Schauerhammer hakt gezielt in Argumentationsschwächen der grünen Bewegung ein. Daraus läßt ich lernen, dass Seriosität bei solch heikler Materie unumgänglich ist. Nicht selten nämlich werden die reinen Fakten instrumentalisiert. Allerdings unterliegt Schauerhammer selbst dieser Schwäche - das ist auch fast nicht anders vorstellbar, in einer aufgehitzten Diskussion, bei der es ja (oder vielleicht auch nicht?) um Leben und Überleben geht. Der oft zynische und ironische Ton tut der Sache nicht gut; man merkt dem Autor zu sehr den Willen an, andere vorzuführen, zu beschämen. Deshalb schießt er wohl auch oft übers Ziel hinaus, sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht. Immerhin lehnt er sich gegen ein allgemein anerkanntes Paradigma auf. Das kann mutig aber auch dumm sein, das kann von Weitsicht aber auch Blindheit zeugen. Leugnen von Problemen wird Problem nicht lösen, sie aber richtig zu bewerten ist notwendig. Schauerhammer befindet sich irgendwo dazwischen, zwischen Ignoranz und berechtigter Kritik. Insofern ist es ein Buch, dessen Argumente der Umweltbewusste kennen sollte, es ist aber nicht überzeugend genug, um ihn in wirkliche Schwierigkeiten zu bringen. Vor allem: Will man die Fehler anderer anprangern, so darf man ihnen nicht selber verfallen.