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Saddam Hussein: Porträt eines Diktators - Eine Biografie
 
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Saddam Hussein: Porträt eines Diktators - Eine Biografie [Gebundene Ausgabe]

Con Coughlin
3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)

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Aus der Amazon.de-Redaktion

Saddam Hussein ist einer der dienstältesten Diktatoren der Welt. Dennoch weiß man wenig über ihn. Das ändert sich nach der Lektüre dieser Biografie. Denn der Brite Con Coughlin hat ein außerordentlich faktenreiches, gut recherchiertes und spannend zu lesendes Buch über Saddam Hussein geschrieben. Der Journalist verfolgt dessen Lebensweg von der frühesten Kindheit bis heute. Ergebnis: ein scharfsinniges Porträt des Menschen Saddam und zugleich eine Analyse der politischen Geschichte des Iraks, der die Welt in den letzten Jahrzehnten immer wieder in Atem hielt und hält.

Coughlin beschreibt Saddam als ebenso ehrgeizig wie rücksichtslos. Der spätere Herrscher von Bagdad wuchs in einem armen Bauerndorf auf. Trotz dieser miserablen Startbedingungen erkämpfte er sich seinen Weg nach oben. In den revolutionären Wirren der 50er-Jahre trat er in die Baath-Partei ein. Mit Mordanschlägen auf politische Gegner machte er sich "nützlich". Als die Partei 1968 mit einem Staatsstreich die Macht im Irak übernahm, beschleunigte sich auch die Karriere Saddam Husseins, bis dieser, gut zehn Jahre später, schließlich das Präsidenten-Amt in Händen hielt.

Coughlin hat lange Jahre als Auslandskorrespondent im Nahen Osten gearbeitet. Er verfügt über ausgezeichnete Kontakte in die Region und liefert dadurch kenntnisreiche Innenansichten aus Saddams Herrschaftsapparat. Mit erschreckenden Details beschreibt er die Unberechenbarkeit des irakischen Herrschers: Nach innen wie nach außen gebärdete sich Saddam stets äußerst aggressiv. Jegliche Opposition unterdrückte er mit brutaler Gewalt. Seine Nachbarländer -- erst den Iran, dann das kleine Kuwait -- überzog er mit Krieg. Und die Weltgemeinschaft forderte er mit immer neuen Provokationen heraus, indem er etwa den Waffenkontrolleuren der UNO in den 90er-Jahren ihre Arbeit erschwerte.

Was Saddams Arsenal an Massenvernichtungswaffen betrifft, so stellt Coughlin den westlichen Ländern ein Armutszeugnis aus: Frankreich lieferte in den 70er-Jahren Atomtechnik in den Irak, deutsche Firmen bauten dem Diktator Chemiewaffen-Fabriken und die USA halfen Saddam im Krieg gegen den Iran. Dass der Irak zu einem weltpolitischen Sicherheitsrisiko werden konnte, ist also auch Ergebnis westlicher Kurzsichtigkeit -- das macht dieses Buch wieder einmal deutlich. --Christoph Peerenboom

Perlentaucher.de

Buchnotiz zu : Die Zeit, 05.12.2002
Con Coughlins Biografie, so Rezensent Dieter Buhl, nehme sich aus wie der Versuch - und hier zitiert er Coughlin selbst -, "Beweise gegen einen berüchtigten Schwerverbrecher zu sammeln": Die Zeugen seien "entweder ermordet" oder hätten "Angst. Was dem Autor die Aufgabe nicht gerade erleichtere. Doch der Rezensent findet Gefallen daran. Coughlin zeichne den irakischen "Alleinherrscher" als einen "Führer der Finsternis", für den "Folter, Mord und Krieg" nur "Politik mit anderen Mitteln" seien. Gut findet der Rezensent auch, dass Coughlin bei allem machtpolitischen Streben Husseins nicht die politischen Erfolge Husseins unterschlägt, die zur Modernisierung seines Landes beigetragen haben. Auch dürfe man nicht die Anzahl und die wichtige Rolle seiner "willigen Helfer" vergessen, die Coughlin ausführlich beschreibe, und in dessen Ausführungen für den Rezensenten einmal mehr die "Absurditäten Washingtoner Außenpolitik" ins Auge stechen.

© Perlentaucher Medien GmbH
Buchnotiz zu : Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.12.2002
Es gibt ein krasses Missverhältnis, konstatiert der Rezensent Hans-Christian Rößler, zwischen dem Wunsch, mehr über Saddam Hussein zu erfahren, und den bekannten Tatsachen. Vieles ist Mythos oder Gerücht, Unterstellung und Legende. Nun hat auch Con Coughlin, der Chefredakteur des "Sunday Telegraph" keine wirklichen Neuigkeiten zu erzählen, dennoch, meint Rößler, ist diesmal etwas "mehr herausgekommen" als bei vielen bisherigen Porträts des irakischen Diktators. So versichert Coughlin, Gerichtsakten eingesehen zu haben, die einen Mord Husseins an einem Kommunisten im Jahr 1958 belegen. Keinen Hehl macht der Autor aus seiner Sympathie für den Bush/Blair'schen Kurs gegen den Irak, jedoch verschweigt er deshalb keineswegs, betont der Rezensent, die gelegentlich sehr dubiose Rolle der britisch-amerikanischen Geheimdienste in der Region. Kritik übt Rößler vor allem an der mangelnden Sorgfalt, die auf die allzu rasche Erstellung des Bandes deuten. Lob gibt es jedoch für den "Fakten- und Quellenreichtum" des Buches.

© Perlentaucher Medien GmbH
Buchnotiz zu : Süddeutsche Zeitung, 20.01.2003
Thomas Nowak referiert in seiner Rezension des Buches über Saddam Hussein eingehend den Aufstieg des irakischen Diktators von einem Sohn irakischer Raubbauern bis zum übermächtigen Alleinherrscher, der auch nicht davor zurückschreckte, seine eigenen Schwiegersöhne hinrichten zu lassen. Allerdings fragt er sich bei der Lektüre hin und wieder, woher eigentlich das Wissen des britischen Autors aus dem "inneren Zirkel der Macht" stammt. Der Rezensent vermutet, dass Coughlin, dessen Ausführungen sich auf Geheimdienstquellen und auf Gespräche mit "Überläufern und Oppositionellen" stützen, insbesondere der Gefahr der Irreführung verstärkt ausgesetzt ist, doch räumt für ihn das Buch zumindest mit jedem Zweifel, den man noch am Willen Husseins haben könnte, seine "Macht und sein Überleben" mit allen Mitteln zu sichern, nachhaltig auf.

© Perlentaucher Medien GmbH

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
16 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein Fehlkauf 19. April 2003
Von Ein Kunde
Ich habe das Buch nach Kaptitel Eins weggelegt. Bereits im Prolog erkennt man klar und deutlich auf welcher Seite der Autor steht. Viele Informationen sind meiner Meinung nach einseitig bzw. Pro-amerikanisch oder anti-irakisch dargestellt und beeinflussen den Leser zu stark. Bei einigen Informationen hat man das Gefühl dass nur ein Teil der Wahrheit erzählt wird um den Leser auf "die Richtige" Seite zu ziehen. Mehr Neutralität hatte ich wohl erwartet. Trotz meiner Skepsis habe ich noch das 1. Kapitel "Der Waisenjunge" gelesen. Irgendwie habe ich mich dann aber nur noch geärgert, dass alles und jedes Detail Hussein betreffend ins Finstere gerückt wird. Irgendwo heisst es dann noch dass Saddam "der, der dagegen ist" bedeutet. Das hat mich an Indianderfilme erinnert und ich kann mir beim besten willen nicht vorstellen, dass irgendjemand sein Kind so nennt.
Also meine Meinung, besonders wegen des Prologs - unglaubwürdig und Meinungsmache.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Redaktion Literaturtipp.com TOP 50 REZENSENT
"Eine Biographie Saddam Husseins zu schreiben kommt dem Versuch gleich, Beweise gegen einen berüchtigten Schwerverbrecher zu sammeln. Die meisten wichtigen Zeugen sind entweder ermordet worden oder wagen nicht zu sprechen." Mit diesen beiden Sätzen beginnt das Vorwort im Buch des britischen Journalisten Con Coughlin, die Programm für die weiteren Kapitel sind. Durch seine ausgezeichneten Kontakte zu Menschen im Umfeld Saddam Husseins und guten Kenntnisse des Mittleren Ostens bekommt dieses Buch seine Tiefe, seine beklemmenden Details und seine Glaubwürdigkeit.

Sicherlich hat man in letzter Zeit auch Einzelheiten aus Saddam Husseins Leben in Zeitungen und Zeitschriften gelesen, doch in dieser Eindringlichkeit eines Buches, in dem sich Kapitel an Kapitel, Fakten an Fakten reihen, bekommt die Geschichte des Saddam Hussein Züge eines Thrillers. Doch spätestens die Fotographien im Buchmittelteil holen einen wieder in die Realität zurück: Was wie ein Familienalbum mit Bildern des jungen Saddam Hussein beginnt, seiner Mutter und seiner Geburtsstadt, wird zum Gruselkabinett angesichts einiger Bilder von Attentaten und Ermordungen, an denen Saddam Hussein maßgeblich beteiligt war.

Natürlich bietet die Kindheit und Jugend dieses Mannes erste Hinweise auf sein späteres Leben: In ärmsten Verhältnissen aufgewachsen, eine nicht geklärte Vaterschaft, leidend unter einem gewalttätigen Stiefvater und bis heute kämpfend mit einem primitiven Bauerndialekt in seiner Aussprache, all dies hat seine dennoch starke Vitalität angetrieben, es eines Tages der Welt zu zeigen. Auch seinem Namen Saddam, der soviel wie "der, der konfrontiert" bedeutet, wird er so durch seine Brutalität und seinen Sicherheitsapparat auf tragische Weise für viele Menschen gerecht. Trotz aller Macht und allem Personenkult bleibt eine tiefe persönliche Unsicherheit erkennbar, die wohl aus seiner Herkunft stammt. Auch gegenwärtige körperliche Beschwerden (er humpelt beim Gehen) versucht Saddam Hussein zu überspielen. Spätestens hier ist es fast zwangsläufig, wenn man Parallelen zu Adolf Hitler zieht. Auch Saddam Hussein ließ Juden aufhängen, und fanatische Religionsanhänger, zumeist Islamisten, sitzen im Irak in den Gefängnissen. Aus diesem Land eine moderne Nation zu machen, brachte ihm auch die Bezeichnung ein, "der Preuße des Ostens" zu sein. Doch es wäre zu einfach, nur der Person Saddam Husseins die Schuld an den gegenwärtigen Zuständen im Irak zu geben. Die Zerrissenheit und tiefe Kränkung des irakischen Volkes durch den Lauf seiner Geschichte und die resultierende Sehnsucht nach Einheit und Geltung sind ein bereiteter Boden für einen Diktator. Aber auch die Staaten, die sich heute gegen den Irak stellen beziehungsweise sogar Krieg gegen ihn führen, tragen nach Meinung des Autors eine gewisse Verantwortung: Vor allem französische und deutsche Exporte von Technologien ließen den Irak mit zu der Bedrohung werden, die es heute darstellt. Doch auch einen für die USA besonders beschämenden Fakt greift Con Coughlin auf: Unter Präsident Ronald Reagan war es der damalige Nahost-Sonderbotschafter Donald Rumsfeld, der 1983 bei Saddam Hussein sich um verstärkte Zusammenarbeit bemühte und der später Verteidigungsminister (eigentlich muss man hier Kriegsminister schreiben) der USA wurde.

So ist dieses Buch mehr als eine Biographie: Es zeichnet detailgetreu auf drastische Weise die Terrormechanismen einer Diktatur nach und verweist gleichzeitig auf die kurzsichtige, von Eigennutz geprägte Politik des Westens im Umgang mit dem Irak. Spannend geschrieben und akribisch recherchiert, ist "Saddam Hussein" dennoch wegen der folgerichtigen Komplexität der Darstellung für uns durchaus beschämend und mitunter schwer verdaulich.
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11 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Lesenswert! 24. Dezember 2002
Von Torsten
Ich denke, man sollte sich nichts vormachen. Der 3. Golfkrieg steht bevor - mit einem Ende, das nicht vorhersehbar ist.
Was liegt also näher, als sich eine Lektüre über den Diktator Saddam zu besorgen und sich zur Bewertung des kommenmden Krieges Hintergrundinformationen anzulesen?
Wer das möchte und sich zugleich auf spannende Weise unterhalten will, ist bei dieser Biografie gut aufgehoben. Zwar ist am Anfang noch etwas unbefriedigend, dass vergleichsweise wenig über Saddams KIndheit gesagt wird (weil sichere Informationen offenbar nicht vorliegen), doch gewinnt das Buch zunehmend an Stärke.
Man wendet sich mit Grausen angesichts der Brutalität dieses Mannes ... nichts und niemand ist vor ihm sicher - obwohl ich einen kommenden Krieg nicht gutheiße, verlöre die Welt mit Saddam wohl einen der derzeit machtgierigsten und skrupellosesten Herrscher.
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