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Sachs, Hans: Mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten [Taschenbuch]

Eckhard Bernstein
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
Preis: EUR 5,50 kostenlose Lieferung. Siehe Details.
  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Kurzbeschreibung

1. Juni 1993
Eine auf Selbstzeugnissen beruhende biographische Darstellung über Hans Sachs zu schreiben, stößt auf erhebliche Schwierigkeiten. Kein einziger Brief, keine Tagebuchaufzeichnung des Nürnberger Dichters ist überliefert. Über die Personen, die ihm nahestanden, sprach er selten; nennenswerte Äußerungen von Zeitgenossen über ihn gibt es nicht. Trotzdem sind wir über kaum einen anderen Dichter des 16. Jahrhunderts so gut unterrichtet wie über ihn. Denn aus den Tausenden von Werken, in denen dieser angebliche simple Handwerker die Totalität der ihn umgebenden Wirklichkeit widerspiegelte und hellwach die politischen und religiösen Zeitläufte beobachtete und kommentierte, lassen sich seine moralischen, politischen, sozialen und religiösen Anschauungen rekonstruieren.

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Sachs, Hans: Mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten + Meisterlieder, Spruchgedichte, Fastnachtsspiele
Preis für beide: EUR 10,50

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 160 Seiten
  • Verlag: rororo (1. Juni 1993)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499504286
  • ISBN-13: 978-3499504280
  • Größe und/oder Gewicht: 19 x 11,4 x 0,9 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 752.629 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von e-wolf
Format:Taschenbuch
Diese Einführung hat mich überzeugt. Es ist mutig, eine solche zu starten: Das Werk des Hans Sachs nimmt quantitativ schon biblische Dimensionen an, Interpretationen sind nur aufgrund seiner Werke möglich, da keine Urkunden o.ä. tradiert ist.
Eckhard Bernstein, Professor für Deutsche Philologie, entwirft zunächst in blutvoller wie pointierter Sprache ein Bild der Reformationszeit und des Nürnbergs im 16 Jh. Davon ausgehend stellt er Sachs als Menschen mit außergewöhnlicher Beobachtungsgabe dar, der in zweierlei Form revolutionär wirkt, seinem und sich von den typischen Meistersingern dieser Zeit unterscheidet: zum einen durch den appellativen Charakter ans Publikum, zum anderen durch seine propagandistische Tätigkeit für die Reformation - "trotz" seines Illiteraten-Daseins und Sohn eines Schneiders, selbst im Handwerkermilieu als Schuhmacher lebend.
Hier vertieft Bernstein seine Gedanken zu einem der bekanntesten Spruchgedichte Sachs: "Die Wittenbergisch Nachtigall" und interpretiert die mögliche Wirkung im Kontext der Zeit.
Gedanken über den Mythos Sachs und seine Umfunktionierung als bescheidener, loyaler Untertan zur Zeit des Nationalsozialismus wie die Skizzierung seiner Rezeption zur Aufklärung, Romantik und Deutschland im 19 Jh. sind überzeugend.
Interessant ist die Mischung aus Darstellung von Fakten, die immer wieder in interpretatorisch wertvolle Gedanken münden. Der Leser vertieft sich in die Welt vielleicht auch aufgrund des herausragenden Schreibstils, der keineswegs wissenschaftlich aufgeladen wirkt, sondern sich in einem Fieber-Zug durchlesen lässt.
Ich bin begeistert von diesem Büchlein - zur Zeit gibt es kein Vergleichbares zu Hans Sachs und seiner Zeit. Höchste Leistung - unglaublich für diesen Preis.
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der Meistersinger von Nürnberg 17. Juli 1999
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Kein einziger Brief oder Tagebuchaufzeichnung des Nürnberger Dichters, der über 6000 Werke, darunter Fabeln und Lieder schuf, ist überliefert und erhalten geblieben. Eine Biographie des Meistersingers aus Nürnberg anzufertigen ist daher problematisch. Bernstein versucht dennoch das Werk Sachs zu umreißen. In einzelnen Teilabschnitten widmet er sich der Stadt Nürnberg im 16. Jahrhundert, den Jugend-, Lehr- und Wanderjahren Hans Sachs sowie dessen Beziehung zur Reformation und dessen Zeit als Meistersinger in Nürnberg. Aufgelockert wird das Buch Bernsteins durch viele anschauliche Kupferstiche und Zeichnungen, die den Text untermalen. Dazu gehört ein Kupferstich über die Dichterweihe Sachs, ein Foto seines Wohnhauses in Nürnberg, oder ein Holzschnitt aus Sachs Pamphlet über die "Wunderliche weissagung von dem papsttum". Eine Zeittafel am Ende des Buches gibt Auskunft über die Entstehungszeit seiner wichtigsten Werke. Zeugnisse und Bewertungen über den Dichter werfen neue Ansichten auf, die beigefügte Bibliographie lädt zu weiterführender Literatur ein.Bernstein ist es gelungen in einem verhältnismäßig kleinem Büchlein ( ca. 140 Seiten) Dichter und Werk umfassend zu charakterisieren. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr lesenswert., 30. August 2009
Von Helga König #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Eckard Bernstein dokumentiert aufgrund seiner aufschlussreichen Aufzeichnungen und zahlreichen Bilddokumente das Leben und Werk des Dichters Hans Sachs.

Der Sohn eines Schneidermeisters wurde 1494 in Nürnberg geboren, besuchte dort die Lateinschule und begann im Alter von 15 Jahren eine Schuhmacherlehre. Während seiner fünfjährigen Wanderschaft durch das Reich erhielt er seine Ausbildung als Meistersinger. Wieder in Nürnberg angekommen, wurde er 1520 Meister und lebte als Schuster und Dichter in zunehmendem Wohlstand.

Sachs gilt als der letzte bedeutende Vertreter des Meistersangs. Es handelt sich hierbei um eine von Handwerkerpoeten zunftmäßig geübten, strengen Regeln folgenden Liedkunst, die ihren Ursprung in der um 1315 in Mainz begründeten Meistersingschule Frauenlobs hatte. In Anlehnung an den höfischen Minnegesang betonten die Meistersinger ihre gelehrte Bildung und berichteten von Erbaulichem und Belehrendem.

In seinen Fastnachtsspielen stellte Sachs die Schwächen seiner Mitmenschen schwankhaft satirisch, allerdings mit moralischer Tendenz dar und gab immer eine abschließende Nutzanwendung.

Politisch trat Sachs erstmals durch seine Parteinahme für den Reformator Luther hervor, dessen Lehre er in dem Spruchgedicht "Die Wittenbergisch Nachtigall" verteidigte. Seine kritische Stellungsnahme brachte ihn mehrfach mit der Zen sur in Konflikt, so 1527, als er Illustrationen einer Schrift des protestantischen Predigers Lukas Osiander antipäpstliche Reime in deutscher Sprache hinzufügte. 1551 untersagte ihm der Nürnberger Rat die Aufführung eines Fastnachtsspiels, weil es scharfe Kritik am Treiben der Raubritter übend außerhalb Nürnbergs "allerlei" Nachrede" hervorrufen würde.

Hans Sachs hatte am Ende seines 83 Jahre andauernden Lebens rund 4300 Lieder geistlichen und weltlichen Inhalts sowie als 100 Komödien und Tragödien und Prosadialoge verfasst.

Es empfiehlt sich dieses Büchlein zum besseren Verständnis seiner Werke Meisterlieder, Spruchgedichte, Fastnachtsspiele vor deren Lektüre zu lesen
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