Soli auf der Gitarre. Das energische, rhythmisch-vertrackte, dass schon auf "Tribe" so unglaublich viel Spaß machte, weil es nie langweilig wird, versetzt endlich wieder in Extase, genauso wie die abgedrehten Vocals und gewagten Klangexperimente.
Nie hätte ich der Band noch einmal ein solches Album nach der "Pause" zugetraut, aber da sie die besten Momente vor allem ihrer zwei besten Scheiben ("Above the light" & "Tribe") auf "Sadist" neu kombiniert haben, kann ich nur meine größte Bewunderung ob der künstlerischen Leistung aussprechen, und gleichzeitig allen den Tip mit auf den Weg geben, sich dieser Band anzunehmen!!
"Sadist" ist für all jene, die anspruchsvollen Deathmetal hören wollen, für alle, denen In Flames vor lauter langweiliger Selbstkopie zum Hals raushängen, für alle, die Soilwork noch nie richtig gut fanden und für alle, die im Deathmetal mehr als Geknüppel & Gegrunze sehen & hören!
(Die druckvolle & sehr saubere Produktion, sowie ein schönes Coverart sollten nun die letzten Argumente sein, sich die Scheibe zu sichern!!!)