Dies ist das zweite Album der Band, welches zum Major Deal mit Columbia führte. Im Gegensatz zum Erstling "Rocka Rolla" finden sich hier schon Klassiker, die auch heute in keinem Priest-Live-Set fehlen ("Ripper" und "Victim of Changes").
Stilistisch stellt das Album einen Brückenschlag zwischen der Hippie-belasteten "Rocka Rolla" und dem wahren Priest-Sound (für mich durchgängig erst ab "British Steel" vorhanden) dar. Fans der Band dürfen nicht vergessen, dass sich auch auf "Sin after Sin" noch Nummern wie "Last Rose of Summer" finden, die dem eingefleischten Headbanger womöglich als Lückenfüller vorkommen, dabei aber aufzeigen, woraus der Heavy Metal (an dessen Entwicklung Priest ja maßgeblich beteiligt waren) ja eigentlich entstanden ist.
Zum ersten Mal sind auf diesem Album auch die "Eierschneider-Vocals" von Rob Halford in ganzer Pracht zu hören - in solchen Höhen bewegte sich vor ihm nur Ian Gillan bei Deep Purple; Robs Stimme scheint aber über das ganze Spektrum deutlich mehr Ausdruckskraft zu haben.
Vom Songwriting her ist die Band noch auf der Suche; Profanes wechselt mit Inspiriertem.
Auch die beiden Gitarristen haben - so scheint es - mit wachsendem Erfolg ihrer Band noch deutlich an ihrer Technik gearbeitet. Die Gitarrensoli sing eigentlich erst ab "British Steel" auf durchgängig hohem Niveau.
Fazit: Leicht angestaubt, dennoch ein Klassiker; für reine Metal-Fans nur bedingt zu empfehlen; im Entwicklungskontext der Band sehr interessant!