Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Schwerer Stoff - ist aber die Mühe wert., 21. Juli 2007
FJOERGYN ist schon eine klasse Band. Das erste Album konnte durchweg mit glanzvollen Melodien und perfekt eingeflochtenen klassischen Passagen glänzen und nun frage ich mich, ob den Herren, die nun sogar einen leibhaftigen Schlagzeuger aufgenommen haben, die hohen Erwartungen, die nun zwangsläufig an das zweite Album gestellt werden, erfüllen können.
Das Coverartwork lässt dies schonmal hoffen, denn stilistisch ist es recht gleich geblieben. Man sieht einen Apfel mit Engelsflügeln, der halb vernäht ist - an der offenen Naht ist das madige Innere zu sehen. Schon interessant, wenn ein Album bereits an diesem Punkt Grund zum Nachdenken gibt. Aber wie steht's mit der Musik?
Grundsätzlich eine Warnung an alle Hörer des alten Albums: Erwartet nichts, was damit vergleichbar wäre, denn es hat sich einiges geändert. Als wichtigstes sei zu erwähnen, dass das Album zu Gunsten der Komplexität und Abwechslung sehr stark auf Eingängigkeit verzichtet. Oder anders gesagt: Wer es nebenbei beim Surfen im Internet hört, wird keine Freude daran haben, denn es erfordert vom Hörer einen Großteil der Aufmerksamkeit. Aber auch so dürfte das Album beim ersten Hören niemanden aus den Socken hauen - erst bei vielmaligem Hören finden sich Unmengen an interessanten Klangvariationen und Elementen in der Musik, die einem zuvor garnicht aufgefallen sind. Es ist auch sehr schwer zu sagen, welcher Song nun am besten ist, denn das hängt zu sehr davon ab, wie sehr man sich damit beschäftigt. Mir persönlich haben es "Hierarchie der Engel" und "Masoch" sehr angetan. Masoch hat sogar eine kleine Stelle, die an der erste Album erinnert: Einen sehr feinen, klassischen Part, der bei 3:25 Min beginnt und für die Verhältnisse dieses Albums auch recht auffällig ins Ohr geht. Schade, ein paar mehr von diesen Elementen hätten das Album nicht ganz so schwer verdaulich gemacht.
Die Musik im Einzelnen zu beschreiben ist fast unmöglich, zu facettenreich ist dieses Werk und ich will mir auch garnicht anmaßen einzelne Songs auf bestimmte Muster und kurze, prägnante Beschreibungen zu reduzieren. Jeder sollte es selbst einmal gehört haben. Am besten, wie bereits gesagt, direkt mehrfach.
Fazit: Ohne Zweifel haben wir es mit einem ganz ausgezeichneten Werk zu tun. Nichtsdestotrotz bevorzuge ich nach wie vor das nahezu perfekte erste Werk FJOERGYNs - vornehmlich wegen meines hohen Faibles zu klassischer Musik, die in Kombination mit den harten Klängen des Metals außergewöhnlich gut klingt. Trotzdem gut, dass es nicht nur eingängige Larifari-Musik Marke Manowar im Bereich des metallischen gibt.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein einmaliges Meisterwerk, 13. Oktober 2007
Ich kannte diese Gruppe nicht und kam per Zufall an diese CD, die heute zu meinen Lieblingsalben gehört. Mit 47 Jahren die glorreiche Zeit des Rocks miterlebt, viele große Bands gesehen, dann diese CD - einfach unglaublich. An den Gesang musste ich mich erst gewöhnen, sehr hart, irgendwie animalisch, aber es ist ein Stilelement, das der Künstler, Texter und Musiker Stephan L. gewählt hat. Ein Musikvirtuose steckt anscheindend dahinter, einer, der von Musik etwas versteht und sie mit seinen Gefühlen zu einem grandiosen Werk arrangiert hat. Die Musik ist sehr individuell, mal gefühlvoll, mal kraftvoll, phantasievoll allemal wie die Texte, die über jede normale Pop- oder Rockmusik erhaben ist. Sade et Masoch, ein durchdachtes, lyrisches wie anklagendes Konzeptalbum an die Menschheit, ist so genial wie gleichzeitig überfrachtend für den normalen Popconsumer einer neuen und doch oft so oberflächlichen Musikkultur, die mit wenig Aussagen oder stimmlichen Gesäusel ein anspruchsvolles Trommelfell peinigt, was meiner Meinung nach insbesondere für die neue deutsche Musik gilt, wohl bemerkt mit einigen Ausnahmen. "Ach sprich doch Mensch...", ein Titel aus dem Album seniert über den verzweifelten Versuch der Natur, den Menschen zur Vernunft zu bringen, im "letzen Einhorn" wird die Grausamkeit des Menschen offenbart und gipfelt in Aussagen, "der freie Wille knüfpt den Strick." Viel Gefühl, Poesie und Philosophises kommt hier zusammen und es lohnt sich, sich eingehend mit den Texten zu beschäftigen. Aber man muss sich fragen, wer ist denn dafür bereit oder in der Lage, denn sogenannte oder selbsternannte Superstars erfreuen sich anscheind der Gunst vieler und machen Kohle ohne Ende. Passend zu einer oft narzisstischen Gesellschaft und Hörerschaft, von banalen Äußerlichkeiten und Oberflächlichkeiten angezogen, Fastfood in der Musikbranche - und auch ich esse gerne mal einen Hamburger! Aber Stichwort "Äußerliches" - auch die Aufmachung des Albums von Fjoergyn ist so liebevoll insziniert wie die Musik selbst.Wenn es noch mehr Sterne gegeben hätte, hätte ich mehr gegeben, so sind es leider nur 5., ich bitte die Gruppe Fjoergyn um Entschuldigung.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Symphonie trifft Philosophie, 22. Juli 2007
Viel zu düster für einen Sommerrelease erscheint auf den ersten Blick das zweite Werk Fjoergyns. Nach dem Erfolg der ersten Scheibe "Ernte Im Herbst" schieben sie nun das inhaltlich ähnliche, aber gereiftere "Sade Et Masoch" nach. Es gibt deutschsprachigen Gothicmetal mit starken Zügen symphonischen Blackmetals, der das Licht der Welt in Form von neun durchdachten Tracks erblickt. War Fjoergyn früher noch als Soloprojekt eines einzigen Mannes zu betrachten, so hat sich das Konstrukt mittlerweile zu einer ernst zu nehmenden Band entwickelt. Schnell lernt man im direkten Vergleich die Vorzüge eines Drummers aus Fleich und Blut gegenüber eines Drumcomputers zu schätzen. Dominiert werden die Songs auf "Sade Et Masoch" von der Klavierarbeit und den klassischen Einspielern, was sie oftmals vor Schönheit strotzen lässt, in deren direkten Vergleich sich die fauchenden Vocals stellen und für einen spannenden Kontrast sorgen. Zudem ist das Gitarrenkonzept etwas mehr auf die Effizienz des Endproduktes ausgelegt worden, was dafür sorgt, dass die Scheibe auch ganz ordentlich rockt. Letztlich schufen Fjoergyn hier ein Album, das auch Klassikfans zu echten Metallern werden lassen kann und das dem Hörer immer wieder neue Facetten eröffnet.
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