Alle paar Jahren wir das Debütalbum der britischen Metalinstitution Judas Priest wieder auf die Menschheit losgelassen, dieses Mal unter der Lizenz von Repertoire Records und im Digipack. Während der Rest des Kataloges im Besitz von Sony ist, die auch schon vor kurzem ein pralles Single Boxset vor heraus brachten ist "Rocka Rolla" und das 1976er Zweitwerk "Sad Wings Of Destiny" (teilweise mehrfach mit anderen Artworks neu aufgelegt worden) anscheinend lebenslang in Besitz des Uraltlabel Gull Records! Das Booklet ist mit neuen Linernotes vom Journalisten Chris Welch und vielen alten Bildern, nett aufgemacht, hat aber leider keine Texte zu bieten.
"Sad Wings Of Destiny" war der Weg von Judas Priest weg vom Hard Rock der siebziger Jahre, hin zum Metal. Nicht nur das fantastische Artwork ist toll, auch die Musik der noch jungen Band im Jahre 1976. Mit späteren Alltimehits der Gänsehautsorte: "Victim Of Changes", "The Ripper" und "Tyrant" ist man schon auf der sicheren Seite.
Der Sound ist typisch für die damalige Zeit, besonders in Sachen Schlagzeug, kann sich aber trotzdem immer noch hören lassen. Mit Songs wie "Dreamer Deceiver" war man jedoch noch sehr verträumt und erinnert sehr an Sabbaths "Planet Caravan". Halfords tiefe Stimme bei diesem Song ist 2012 schon etwas befremdlich. Spaß macht das Lied trotzdem! "Epitaph" mit Pianoeinsatz und unüberhörbaren Queen Anleihen passt gar nicht in das Bild, was man als Metalfan von Priest hat. Fazit; Obskur! Glücklicherweise ist der Rausschmeißer "Island Of Domination" da schon metallischer.
Leider gibt es keine Bonusongs, aber die Scheibe ist in dieser Aufmachung für neu hinzugekommene Priest Fans ein Muss!