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Das Ergebnis dieser Auseinandersetzung präsentiert er nun auf zwölf Songs, die ihn einmal mehr als nachdenklichen Menschen zeigen, der keine billigen Patentlösungen anbietet und sich auch sonst nicht der Rechthaberei verdächtig macht. Sting leidet an der Welt, und das auf ganz spezifische Art, was Songs wie "Forget About The Future" oder die zusammen mit Mary J. Blige eingespielte Soul-Ballade "Whenever I Say Your Name" nahe legen, die auf plastische, zugleich aber auch sehr unterschiedliche Weise seinen Verunsicherungszustand zeigen.
In den 20 Jahren zuvor hat Sting sicherlich eine Menge herausragender Alben veröffentlicht, von The Dream Of The Blue Turtles (1985) über Ten Summoner's Tales (1993) bis hin zu Brand New Day (2000). Die emotionale Tiefe von Sacred Love erreicht aber keines dieser Werke. Besonders beeindruckend fällt neben der sehr zurückhaltend instrumentierten Ballade "Dead Mans Rope", das gemeinsam mit Anoushka Shankar aufgenommene "The Book Of My Life" aus, eine introvertiert vorgetragene Nummer, inspiriert von Stings Arbeit an der eigenen Biografie. --Norbert Schiegl
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Musikalisch gesehen verwebt er wie so oft die unterschiedlichsten Einflüsse, besonders gut zu hören im Intro zu "The Book of My Life", in dem sich Cello und Sitar, Klezmer und indische Musik zu einem harmonischen Ganzen fügen. Stings Stimme gewinnt von Album zu Album an Ausdruckskraft, Vielseitigkeit und Präzision; stärker als bisher arbeitet er auch mit modernen Mitteln der Musik, der Computer hat auch bei ihm die Rolle eines weiteren, sehr schillernden Instruments übernommen. "The War" rockt so richtig los, Dominic Miller beweist damit nach seinen Ausflügen in die Klassik, dass er die E-Gitarre beherrscht wie eh und je. Jason Rebello jazzt am Ende von "Never Coming Home" wie einst Kenny Kirkland und das R&B-Duett mit der brillianten Mary J.Blige gehört zu den Highlights des Albums.
Sting hat also den Spagat tatsächlich wieder geschafft: Er hat mit Sacred Love bewiesen, dass er sich musikalisch in den letzten Jahren immer weiter entwickelt hat, mit dem Ohr am Puls der Zeit, und doch ist er durch und durch sich selbst treu geblieben.
Alle Achtung.
Das zweite Hörerlebnis lässt unter „gängigen" Grooves plötzlich wunderschön melancholische Harmonielinien („Like a beautiful smile") erkennen, die von einer wunderbar fließenden Ruhe („The Book of my Life") begleitet werden. Zusammen mit Mary J. Blige präsentiert Sting in „Whenever I say your name" Harmonienführung in völlig „abgehobener" Genialität und Perfektion, ohne dabei die Durchgängigkeit des Songs zu verlieren - absoluter Seltenheitswert und sicher ein Höhepunkt der CD. Neben Mr. Dominic Miller, der wohl aus Stings Musikgefüge nicht mehr weg zu denken ist, hat er wohl zwei der besten Drummer überhaupt auf diesem Album verewigt: Manu Katché (Peter Gabriel) und einen Drummer, der auch dann noch groovt, wenn andere den Takt noch mit Hilfe ihrer Finger zu verstehen versuchen - Vinnie Colaiuta (Frank Zappa, Jennifer Warnes).
Man weiss ich niemals, wie viel der Genialität seiner Songs Stings selbst und wie viel seinen Mitmusikern gebührt und es ist sicher nicht Stings beste CD - aber es ist eine der besten ...
Warum ?
Weil man sie sich unendlich oft anhören kann und ich diese CD trotzdem noch immer gut finde. Lesen Sie weiter...
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