Anderer Autor, anderer Stil
Diese Rezension ist schätzungsweise nur für die Leser interessant, die die anderen beiden Bücher Die Chronik von Ankaria I- Engelsblut und DCvA II- Sternental (von Steve Whitton geschrieben) gelesen haben. Außerdem kann es weiterhelfen, wenn man das Spiel auch gespielt hat. Das ist allerdings nicht zwingend. Nun aber zu der eigentlichen Rezension.
Das Elfentor ist die dritte Geschichte, die in der Welt von Sacred spielt. Diesmal setzt die Geschichte im Südwesten von Ankaria an, wo der Gladiator Thrax von der geheimnisvollen Lady Niasrah freigekauft wird und mit ihr zusammen sich auf die Reise in die Öde des Südens begibt. So weit so gut, am Anfang des Buches kann man eigentlich nicht meckern, die Charaktere werden soweit gut dargestellt und es liest sich flüssig und spannend. Thrax ist der Charakter, der als erstes richtig vorgestellt wird und dementsprechend hängen die Sympathien des Lesers hauptsächlich an ihm.
Im späteren Verlauf kommt dann noch der Zwerg Ulvur dazu und es entwickelt sich zwischen Thrax und Ulvur der normale Konflikt zwischen Menschen und Zwergen, wer was, wie, wo, wann und sowieso besser kann. Lady Niasrah ist dann immer diejenige, die die beiden Streithähne wieder voneinander trennt. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg, dessen Ziel nur der geheimnisvollen Lady bekannt ist und die sie nur bruchstückweise zum Besten gibt.
Wer das Spiel kennt und auch die Erweiterung Underworld, der weiß, dass der Zwerg im Gegensatz zu den anderen Helden auch mit Pulverwaffen arbeitet. Gewehre, Kanonen und Pistolen, ja sogar Flammenwerfer. Das war schon ein Grund für mich, die Figur im Spiel nicht anzurühren, vielleicht bin ich da, was Fantasy angeht, etwas konservativ. Wem es aber so wie mir gehen wird, der wird spätestens ab dem letzten Drittel des Buches genauso Schwierigkeiten haben, das Buch noch ernst zu nehmen. Wir reden immer noch über Fantasy, mir ist das auch bewusst, aber wenn dann plötzlich Unterseebote auftauchen und mittels gewisser Seelebewesen einem normalen Menschen (oder Zwerg) das Atmen unter Wasser ermöglicht wird, dann ist das alles ein wenig zu viel des Guten. Ich gebe zu, es gibt andere Spieleuniversen (bestes Beispiel Warhammer), in denen auch viel mit Technik in der Fantasy Welt möglich ist. Das ist auch in Ordnung. Nur dort ist die Basis von Anfang an geschaffen worden und gewisse Sachen werden auch dort nicht gemacht. Hier ist es nun so, dass die gesamte Story gut anläuft und auch Spaß macht zu lesen. Aber als es dann zu diesem technischen Overkill kommt, anders kann man es wirklich nicht mehr nennen, da verliert das Ganze extrem an Fahrt. Ich habe es jedenfalls so empfunden, dass die mir bekannte Welt einfach nicht richtig wiedergegeben wurde und ich habe diese ganzen Neuerungen eher als störend empfunden. Man kann es vielleicht so beschreiben: Stellen Sie sich vor, die Oliphanten aus HdR wären nicht aus Fleisch und Blut, sondern von Sauron gebaute Maschinen gewesen. Irgendwie nicht das, was man gut verkraften kann, oder? Ich will aber auch nicht, dass sich hier jetzt Leser über den Vergleich mit HdR aufregen, denn daran kommt keines der drei Bücher ran, das ist auch nicht zu erwarten.
Womit ich bei einem anderen Problem dieses Buches bin. Wer die ersten beiden Bücher kennt, was zum Verstehen dieses Buches übrigens nicht nötig ist, der findet gewisse Sachen wieder. Wo sich im ersten Teil Falk und die Vampirin bzw. die Vampirin und die Seraphim immer in die Haare bekommen hatten, da passiert es hier hauptsächlich zwischen dem Menschen und dem Zwerg. Kennt man alles irgendwie, nicht viel Besonderes. Was die Geschichte hier interessant macht, sind die Beweggründe der einzelnen Personen, sich überhaupt auf diese Reise zu begeben. Auch wenn da am Ende dann die ganze Sache sehr unbefriedigend aufgelöst wird. In den ersten beiden Büchern waren die Stimmung und die ganze Geschichte düsterer und es wurde viel mit Magie gearbeitet. Mehr als in Das Elfentor auf jeden Fall. Sie wurde auch besser beschrieben, wenn sie angewendet wurde. Das Elfentor kommt nicht wirklich an die ersten beiden Bände heran. Was eigentlich Schade ist. Denn die Welt von Sacred bietet eine Menge Möglichkeiten, die man auch ausreizen kann, ohne dass man mit viel Technik und Maschinen ankommt. Da wäre mehr drin gewesen. Für einen verregneten Tag hält das Buch gut her, ich habe es in einem durchgelesen. Die Seitenzahl von 280 ist wirklich nicht all zu problematisch.
Insgesamt ist Das Elfentor ein Buch, das nicht wirklich grausig ist, aber mit Sicherheit auch nicht in die Reihe der guten bis sehr guten Fantasy Romane aufsteigen kann. Dafür wird zuviel falsch gemacht und einige Begebenheiten auch schlicht nicht gut genug aufgelöst. Die ersten beiden Bücher der Reihe waren jedenfalls besser, da war mehr Spannung drin und es hat sich auch logischer aufgelöst. Dieses Buch ist vielleicht nur für die Leser interessant, die wie ich schon die ersten beiden besitzen. Andere die in die Welt von Sacred einsteigen wollen, empfehle ich die anderen beiden und dann sollten sie sich wirklich überlegen, ob sie dieses Buch auch noch lesen wollen. 2 Sterne, mehr geht einfach nicht.